Folgen der Pandemie

Coronavirus: Ryanair bleibt am Boden

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Das Coronavirus bedroht die Wirtschaft. Der IWF sieht eine weltweite Rezession, auch für Deutschland sind es schwierige Zeiten.

  • Coronavirus (Sars-CoV-2): Konjunktur in Deutschland könnte deutlich einbrechen
  • Bundesregierung will kleine und mittlere Unternehmen vor Wirtschaftskrise stützen
  • Ökonom spricht von „Kriegswirtschaft“ und fordert Ende der Beschränkungen

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+++ 19.03 Uhr: Europas größte Billig-Airline Ryanair hält seine Flotte wegen der Coronakrise weiterhin zum größten Teil am Boden. Der extrem eingeschränkte Flugplan mit einigen Verbindungen von und nach Irland und Großbritannien werde um eine Woche bis einschließlich Gründonnerstag (9. April) verlängert, teilte das Unternehmen am Montag in Dublin mit. 

Gründe sind Flugverbote und weitere Einschränkungen in den europäischen Ländern in Folge der Corona-Pandemie. Mehr als 90 Prozent der Ryanair Flotte bleiben damit am Boden. Auf ihrer Website macht die Fluggesellschaft Werbung für Urlaubsflüge im September.

Coronakrise: Bayer stellt Mitarbeiter frei

+++ 15.39 Uhr: Im Kampf gegen die Coronakrise stellt der Pharmakonzern Bayer Geräte und Personal für die Diagnostik zur Verfügung. Medizinische Mitarbeiter aus dem Bereich „Pharmaceuticals“ dürften sich bis zu vier Wochen bezahlt freistellen lassen, um sich an der Virus-Bekämpfung zu beteiligen, teilte der Leverkusener Konzern am Montag mit. 

140 Mitarbeiter hätten sich bereits gemeldet, um in einem Testlabor mitzuarbeiten, das Bayer in Berlin aufbauen will. Außerdem will das Unternehmen 40 Geräte bereitstellen, mit denen Corona-Tests ausgewertet werden können. Damit sollen in Berlin pro Tag bis zu 1000 Tests auf das Coronavirus durchgeführt werden.

Derweil hat sich der deutsche Aktienmarkt trotz der rasanten Ausbreitung des Coronavirus am Montag stabilisiert. Der Dax notierte am frühen Nachmittag 0,49 Prozent fester bei 9680,17 Punkten. In der Vorwoche hatte der Leitindex erstmals seit Beginn des Corona-Crashs am 24. Februar einen Gewinn verzeichnet. Dennoch summiert sich das Minus im Crash immer noch auf fast 30 Prozent.

Coronavirus: Renault öffnet Werke in China und Südkorea wieder

+++ 13.40 Uhr: Der französische Autohersteller Renault öffnet seine wegen der Corona-Pandemie geschlossenen Werke in China und Südkorea wieder. Die beiden Fabriken im chinesischen Wuhan und im südkoreanischen Busan hätten die Produktion wieder aufgenommen oder stünden kurz davor, erklärte Renault am Montag in Paris. Alle anderen Werke bleiben wegen der Pandemie dagegen vorerst weiter geschlossen.

Esprit-Töchter zahlungsunfähig

+++ 13.00 Uhr: Mehrere deutsche Tochtergesellschaften des unter der Corona-Krise leidenden Modekonzerns Esprit sind zahlungsunfähig. Das geht aus einer Mitteilung hervor, die das Unternehmen veröffentlicht hat. Man habe Schutzschirmverfahren beantragt, um sich vor Forderungen der Gläubiger zu schützen, hieß es am Montag. Dabei habe ein gerichtlich bestellter Sachverwalter die Aufsicht, während die Unternehmensführung weiterhin die Kontrolle behalten soll. Im Rahmen des Verfahrens sollen Verbindlichkeiten und Mietverträge „neu strukturiert“ werden.

Wirtschaft schrumpft

+++ 11.10 Uhr: Die deutsche Volkswirtschaft wird wegen der Corona-Pandemie deutlich schrumpfen. Die sogenannten Wirtschaftsweisen rechnen in einem am Montag veröffentlichen Sondergutachten mit einem Einbruch des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von im schlimmsten Fall 5,4 Prozent im Gesamtjahr. Bei einer kürzeren Dauer der Einschränkungen wegen der Krise und einer schnellen Erholung der Wirtschaft könnte das BIP demnach auch nur um 2,8 Prozent zurückgehen.

Lebensmittel werden wohl teurer

+++ 11.00 Uhr: Die deutsche Ernährungsindustrie schließt Preissteigerungen bei Lebensmitteln wegen der Corona-Krise nicht aus. „Es gibt derzeit viele Faktoren in der Lieferkette, die den Preis beeinflussen. Neben den fehlenden Erntehelfern gibt es auch in der Ernährungsindustrie und im Handel Personal-Engpässe“, sagte Stefanie Sabet, Geschäftsführerin der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE). „Es ist nicht absehbar, wo wir mit den Preisen landen werden.“

Sollten die strengen Restriktionen anhalten, insbesondere die geschlossenen Grenzen in einigen EU-Ländern oder auch das deutsche Einreiseverbot für Erntehelfer, sei es auch nicht auszuschließen dass dann einzelne Produkte in bestimmten Regionen nicht mehr vorrätig sein werden, warnte Sabet.

DAX gibt nach

+++ 10.20 Uhr: Nach einer recht stabilen Eröffnung hat der deutsche Aktienmarkt am Montag angesichts der weltweit weiter rasanten Ausbreitung des Coronavirus nachgegeben. Der Dax büßte zuletzt 1,56 Prozent auf 9482,10 Punkte ein. Am Freitag hatte der Leitindex zwar mehr als dreieinhalb Prozent eingebüßt, konnte damit aber immer noch einen Wochengewinn von fast 8 Prozent vorweisen.

Montag, 30.03.2020, 09.20 Uhr: Trotz der weltweit weiter rasanten Ausbreitung des Coronavirus hat sich der deutsche Aktienmarkt zu Beginn der sechsten Woche des Corona-Crashs weitgehend behauptet. In den ersten Handelsminuten notierte der Dax 0,03 Prozent höher bei 9635,08 Punkten.

Der MDax der mittelgroßen Werte verlor am Montagmorgen 0,45 Prozent auf 20 524,92 Punkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone sank um rund 0,1 Prozent.

„Anleger sollten sich auf weitere Turbulenzen an der Börse einstellen“, erklärte Marktanalyst Milan Cutkovic von AxiTrader. Denn eine nachhaltige Börsenerholung sei trotz der zahlreichen Konjunkturprogramme in aller Welt eher unwahrscheinlich.

Sonntag, 29.03.2020, 14.57 Uhr: Der Präsident des Leiniz-Institut für Wirtschaftsforschung, Reint Gropp, hat den Zustand der deutschen Wirtschaft mit einer „Kriegswirtschaft“ verglichen. „Zumindest kurzfristig befinden wir uns in einer Art Kriegswirtschaft, in der der Staat bei der Koordinierung der Wirtschaft eine größere Rolle spielen muss als in normalen Zeiten“, sagte Gropp dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Bund und Länder hatten sich am Sonntag auf ein Hilfspaket in Höhe von 50 Milliarden Euro für kleine und mittlere Unternehmen geeinigt. Auf die Gesamtheit der Maßnahmen bezogen sagte Gropp, dass diese „nur für vielleicht zwei Monate“ ausreichend seien. Eine Verlängerung der heruntergefahrenen Wirtschaft wäre nach seiner Einschätzung ein Problem. Auch für den deutschen Staat mit derzeit gut gefüllten Kassen kämen dann „ungeahnte Haushaltsdefizite“ zu.

Regelmäßige Corona-Tests zum Schutz der Wirtschaft?

Gropp forderte auch angesichts der Corona-Pandemie, den wirtschaftlichen Schaden nicht zu groß werden zu lassen. Die Ausgangsbeschränkungen müssten so kurz wie möglich gehalten werden, um der Wirtschaft nicht zu schaden: „Es ist kein gangbarer Weg, alle Menschen über mehrere Monate in Quarantäne zu halten“, erklärte Gropp.

Er schlug regelmäßige, beispielsweise wöchentliche, Tests für Erwerbstätige vor. Nur wer infiziert sei, solle von der Arbeit und anderen Aspekten des täglichen Lebens ausgeschlossen werden.

IWF sieht schwerere Folgen als nach Finanzkrise 2009

+++ 16.40 Uhr:Die Weltwirtschaft befindet sich nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) wegen der Coronavirus-Pandemie bereits in der Rezession. „Es ist klar, dass wir in eine Rezession eingetreten sind“, sagte IWF-Chefin Kristalina Georgieva am Freitag. Diese werde schwerer ausfallen als jene im Jahr 2009 in Folge der weltweiten Finanzkrise.

Weil die Weltwirtschaft zum „plötzlichen Stillstand“ gekommen sei, hätten Schwellenländer jetzt einen Finanzbedarf von 2,5 Billionen Dollar (rund 2,3 Billionen Euro), sagte Georgieva in einer Online-Presseunterrichtung. Dies sei aber noch das untere Ende der Schätzungen. Inzwischen haben mehr als 80 Staaten Nothilfen vom IWF beantragt. 

Jeder fünfte Betrieb fürchtet die Insolvenz

+++ 15.20 Uhr: Die Auswirkungen der Corona-Krise auf die deutsche Wirtschaft werden greifbarer. Laut einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) sieht sich fast jeder fünfte der 15.000 befragten Betriebe akut von der Insolvenz bedroht. Der Umsatz der Handwerksbetriebe brach laut deren Zentralverband ZDH wegen der Pandemie im Schnitt bereits um gut 50 Prozent ein. Die staatliche Förderbank KfW erwartet bis zu 100.000 Hilfsanträge.

+++ 12.40 Uhr: Die Lufthansa hat Kurzarbeit für tausende ihrer Mitarbeiter in Deutschland angemeldet. Geplant sei dies für rund 31 000 Beschäftigte der Bereiche Kabine, Boden und Cockpit, sagte ein Sprecher am Freitag in Frankfurt. Vereinbarungen gebe es bereits für die Flugbegleiter und das Bodenpersonal, während eine Lösung mit der Pilotengewerkschaft „Vereinigung Cockpit“ noch auf dem Weg sei. Die Kurzarbeit soll zunächst bis zum 31. August gelten. Zum Umfang der Maßnahmen für die einzelnen Beschäftigten machte der Sprecher keine Angaben. 

Wegen der geringen Nachfrage in der Corona-Krise fährt der Luftverkehrskonzern das Angebot seiner Fluggesellschaften europaweit immer weiter herunter. Lufthansa hat angekündigt, von den rund 760 Flugzeugen der Konzernflotte etwa 700 abzustellen und erst bei steigendem Bedarf wieder zu aktivieren.

Dem Handwerk bricht der Umsatz weg

+++ 08.50 Uhr: Der Umsatz der Handwerksbetriebe in Deutschland ist wegen der

Corona-Pandemie im Schnitt um gut 50 Prozent eingebrochen. In einer Umfrage des Zentralverbands ZDH unter 4900 Unternehmen diese Woche gaben 77 Prozent der Betriebe Umsatzrückgänge an, 55 Prozent berichteten von stornierten Aufträgen und 36 Prozent von fehlendem Personal, weil etwa Beschäftigte wegen eigener Quarantäne oder fehlender Kinderbetreuung nicht zur Arbeit erscheinen können.

In der Umfrage gaben laut Zeitung 16 Prozent der Befragten an, dass ihr Betrieb wegen behördlicher Vorgaben geschlossen wurde. Die Quote der stornierten Aufträge liege bei 45 Prozent. 58 Prozent der Betriebe planen den Angaben zufolge Kurzarbeit. Für elf Prozent ist die Kündigung von Mitarbeitern vorstellbar und für 18 Prozent die vorübergehende Schließung des eigenen Betriebs.

Unternehmen bemühen sich um Hilfskredite

Update von Freitag, 27.03.2020, 08.15 Uhr: Banken und Sparkassen werden geradezu überrannt von Anfragen nach KfW-Hilfskrediten. Die Zeit drängt: Kleine Betriebe bangen um ihre Existenz, ganze Branchen trifft die Corona-Krise hart. Bis Mittwochabend lagen der KfW 195 Anträge über insgesamt 4,8 Milliarden Euro vor. „Wir erhalten Kreditanträge über alle Größenklassen verteilt, der Schwerpunkt liegt jedoch bei kleinvolumigeren Kreditanträgen bis eine Million Euro“, sagte eine Sprecherin der staatlichen Förderbank in Frankfurt.

Gleichzeitig stoppen die Unternehmen in Deutschland wegen der Corona-Pandemie ihre Neueinstellungen. Das Beschäftigungsbarometer des Münchner Ifo-Instituts, basierend auf der Abfrage von rund 9000 Unternehmen, stürzte im März von 98,0 auf 93,4 Punkte ab. Dies sei der größte Rückgang seit Beginn der Erhebung im Jahr 2002 und zudem der niedrigste Wert seit Januar 2010, erklärte das Ifo am Freitag. 

Der Handel, die Dienstleister und der Bau verzeichnen neue Rekorde beim Rückgang des Barometers, wie Ifo-Experte Klaus Wohlrabe erklärte. Im Handel werde es verstärkt Entlassungen geben, bei den Dienstleistern in geringem Umfang. Nur auf dem Bau gebe es keine Änderungen beim Personal.

Corona-Pandemie: G20-Staaten investieren fünf Billionen Dollar

+++ 16.20 Uhr: Die G20-Staaten investieren in der Coronavirus-Krise zusammen fünf Billionen Dollar (gut 4,5 Billionen Euro) in die Weltwirtschaft.

„Im Zuge unserer gezielten finanzpolitischen und wirtschaftlichen Maßnahmen und Bürgschaften investieren wir mehr als fünf Billionen Dollar in die Weltwirtschaft, um den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen der Pandemie zu begegnen“, erklärten die G20-Staaten am Donnerstag nach einer Videokonferenz. 

Sie sagten zu, mit internationalen Organisationen wie der Weltgesundheitsheitsorganisation (WHO) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zusammenzuarbeiten, um ein "robustes" Finanzpaket auf den Weg zu bringen.

Dax ohne große Verluste

+++ 15.25 Uhr: Eine freundliche Eröffnung der Wall Street hat am Donnerstagnachmittag den Dax vor größeren Verlusten bewahrt. Zuletzt belief sich das Minus des deutschen Leitindex auf nur noch 0,52 Prozent bei 9823,05 Punkten. Der MDax der mittelgroßen Werte notierte 0,22 Prozent schwächer auf 20 717,35 Punkten. Für den EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone ging es um 0,4 Prozent nach unten.

Jüngste Zahlen vom US-Arbeitsmarkt belegen, wie schwer die Corona-Pandemie die Wirtschaft der Vereinigten Staaten trifft: Die wöchentliche Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe schnellte auf gut drei Millionen nach oben. Das Virus breitet sich in dem Land immer schneller aus, besonders in New York.

Corona: USA steuert auf  Rezession zu

+++ 14.20 Uhr: Die US-Wirtschaft könnte nach Einschätzung von US-Notenbankpräsident Jerome Powell infolge der Virus-Krise bereits im wirtschaftlichen Abschwung stecken. „Wir könnten bereits in der Rezession sein“, sagte der Vorsitzende der amerikanischen Notenbank Fed am Donnerstag in einem seiner seltenen Auftritte in einer amerikanischen Fernsehsendung. 

Zugleich äußerte der Fed-Chef die Hoffnung, dass die weltgrößte Volkswirtschaft im späteren Jahresverlauf wieder wachse. Zuvor müsse jedoch die Virus-Krise unter Kontrolle gebracht werden. „Das Virus gibt den Zeitplan vor“, sagte Powell.

66 Prozent der Einzelhandelsgeschäfte sind dicht

+++ 13.00 Uhr: Ein Großteil der Einzelhändler in Deutschland baut bei der Bewältigung der Corona-Krise auf Staatshilfen. Bei einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Handelsverbandes Deutschland gaben über 90 Prozent der 600 befragen Unternehmen an, staatliche Hilfen in Anspruch nehmen zu wollen oder dies bereits zu tun.

Nach HDE-Schätzungen sind aktuell bis zu 300.000 der 450.000 Einzelhandelsgeschäfte in Deutschland geschlossen. „Die Lage ist dramatisch. Auch wenn der Handel in dieser Situation kreativ ist, wird es einer großen Zahl von Betrieben ohne staatliche Soforthilfen nicht gelingen, die Krise zu überstehen“, sagte der HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. 

Corona-Krise: Dax gibt nach

+++ 12.20 Uhr: Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag nach zwei Tagen mit kräftigem Zuwachs wieder etwas nachgegeben. Der Dax verlor gegen Mittag 1,60 Prozent auf 9716,62 Punkte. Der MDax der mittelgroßen Werte sank am Donnerstag um 0,94 Prozent auf 20 566,24 Zähler. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone büßte 1,5 Prozent ein.

Corona-Krise: Daimler mit Kurzarbeit

+++ 11.30 Uhr:Der Autobauer Daimler beantragt wegen der massiven Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie Kurzarbeit. Sie solle zunächst vom 6. bis zum 17. April gelten und einen Großteil der Produktion von Autos, Vans und Nutzfahrzeugen sowie ausgewählte Verwaltungsbereiche betreffen, teilte Daimler am Donnerstag mit. Der Konzern beschäftigt in Deutschland rund 170 000 Menschen. Wie viele davon in Kurzarbeit gehen, ist nicht bekannt. Man reagiere damit auf die weitreichenden Auswirkungen des Coronavirus und daraus resultierende zunehmend schwierige wirtschaftliche und soziale Rahmenbedingungen.

Ein Großteil der Produktion bei Daimler steht derzeit schon still, die Mitarbeiter bauen aktuell Urlaub und ihre Arbeitszeitkonten ab. Die Kurzarbeit beginnt dann im Anschluss an diese zunächst auf zwei Wochen festgelegte erste Phase.

Regierung rechnet mit drastischem Anstieg der Kurzarbeit

Update 26.03.2020, 10.20 Uhr: Die Bundesregierung rechnet nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) mit etwa 2,1 Millionen Kurzarbeitern in der Corona-Krise. „Darauf bereiten wir uns erst einmal vor“, sagte BA-Vorstand Christiane Schönefeld der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Aber wir nehmen auch in den Blick, dass die Zahlen deutlich höher sein könnten.“

„Wir setzen alles daran, dass Unternehmen, die in diesem Monat Kurzarbeitergeld beantragt haben, schon am Monatsende Geld von uns bekommen“, sagte Schönefeld weiter. Allein in der vergangenen Woche hatte es bereits 76.700 Anzeigen von Kurzarbeit gegeben.

+++ 17.10 Uhr: Der Eurokurs hat sich im Laufe des Tages wenig verändert. Die Lage an den Finanzmärkten hat sich zuletzt entspannt, nachdem umfangreiche Maßnahmen gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise ergriffen wurden. Am Nachmittag wurde die Gemeinschaftswährung mit 1,0802 US-Dollar gehandelt. 

Zuletzt hatte eine Reihe von Regierungen und Notenbanken weitreichende Pakete zur Stützung der Wirtschaft beschlossen. In den USA wurde am Mittwoch der Weg für ein billionenschweres Konjunkturpaket freigemacht. Der Dollar geriet daraufhin zum Euro etwas unter Druck. Zeitweise stieg der Eurokurs bis auf 1,0850 Dollar. Im Tagesverlauf gab der Euro seine zeitweisen Gewinne wieder ab.

Corona-Wirtschaftskrise: Bundestag beschließt milliardenschweres Hilfspaket

+++ 16.50 Uhr: Der Bundestag hat ein beispielloses, milliardenschweres Hilfspaket in der Corona-Krise beschlossen. Es umfasst Maßnahmen zur Rettung von Arbeitsplätzen und Unternehmen, zur Unterstützung von Krankenhäusern sowie zur Sicherung von Lebensunterhalt und Wohnung der Bürger. Der Bundesrat muss am Freitag noch zustimmen.

+++ 15.35 Uhr: Der Bundestag hat am Mittwoch in der Corona-Krise einen milliardenschweren Rettungsfonds für angeschlagene große Unternehmen beschlossen. Über einen „Wirtschaftsstabilisierungsfonds“ sollen Firmen mit Kapital gestärkt werden können - der Staat soll sich notfalls wie in der Finanzkrise vor mehr als zehn Jahren auch an Unternehmen beteiligen können.

Der Schutzschirm umfasst ein Volumen von insgesamt 600 Milliarden Euro. Unternehmen sollen mit Kapital und Garantien gestärkt werden können. Mögliche Staatsbeteiligungen sollen wieder privatisiert werden, wenn die Krise vorbei ist. Welche Konzerne unter diesen Rettungsschirm schlüpfen könnten, ist derzeit unklar.

Corona-Wirtschaftskrise: Aktienmärkte weiter äußerst unruhig

+++ 14.22 Uhr: Die Ausschläge am deutschen Aktienmarkt in der Corona-Krise sind weiterhin groß. Der Leitindex Dax überwand am Mittwoch (25.03.2020) zunächst die Marke von 10.000 Punkten, bevor er deutlich absackte – unter den Stand des Vortages. In der Spitze legte Dax bis auf 10.137 Punkte zu und baute seinen starken Kurszuwachs vom Dienstag (24.03.2020) vorübergehend aus. Dann nutzten Anleger das höhere Niveau für Verkäufe. Gegen Mittag lag der Dax um 2,35 Prozent niedriger als am Dienstag bei 9472,59 Punkten.

Unterdessen sicherten am Mittwoch alle Fraktionen im Bundestag ihre Unterstützung für das historische Maßnahmenpaket der Bundesregierung zu. Auch der Bundesrat verschwendete keine Zeit. Die Hilfen in der Corona-Krise sollen schnell bei Bürgern, Unternehmen und Krankenhäusern ankommen. Anderswo werden ebenfalls riesige Hilfspakete geschnürt: Niedersachsen etwa hat ein 4,4 Milliarden Euro schweres Konjunkturpaket zur Abmilderung der Corona-Krise auf den Weg gebracht. Der Landtag stimmte am Mittwoch einmütig mit den Stimmen aller anwesenden Abgeordneten für einen Nachtragshaushalt. Das Geld soll die Wirtschaft und das Gesundheitswesen stützen.

+++ 12.20 Uhr: Der Dax dreht aktuell wieder leicht ins Minus, die 10.000 Punkte sind wieder unterschritten. Dennoch stehen die Zeichen an den Aktienmärkten trotz der Corona-Pandemie auf Entspannung. FR-Autor Daniel Baumann analysiert die Lage und stellt die Frage: Sollte man jetzt Aktien kaufen?*

Corona-Wirtschaftskrise: Dax legt nach historischem Absturz deutlich zu

+++ 10.31 Uhr: Nach seinem Absturz in der Coronakrise hat der Dax wieder Boden gut gemacht und am Mittwoch (25.03.2020) die Marke von 10 000 Punkten erreicht. Zuletzt gewann der deutsche Leitindex 3,52 Prozent hinzu auf einen Stand von 10 042,32 Punkten. Gemessen an dem Anfang der Vorwoche erreichten Krisentief bei 8255 Punkten hat sich das Börsenbarometer damit um fast 22 Prozent erholt. Ein Konjunkturpaket in den USA zur Linderung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise treibt die Kurse weiter nach oben.

Nach langen Verhandlungen einigten sich in den USA das Weiße Haus und die Demokraten nun auf ein Konjunkturpaket gegen die Folgen der Corona-Pandemie. Die Erwartung an den Börsen auf dieses Signal hatte am Vortag die Kurse bereits nach oben getrieben: Der Dax hatte mit einem Plus von 11 Prozent einen der stärksten Börsentage seiner Geschichte erlebt. Der Dow in New York hatte mit einem Aufschlag von 11,4 Prozent sogar noch etwas mehr zugelegt.

Corona-Pandemie: Modebranche ruft Regierung zu mehr Hilfen auf

+++ 9.13 Uhr: Deutschlands Modebranche droht der wirtschaftliche Kollaps: Die Läden sind geschlossen, der Online-Verkauf läuft schleppend. Nun haben mehr als ein Dutzend Mode- und Textilunternehmen die Bundesregierung angesichts derCoronavirus-Krise zu mehr Hilfen für ihre Branche aufgerufen. „Der aktuelle Lock Down des deutschen Modehandels bedroht die Existenz des Handels und der Industrie massiv“, schreiben die 13 Unterzeichner in dem am Mittwoch (25.03.2020) veröffentlichten Aufruf mit Blick auf die Schließung vieler Geschäfte im Kampf gegen das Coronavirus Sars-CoV-2. Die bisherige Hilfe in Form von Darlehen der staatlichen Förderbank KfW würde „viele Unternehmen nicht oder zu spät erreichen“. 

„Wir brauchen einen Rettungsschirm, der die Liquidität der Händler unterstützt“, fordern die Unterzeichner. Die Regierung solle den Top 30 Textilunternehmen einen Fonds in Höhe von 850 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Der Einzelhandel könne so alle Lieferungen der Herbst/Winter-Kollektionen erhalten. Die Zahlungen dafür sollen erst ein halbes Jahr später rechtswirksam werden. Verwaltung, Kontrolle und Rückführung des Fonds soll eine unabhängige Wirtschaftsprüfungskanzlei übernehmen. „Mit dieser staatlichen Hilfe sind die Warenflüsse gesichert und die Liquidität bleibt für 180 Tage im Handel. Der Fonds sollte nach Ablauf dann entsprechend aufgelöst und zurückgeführt werden“, heißt es in dem Aufruf.

Corona-Pandemie: Dow Jones legt mitten in der Krise den stärksten Anstieg seit 90 Jahren hin

+++ 25.03.2020, 7.05 Uhr: Nicht nur in den USA, sondern auch in Asien sind die Aktienkurse im Aufwärtstrend: An den Finanzmärkten in Japan und Südkorea haben die Aktienkurse im Gefolge der Gewinne in den USA ihren Weg nach oben fortgesetzt. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte an der asiatischen Leitbörse in Tokio legte am Mittwoch um 1454,28 Punkte oder 8 Prozent auf einen Schlussstand von 19 546,63 zu. 

Auch am Börsenplatz Seoul sorgte die positive Reaktion der Anleger auf die wegen der Coronavirus-Pandemie aufgelegten Konjunkturpakete der Länder den zweiten Tag in Folge für ein Kursfeuerwerk. Der Leitindex Kospi lag 5,9 Prozent im Plus und schloss bei 1704,76.

+++ 21.23 Uhr: Der US-Börsenindex Dow Jones hat inmitten der Coronavirus-Pandemie den stärksten Anstieg seit fast 90 Jahren hingelegt. An der New Yorker Wall Street gewann der Dow Jones am Dienstag rund 11,4 Prozent und stieg auf etwa 20.705 Punkte an. Es war der stärkste prozentuale Tagesgewinn seit Anfang der 1930er Jahre.

Damit hat der Dow Jones Industrial die heftigen Verluste einer ganzen Handelswoche an einem Tag wieder wett gemacht. Auftrieb gaben zuversichtliche Aussagen von US-Senatoren, dass ein gewaltiges Konjunkturpaket gegen die Folgen der Coronavirus-Krise kurz vor der Verabschiedung stehe. Medienberichten zufolge sollen mindestens 1,5 Billionen Dollar (1,4 Bio Euro) in die Wirtschaft gepumpt werden. Am Montag hatte bereits die US-Notenbank (Fed) weitere Stützungsmaßnahmen für die Wirtschaft angekündigt.

Der marktbreite S&P 500 stieg am Dienstag um 9,38 Prozent auf 2447,33 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 gewann 7,81 Prozent auf 7553,83 Punkte.

Wirtschaftskrise wegen Corona: VW schickt 80.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit

+++ 16.30 Uhr: Bei Volkswagen sollen wegen der Lieferprobleme und Absatzschwäche in der Coronakrise rund 80.000 Beschäftigte in Deutschland in Kurzarbeit* gehen. Das wurde am Dienstag (24.03.2020) aus Konzernkreisen bekannt. Das Unternehmen hat die deutschen und europäischen Werke sowie weitere Standorte in Amerika und Russland derzeit vorübergehend geschlossen. Als Grund für die beantragte Kurzarbeit hatten die Wolfsburger bereits in der vergangenen Woche die beträchtlichen Arbeitsausfälle in der Produktion sowie in den angrenzenden Bereichen genannt.

Die Beschäftigten der Deutschen Bahn (DB) müssen keine betriebsbedingten Kündigungen aus Anlass der Coronakrise fürchten. Der Konzern und die Gewerkschaften haben dies jetzt in einer Vereinbarung ausgeschlossen. Sie regelt auch zusätzliche Arbeitsbefreiungen für Beschäftigte mit Kindern, Entgeltfortzahlungen, flexiblen Ausgleich versäumter Arbeitszeiten und sichert die Mitsprache der Betriebsräte bei Kurzarbeit. Das Bundesunternehmen hat in Deutschland rund 200.000 Mitarbeiter.

Nach dem Einbruch der Passagierzahlen in der Coronakrise schickt auch dieFlughafengesellschaft Berlin Brandenburg ihre 2200 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Die kürzere Arbeitszeit solle Entlassungen vermeiden, teilte das Unternehmen mit. Die Flughafengesellschaft werde das gesetzliche Kurzarbeitergeld auf 80 Prozent des Nettoentgelts aufstocken, bei Alleinerziehenden auf 90 Prozent.

Konjunkturkrise wegen Corona: Wirtschaftsweise rechnen mit „V-Szenario“

+++ 14.44 Uhr:  Auf den steilen Einbruch der Wirtschaftsleistung in der Coronarkise könnte auch eine steile Erholung folgen – dieses „V-Szenario“ ist nach Einschätzung des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung wahrscheinlich. „Viel hängt am Ende auch davon ab, dass wir schnell wieder aus der Krise herauskommen“, sagte der neue Vorsitzende der sogenannten Wirtschaftsweisen, Lars Feld, am Dienstag (24.03.2020) nach Beratungen mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Die von der Bundesregierung bislang getroffenen Maßnahmen wie Kurzarbeitergeld* und Liquiditätshilfen bezeichnete Feld als „sehr begrüßenswert“.

Der Begriff „V-Szenario“ symbolisiert dabei einen steilen Abwärtstrend, der sich nach dem Erreichen des Tiefpunktes aber ebenso rasch und in ähnliche Höhen wieder aufwärts bewegt. Bei einem U ist die Talsohle, bis die Wirtschaft wieder anzieht, dabei länger. Ein "L-Szenario" – also ein Einbruch ohne absehbares Ende der Talsohle – ist nach Angaben Felds in der Coronakrise weniger wahrscheinlich.

Konjunkturkrise wegen Corona: Kommen Konsumschecks für Verbraucher?

Wirtschaftsminister Peter Altmaier will nach der erwarteten Talfahrt der Wirtschaft durch die Corona-Pandemie eine solche dauerhafte Krise verhindern. Der CDU-Politiker sagte nach der Beratung mit führen Ökonomen, die wirtschaftlichen Einbußen würden voraussichtlich höher sein als in der Finanzkrise 2009. Auf die ersten Maßnahmen der Bundesregierung müssten daher weitere Schritte folgen, die Deutschland aus der Krise führten.  In der Debatte sind neben einer Reform der Unternehmensteuern ein Vorziehen der Soli-Teilabschaffung, eine Senkung der Mehrwertsteuer und mehr öffentliche Investitionen – aber auch unkonventionelle Maßnahmen wie Konsumschecks für die Verbraucher.

Die Gewerkschaft Verdi hatte die Ausgabe solcher Schecks vorgeschlagen. Sobald die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zurückgehe, solle allen Bürgern damit die Möglichkeit gegeben werden, durch Konsum die Konjunktur anzukurbeln, hatte Verdi-Chef Frank Werneke in einem Interview mit dem Handelsblatt gesagt. Werneke hatte dabei auf Hongkong verwiesen, wo jeder Einwohner umgerechnet knapp 1200 Euro erhalten soll.

Wirtschaftskrise: Panik verschwunden – Dax weit über 9000 Punkten

+++ 24.03.2020, 9.55 Uhr: Die große Corona-Panik scheint vorerst verflogen: Am Aktienmarkt in Deutschland beruhigt sich die Lage am Dienstag weiter. Der Dax gewann wenige Minuten nach dem Auftakt 6,17 Prozent auf 9280,29 Punkte. Zuletzt bewegte sich der deutsche Leitindex in diesem Bereich am 13. März. Am Vortag hatte der Dax nach seinem freundlichen Ausklang der Vorwoche zwar wieder im Minus geschlossen, aber immerhin klar über seinem Tagestief.

Auch an den Finanzmärkten in Tokio und Seoul haben die Aktienkurse im frühen Handel am Dienstag deutlich zugelegt. An der Leitbörse in Tokio stieg der Nikkei-Index für 225 führende Werte um 1138,95 Punkte oder 6,7 Prozent auf den Zwischenstand von 18 026,73. Schon am Vortag hatte das Börsenmeter deutlich im Plus gelegen.

Coronakrise: EU-Staaten setzen erstmals Schuldenregeln aus

+++ 18.22 Uhr: Die EU-Staaten haben sich auf eine Aussetzung der Schuldenregeln angesichts der Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 geeinigt. Erstmals überhaupt würden die europäischen Schulden- und Defizitregeln ausgesetzt. Der Aussetzung stimmten die EU-Wirtschafts- und Finanzminister am Montag (23.03.2020) zu. Damit solle „die erforderliche Flexibilität“ gewährleistet werden, um angesichts der Krise „alle notwendigen Maßnahmen“ zur Unterstützung der Gesundheitssysteme und der Wirtschaft zu ermöglichen, erklärten die Finanzminister der 27 EU-Mitgliedstaaten.

Corona-Krise: Konjunktur in Deutschland könnte deutlich einbrechen

+++ 13.57 Uhr: Die Konjunktur in Deutschland könnte in Folge der Corona-Krise deutlich einbrechen, erklärte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) nach einer Kabinettssitzung der dpa. Nach seiner Ansicht werde der Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) mindestens so gravierend sein wie in der Finanzkrise 2009. Damals war das BIP um 5,7 Prozentpunkte zurückgegangen.

Der am Montag (23.03.2020) veröffentlichte Monatsbericht der Bundesbank rechnet ebenfalls mit negativen Auswirkungen durch die Corona-Pandemie. „Das Abgleiten in eine ausgeprägte Rezession ist nicht zu verhindern“, hieß es dort. „Voraussichtlich werden die Auswirkungen der Pandemie die Wirtschaftsleistung mindestens in der ersten Jahreshälfte massiv beeinträchtigen", hieß es im Monatsbericht der Notenbank weiter. Erst wenn die Pandemiegefahr eingedämmt sei, werde eine wirtschaftliche Erholung einsetzen.

Die Corona-Pandemie könnte Deutschland nach Ansicht von Experten Hunderte Milliarden Euro kosten

+++ 23.03.2020, 9.21 Uhr: Die Coronavirus-Pandemie hat massive Auswirkungen auf die WeltwirtschaftDeutschland könnte die Corona-Krise nach Berechnungen des Münchner Ifo-Instituts mehr als eine halbe Billion Euro und mehr als eine Million Arbeitsplätze kosten. „Die Kosten werden voraussichtlich alles übersteigen, was aus Wirtschaftskrisen oder Naturkatastrophen der letzten Jahrzehnte in Deutschland bekannt ist“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest am Montag (23.03.2020). „Je nach Szenario schrumpft die Wirtschaft um 7,2 bis 20,6 Prozentpunkte. Das entspricht Kosten von 255 bis 729 Milliarden Euro.“ 

Auch am Arbeitsmarkt seien die Folgen der Corona-Krise massiv, betont Fuest. „Diese stellen die Zustände auf dem Höhepunkt der Finanzkrise in den Schatten.“ Bis zu 1,8 Millionen sozialversicherungspflichtige Jobs könnten abgebaut werden, mehr als sechs Millionen Menschen von Kurzarbeit betroffen sein. Die Krise werde zu Produktionsausfällen von Hunderten Milliarden Euro führen, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit „in die Höhe schnellen lassen und den Staatshaushalt erheblich belasten“, heißt es in einer Mitteilung des Wirtschaftsforschungsinstituts. „Es lohnt sich daher, quasi jeden denkbaren Betrag für gesundheitspolitische Maßnahmen einzusetzen“, betont Fuest.

Ziel müsse es sein, die Teilschließung der Wirtschaft zu verkürzen, ohne die Bekämpfung der Epidemie zu beeinträchtigen. Für einen zweimonatigen Teilstillstand der Wirtschaft errechnet das Ifo-Institut Kosten zwischen 255 und 495 Milliarden Euro. Bei drei Monaten sind es demnach 354 bis 729 Milliarden.

Wirtschaftskrise: EU-Staaten dürfen unbegrenzt investieren

+++ 18.46 Uhr: Angesichts der erwarteten Wirtschaftskrise infolge der Coronavirus-Pandemie will die EU-Kommission die Haushaltsregeln lockern. „Heute, und das ist ganz neu, aktivieren wir die allgemeine Ausweichklausel. Das wurde noch nie zuvor getan“, sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Freitag in einem auf Twitter veröffentlichten Video.

Auf Anfrage hieß es später aus der EU-Kommission, die Abstimmungen mit den EU-Staaten liefen am Freitagnachmittag noch. Das in mehreren Sprachen auf Twitter verbreitete Video wurde zunächst wieder zurückgestellt. Kurze Zeit später war das Video wieder online.

Das Coronavirus bedroht die Wirtschaft. Die EU-Staaten haben sich jetzt auf eine Aussetzung der Schulden- und Defizitregeln geeinigt.

Nationale Regierungen dürften unbegrenzt in die Wirtschaft investieren, sagte von der Leyen in dem Video. So könnten sie den Unternehmen „in dieser unverschuldeten Krise“ beistehen. „Um das zu ermöglichen, mildern wir vorübergehend die sonst sehr strengen Haushaltsregeln ab.“

Kurz zuvor hatte eine Sprecherin der Brüsseler Behörde diesen Schritt bereits angekündigt. Die Initiative sei bereits von der Eurogruppe sowie den EU-Staats- und Regierungschefs begrüßt worden, sagte sie.

+++15.57 Uhr: Bundesfinanzminister Olaf Scholz will 70 bis 100 Milliarden Euro aufwänden, um die Folgen der Corona-Krise zu schützen. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung. Das Geld soll durch neue Schulden aufgebracht werden.

Wirtschaftskrise soll mit Milliarden gemildert werden

Für einen solchen Nachtragshaushalt müsste die Schuldenbremse im Grundgesetz gelockert werden. Eine entsprechende Entscheidung soll in der kommenden Woche durch Bundestag und Bundesrat beschlossen werden.

Geplant ist unter anderem ein Härtefallfond über 40 bis 50 Milliarden. Mit diesem sollen die Betriebsausgaben kleiner Unternehmen für drei Monate übernommen und Beteiligungen an notleidenden Unternehmen erworben werden. Außerdem sollen Darlehn für Unternehmen in „unbegrenzter Höhe“ vergeben werden können.

Coronavirus sorgt für erste neue Staatsschulden seit Jahren

https://www.deutschlandfunk.de/scholz-spd-zu-corona-hilfen-kreditprogramm-ist-jetzt-scharf.694.de.html?dram:article_id=472921

EU lockert Haushaltsregeln

Auch die EU legt für ihre Mitgleidsstaaten neue Regeln fest. So können Staaten ab sofort unbegrenzt in ihre Wirtschaft investieren. Dies sei in einer neuen „Ausweichklausel“ festgelegt, wie die EU-Komission mitteilte.

+++ 14.19 Uhr: Deutschland schränkt im Kampf gegen die Corona-Pandemie zunehmend das öffentliche Leben ein – Restaurants verzeichnen immer weniger Kundschaft. Das hat nun für eine bekannte Restaurantkette Konsequenzen: Wegen eines drastischen Umsatzrückgangs in der Corona-Krise ist die ohnehin schon angeschlagene Restaurantkette Vapiano in die Zahlungsunfähigkeit gerutscht. Das teilte das Unternehmen am Freitag (20.03.2020) in Köln mit. „Seit heute ist klar, dass Vapiano ohne sofortige staatliche Unterstützung nicht überlebensfähig sein wird und Insolvenz anmelden muss, was den Verlust von 10.000 Arbeitsplätzen weltweit zur Folge hätte", sagte Vorstandschefin Vanessa Hall. 3800 Arbeitsplätze entfallen laut Hall auf Deutschland.

Alle 55 Vapiano-Restaurants in Deutschland geschlossen

Der Vorstand sei nun verpflichtet, spätestens innerhalb von drei Wochen den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zu stellen. Man wolle jedoch sorgfältig prüfen, ob sich das Insolvenzverfahren innerhalb der Frist noch abwenden lasse - etwa durch in der Corona-Krise angekündigte staatliche Hilfsprogramme. In den vergangenen Tagen habe sich die Situation so entwickelt, „dass Vapiano aktuell fast keine Umsätze mehr generiert, während Gehälter, Mieten und Betriebskosten weiter anfallen“, erklärte das Unternehmen. 

In Deutschland sind demnach seit Donnerstagabend alle 55 durch den Konzern betriebenen Restaurants auf unbestimmte Zeit geschlossen. Von den weltweit mehr als 230 Restaurants mussten laut Vapiano zwischenzeitlich „nahezu alle“ schließen.

Coronakrise: Dax mit schnellstem Börsencrash der Geschichte

+++ 20.03.2020, 10.27 Uhr: Vor rund einem Monat begann die Talfahrt: Am 19. Februar verpasste der deutsche Leitindex Dax noch ein neues Allzeithoch um gerade mal sieben Punkte und stand bei Handelsschluss bei 13.789 Punkten. Gut vier Wochen später mitten in der Corona-Krise sieht die Welt – auch an der Börse – ganz anders aus: Der Dax hat 39 Prozent seines Wertes eingebüßt. Im Vergleich zu früheren Börsencrashs ist das der schnellste Verlust, den es je gab, berichtet nun das Nachrichtenmagazin „Spiegel“. 

Noch nie in seiner mehr als 30-jährigen Geschichte habe das wichtigste deutsche Börsenbarometer nach seinem Höchststand in gerade einmal 28 Tagen so viel an Wert verloren. Der 9. März wird dabei als neuer „Schwarzer Montag“ in die Geschichte eingehen – der Dax erlitt mit 7,94 Prozent den höchsten Tagesverlust seit dem 11. September 2001.

Coronavirus - Ein Aktienhändler reibt sich auf dem Parkett der Frankfurter Börse die Augen.

Lediglich im Jahr 1987 ging es ähnlich rasant bergab: Da verloren die weltweiten Börsen laut „Spiegel“ 37 Prozent in 28 Tagen. Einen konkreten Auslöser wie nun die Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft gab es jedoch nicht.

Inzwischen hat sich die Lage am deutschen Aktienmarkt allerdings ein wenig beruhigt: Der Leitindex Dax stieg am Freitag (20.03.2020) im frühen Handel um 6,3 Prozent auf 9153,31 Punkte. Am Donnerstag (19.02.2020) hatte er bereits um zwei Prozent zugelegt. „Von einer Erholung zu sprechen, wäre verfrüht. 

Aber wir sehen zumindest erste Anzeichen einer Stabilisierung an den Börsen“, schrieb Analyst Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. In dem nun bereits vier Wochen währenden Corona-Crash, in dem der Dax bis zum Vortag fast 5000 Punkte einbüßte, hatte es immer wieder mal Anzeichen einer Stabilisierung gegeben. Diese war aber meist wegen immer neuer Hiobsbotschaften schnell wieder vorüber.

+++ 20.20 Uhr: Die wachsende Ansteckungsgefahr und die drastischen wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zwingen Volkswagen von Donnerstagabend an zur Schließung der Werke in Deutschland. Auch in anderen Ländern Europas wird die Produktion der Kernmarke vorläufig unterbrochen, bei mehreren Töchtern wird dieser Schritt geplant oder ist bereits in Kraft. An den VW-Pkw-Standorten in der Bundesrepublik soll mit dem Ende der Spätschicht um 22.00 Uhr die Fertigung ruhen.

Coronakrise: Hilfe für Kleinselbstständige

+++ 19.00 Uhr: Die Bundesregierung plant wegen der Corona-Krise ein Hilfsprogramm im Volumen von mehr als 40 Milliarden Euro zugunsten von Klein- und Soloselbstständigen. Das wurde am Donnerstag in Regierungskreisen in Berlin bestätigt. Über Details wurde demnach aber noch zwischen den Ministerien für Wirtschaft und für Finanzen verhandelt. Auch mehrere Bundesländer stellten Hilfsprogramme in Milliardenhöhe vor.

Zwei Millionen Kurzarbeiter erwartet

+++ 16.44 Uhr: Arbeitnehmer sind nach Einschätzung der Bundesregierung millionenfach auf Kurzarbeitergeld wegen der Coronakrise angewiesen. „Es wird von 2,15 Millionen Fällen des Bezugs von konjunkturellem Kurzarbeitergeld ausgegangen“, heißt es in einer entsprechenden Verordnung des Bundesarbeitsministeriums. 

Das Ministerium geht von 1,15 Millionen zusätzlichen Fällen wegen der Coronavirus-Pandemie aus. Eine Millionen Fälle wären demnach auch nach geltendem Recht ohne die Erleichterungen zu erwarten gewesen. 

Die Regierung erwartet Mehrausgaben bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) von 10,05 Milliarden Euro. Die beschlossene Erstattung von Sozialversicherungsbeiträgen schlägt demnach mit 5,99 Milliarden Euro zu Buche - die zusätzliche Zahlung von Kurzarbeitergeld selbst mit 4,06 Milliarden Euro.

Coronavirus-Pandemie: Aktienmärkte bleiben nervös

+++ 15.51 Uhr: Nach einer schwachen Eröffnung haben sich die US-Aktienmärkte am Donnerstag berappelt und sind ins Plus gedreht. Die angespannte Lage durch die Coronavirus-Pandemie verhindert allerdings weiterhin eine nachhaltige Erholung. Der Leitindex Dow Jones Industrial überwand die Marke von 20 000 Punkten und notierte zuletzt 0,67 Prozent höher bei 20 032,00 Zählern.  

Das Geschäftsklima in der US-Region Philadelphia brach im März noch stärker ein als befürchtet. Die Coronakrise kommt offenbar immer stärker in der US-Wirtschaft an. Der Indikator der regionalen Notenbank (Philly-Fed-Index) fiel im Monatsvergleich um 49,4 Punkte auf minus 12,7 Zähler. Dies ist der stärkste jemals ermittelte Rückgang. Auch das Defizit in der US-Leistungsbilanz reduzierte sich im vierten Quartal deutlich. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stieg dagegen in der vergangenen Woche erheblich.

USA: Donald Trump plant Geldauszahlung an US-Bürger

+++ 15.15 Uhr: Die Regierung der USA plant nach Angaben von Finanzminister Steven Mnuchin eine schnelle Geldauszahlung an US-Bürger, um die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise abzufedern. Angedacht sei eine Geldleistung von 1000 US-Dollar für Erwachsene und 500 US-Dollar für Kinder, sagte Mnuchin am Donnerstag dem Fernsehsender Fox Business. 

Die Regierung um Donald Trump verhandelt derzeit mit dem US-Kongress über ein größeres Konjunkturpaket, mit dem bis zu eine Billion US-Dollar (900 Milliarden Euro) in die Wirtschaft gepumpt werden soll. Finanzielle Direkthilfen für die Bevölkerung sollen Teil des Pakets sein. Details sind noch Gegenstand der Gespräche - etwa die Frage, wer genau die Hilfen erhalten soll und wie hoch sie am Ende tatsächlich ausfallen.

Coronavirus: Aktienmärkte berühigen sich nicht

+++ 15.01 Uhr: Auch am Donnerstag haben die US-Aktienmärkte den Rückwärtsgang eingelegt. Die angespannte Lage durch die Corona-Pandemie verhindert weiterhin eine nachhaltige Erholung. Der Leitindex Dow Jones Industrial verlor im frühen Handel zuletzt 3,17 Prozent auf 19 268,01 Punkte, nachdem er bereits am Mittwoch mehr als 6 Prozent eingebüßt hatte. 

Der marktbreite S&P 500 fiel am Donnerstag zuletzt um 2,79 Prozent auf 2331,12 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 gab um 1,28 Prozent auf 7083,36 Punkte nach.

Coronavirus-Krise: Dax erholt sich nicht

+++ 12.10 Uhr: Die Erholung am deutschen Aktienmarkt ist am Donnerstag wie so oft in den vergangenen Wochen in sich zusammengefallen. Ein weiteres Notpaket der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Linderung der Folgen der Coronavirus-Pandemie konnte die Märkte nicht überzeugen. Der Dax gab um 0,7 Prozent auf 8383,70 Punkte nach. 

Im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie des Coronavirus hatte die EZB in der Nacht ein Notkaufprogramm für Anleihen in Höhe von 750 Milliarden Euro angekündigt. Es soll dabei um Wertpapiere der öffentlichen Hand und der Privatwirtschaft gehen. 

„Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliches Handeln“, schrieb EZB-Chefin Christine Lagarde auf Twitter. Börsianer äußerten sich zurückhaltend zum Vorgehen der EZB. „Die Wirkung der Maßnahmen bleibt abzuwarten“, sagte Volkswirt Stefan Kipar von der Bayerischen Landesbank.

Coronavirus-Pandemie: Hilfe für Solo-Selbstständige

+++ 10.41 Uhr: Die Bundesregierung plant in der Coronavirus-Krise ein Hilfspaket von insgesamt bis zu 50 Milliarden Euro für Solo-Selbstständige und andere Kleinstfirmen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Regierungskreisen. 

Zuvor hatte der „Spiegel“ berichtet, die Bundesregierung wolle 40 Milliarden Euro für Kleinstunternehmer bereitstellen. Zehn Milliarden Euro sollen demnach als direkte Zuschüsse an notleidende Ein-Mann-Betriebe und Kleinstunternehmen vergeben werden, der Rest von 30 Milliarden Euro als Darlehen.

Wegen der drastischen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie fürchten viele Solo-Selbstständige um ihre Existenz - also etwa Musiker, Fotografen, Künstler, Heilpraktiker, Dolmetscher oder Pfleger. Viele Geschäfte mussten schließen, Messen, Veranstaltungen und Konzerte wurden abgesagt. Aufträge und Umsätze vieler Solo-Selbstständiger sind weggebrochen.

Coronavirus-Pandemie: Wirtschaft droht Rezession

+++ 10.20 Uhr: Die Coronavirus-Pandemie hat auch die deutsche Wirtschaft infiziert: So ist das Ifo-Geschäftsklima im März eingebrochen. Im März sei der Indexwert auf 87,7 Punkte gefallen, nach 96,0 Punkten im Monat zuvor, teilte das Ifo-Institut am Donnerstag nach vorläufigen Berechnungen in München mit. Dies sei der stärkste Rückgang des wichtigsten deutschen Konjunkturbarometers seit 1991 und der niedrigste Wert seit August 2009, hieß es weiter. Insbesondere die Konjunkturwartungen der Unternehmen haben sich stark verschlechtert. „Die deutsche Wirtschaft stürzt in die Rezession“, kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest die Daten. 

Ein weitereres Krisenzeichen: Die Deutsche Wirtschaftsleistung wird auch nach Einschätzung des DIW in diesem Jahr erstmals seit der Finanzkrise 2009 schrumpfen. Wegen der Coronakrise senkte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung am Donnerstag seine Jahresprognose für das Bruttoinlandsprodukt von einem Plus von 1,2 Prozent auf ein Minus von mindestens 0,1 Prozent. Das sei jedoch ein sehr optimistisches Szenario, stellte Institutspräsident Marcel Fratzscher klar. Es könne die deutsche Wirtschaft auch deutlich härter treffen. Europaweit müsse die Finanzpolitik noch mehr tun, um eine Pleitewelle zu verhindern.

Derweil verlangt Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder vom Bund ein 100 bis 150 Milliarden Euro schweres Hilfspaket, um die Folgen der Corona-Krise für die Wirtschaft abzumildern. Zudem fordert der bayerische Ministerpräsident die Aussetzung der Stromsteuer und der EEG-Umlage. Dies würde vielen Betrieben und dem normalen Bürger helfen, sagte Söder am Donnerstag im Landtag in München.

Coronakrise: Dax stabilisiert sich nach EZB-Hilfspaket

+++ 10.05 Uhr: Nach der Ankündigung eines weiteren Corona-Notpakets durch die Europäische Zentralbank (EZB) hat sich der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag stabilisiert. Der Dax stieg im frühen Handel um 1,9 Prozent auf 8603,42 Punkte. 

Im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus hat die EZB ein Kaufprogramm für Anleihen in Höhe von 750 Milliarden Euro angekündigt. Es soll dabei um Wertpapiere der öffentlichen Hand und der Privatwirtschaft gehen. 

Der MDax stieg um 1,6 Prozent auf 18 192,91 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte sogar um 2,6 Prozent zu. 

Börsianer äußerten sich am Morgen zurückhaltend zum Vorgehen der EZB. Voraussetzung für nachhaltig stabile Märkte seien positive Nachrichten über die Entwicklung der Zahlen der vom Coronavirus Infizierten, hieß es.

Coronavirus-Pandemie zwingt Lufthansa an den Boden

+++ 09.21 Uhr: Der Lufthansa-Konzern streicht sein Flugprogramm wegen der Coronavirus-Pandemie noch stärker zusammen. Bis 19. April finden nur noch rund fünf Prozent der ursprünglich geplanten Flüge statt, wie der Dax-Konzern am Donnerstag mitteilte. Von den 763 Flugzeugen des Konzerns blieben vorläufig rund 700 am Boden.

Die Verbreitung des Virus Sars-CoV-2 habe die gesamte Weltwirtschaft und auch die größte deutsche Fluggesellschaft „in einen bislang ungekannten Ausnahmezustand versetzt“, erklärte Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Donnerstag. „Je länger diese Krise andauert, desto wahrscheinlicher wird es, dass die Zukunft der Luftfahrt ohne staatliche Hilfe nicht gewährleistet werden kann.“

Die Coronakrise zwingt auch Autobauer zu drastischen Maßnahmen: Volkswagen schließt vom Donnerstagabend an die Werke in Deutschland. Auch in anderen Ländern Europas wird die Produktion vorläufig heruntergefahren. An den Standorten in der Bundesrepublik soll mit dem Ende der Spätschicht um 22.00 Uhr die vorerst letzte reguläre Schicht in der Fertigung enden. Zunächst zehn Arbeitstage lang sollen dann keine Autos oder Bauteile mehr hergestellt werden.

Coronavirus-Pandemie: EZB kündigt Notkaufprogramm an

+++ 19.03.2020, 06.45 Uhr: Im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie hat die Europäische Zentralbank ein Notkaufprogramm für Anleihen in Höhe von 750 Milliarden Euro angekündigt. Vorgesehen sind 750 Milliarden Euro für den Kauf von Staats- und Unternehmensanleihen, wie die EZB in der Nacht mitteilte. Das Programm soll den Euro stabilisieren und mindestens bis Jahresende laufen. Das Programm erinnert an die gewaltigen Anstrengungen der EZB in der Euro- und Staatsschuldenkrise.

Nach einer außerordentlichen Telefonkonferenz des EZB-Rates versicherte die Zentralbank, sie werde „alles Notwendige“ tun, um den „ernsthaftem Risiken“ der Corona-Krise entgegenzutreten. So sei sie auch bereit, den 750-Milliarden-Umfang der Anleihenkäufe gegebenenfalls aufzustocken - „so viel wie nötig und so lange wie nötig“.

Das Notfallprogramm mit dem Namen PEPP (Pandemic Emergency Purchase Programme) solle so lange laufen, bis nach Einschätzung des EZB-Rats die von der Pandemie ausgelöste Krisenphase vorüber sei, aber mindestens bis Jahresende, erklärte die Zentralbank.

„Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen“, schrieb EZB-Präsidentin Christine Lagarde auf Twitter. Es gebe „keine Limits bei unserem Einsatz für den Euro“. Die EZB sei entschlossen, innerhalb ihres Mandats „das volle Potenzial“ ihrer Werkzeuge zu nutzen.

Das PEPP soll laut EZB dazu beitragen, dass alle Wirtschaftssektoren von besseren Finanzierungsbedingungen profitieren und damit den durch die Ausbreitung des Coronavirus ausgelösten „Schock absorbieren“ können. Dies betreffe gleichermaßen Familien, Firmen, Banken und Regierungen.

Coronavirus-Pandemie: US-Autokonzerne schließen vorübergehend Fabriken in Nordamerika

Unterdessen haben die Autokonzerne General Motors, Fiat Chrysler und Ford wegen der Corona-Krise ihre Produktion in Nordamerika bis Ende März geschlossen. Dies teilten die drei Unternehmen sowie die Branchengewerkschaft UAW mit. Damit werde die Gesundheit von Gewerkschaftsmitgliedern, deren Angehörigen sowie der Bewohner der Orte geschützt, in denen die Fabriken ansässig sind, erklärte UAW-Chef Rory Gamble in einer gemeinsamen Erklärung mit Ford. Die Pandemie hat weltweit große Teile der Automobilbranche zum Erliegen gebracht.

DAX und Dow Jones erneut mit rabenschwarzem Tag 

+++ 20.21 Uhr: Die Corona-Krise sorgt weiterhin für rabenschwarze Tage an der Börse. Die beispiellose fast vierwöchige Talfahrt am deutschen Aktienmarkt setzte sich auch am Mittwoch fort. Der Dax rauschte um 5,56 Prozent auf 8441,71 Punkte abwärts. Die Stabilisierung am Vortag ist damit schon wieder Makulatur. Die Verluste seit Beginn des Börsen-Crash im Februar summieren sich mittlerweile auf über 5100 Dax-Punkte oder fast 40 Prozent. Der US-Index Dow Jones fiel unter die 20.000er-Marke.

Am Börsenparkett herrscht Panik, aber auch die Gesamtweirtschaft leidet massiv. Im deutschen Einzelhandel droht laut Handelsverband Deutschland (HDE) wegen der angeordneten Ladenschließungen eine Insolvenzwelle. „Durch massive Umsatzausfälle werden Tausende selbstständige Unternehmen und Millionen von Arbeitsplätzen vernichtet“, warnte HDE-Präsident Josef Sanktjohanser in einem Brief an Kanzlerin Merkel. Große Kauf- und Warenhausunternehmen, Fachmarktketten und tausende Mittelständler seien in ihrer Existenz massiv gefährdet. Den täglichen Umsatzausfall durch das Schließen der Geschäfte beziffert der HDE auf rund 1,15 Milliarden Euro.

Coronavirus infiziert die Wirtschaft: Ryanair streicht fast alle Flüge

+++ 15.05 Uhr: Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair streicht wegen der Coronavirus-Pandemie ab kommenden Dienstag (24.03.2020) fast alle Flüge. Dann werde es nur noch eine sehr kleine Zahl von Verbindungen zwischen Großbritannien und Irland geben, teilte das Unternehmen am Mittwoch (18.03.2020) mit. Ryanair begründete den Schritt mit den massiven Einschränkungen für Reisen in Europa im Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus.

Die US-Aktienmärkte werden weiter von der Sorge um die Corona-Pandemie erschüttert: Nach einer kurzen Erholung haben sie am Mittwoch wieder stark verloren. Nach deutlichen Vortagesgewinnen ging es wieder deutlich abwärts. Der Leitindex Dow Jones Industrial stürzte gleich nach Handelsstart unter die Marke von 20.000 Punkten.

Auch die Ölpreise sind weiter eingebrochen. Auch wenn die Verluste geringer ausfielen als an den vergangenen Handelstagen, lagen die Preise für wichtige Ölsorten zuletzt auf historisch niedrigen Niveaus. Im Mittagshandel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 27,84 US-Dollar. Das waren 89 Cent weniger als am Vortag und der niedrigste Wert seit 2016.

Coronavirus wirkt sich auf Weltwirtschaft aus: DAX erneut mit Verlusten

Update von Mittwoch, 18.03.2020, 10:26 Uhr: Am Mittwoch eröffnet die Börse in Frankfurt erneut mit Verlusten, nachdem sie sich am Vortag leicht erholt hatte. Zum Handelsstart brach der deutsche Leitindex DAX erneut um mehr als 3 Prozent ein und lag bei etwas weniger als 8600 Punkten.

Die Corona-Pandemie infiziert die Wirtschaft - auch in Deutschland. Nun reagiert die EZB mit einem Notkaufprogramm.

DAX verliert seit Beginn des Börsencrashs fast 40 Prozent

Derzeit schein ein weiterer Fall auf bis zu 8000 Punkte möglich. Die nächste Wendemarke für den Börsenindex liegt jedoch schon davor, bei 8150 Punkten. Dort lag die Höchsstände in den Jahren 2000, 2007 und 2008. Analysten nehmen diesen Bereich daher besonders in den Fokus.
Insgesamt hat der DAX seit Beginn des Börsencrashs mehr als 5000 Punkte und damit fast 40 Prozent seines Wertes verloren.

BWM schließt ebenfalls Werke

Auch BMW muss jetzt Werke schließen. Betroffen sind Produktionsstätten in Europa und Südafrika. Die Schließung soll am Mittwoch beginnen und vorerst bis zum 19. April dauern. Außerdem werde es Regelungen zur Kurzarbeit geben.

Für das Geschäftsjahr 2020 rechnet Vorstandschef Oliver Zispe schon jetzt mit deutlich weniger Gewinn. Grund sei der Nachfrageeinbruch in allen wesentlichen Märkten. Der Gewinn könnte sich nach Angaben des Konzerns halbieren. Noch am Dienstag war eine Schließung bei BMW unwahrscheinlich erschienen. VW und Audi hatte bereits Werksschließungen angekündigt.

US-Präsident Trump setzt auf Helikoptergeld

In den USA soll jetzt Helikoptergeld gegen die Wirtschaftskrise helfen. Ausgezahlt werden soll das Geld in Form von Schecks, welche an US-Bürger versendet werden. Die Aussendung soll in den nächsten zwei Wochen stattfinden, wie Finanzminister Steven Mnuchin in Washington mitteilte.

Finanzen: Olaf Scholz plant trotz Coronakrise für Haushalt 2021 vorerst mit schwarzer Null

Die Summe der geplanten Geldmenge ist noch nicht bekannt, auch die Höhe der jeweiligen Schecks werde noch ermittelt, so Mnuchin. Im Gespräch ist ein Betrag von 1000 US-Dollar für mehrere Millionen Bürger. Insgesamt sollen sich die Hilfmaßnahmen auf mehr als eine Billionen US-Dollar. Am Dienstag waren noch 850 Milliarden im Gespräch.

Helikoptergeld erhielt seinen Namen durch ein Gedankenexperiment des Ökonomen Milton Friedmann. Ursprünglich ging es um die neutralität der Geldmenge, heute wird das Wort Helikoptergeld als Anregung des Konsums durch das „bedingingslose“ in Umlauf bringen von Geld durch den Staat verstanden.

Leichte Erholung beim DAX am Dienstag

+++ 17.37 Uhr: Zum Handelsende hat der DAX gegenüber Montag an Boden gut machen können. Rund 2,7 Prozent stieg der deutsche Leitindex, verblieb aber zuletzt knapp unter der 9000-Punkte-Marke.

Die Verlierer der Vorwoche gehören jetzt zu den Gewinnern. Bis 17.30 Uhr legt Daimler 8,75 Prozent zu, RWE gewann 7,80 Prozent und BASF 6,77 Prozent. Größter Verlierer war Fresenius Medical mit 4,51 Prozent. 

Eine echte Erholung ist trotzt der leichten Gewinne aber noch nicht in Sicht. Nicht auszuschließen, dass der Aufwärtstrend nur aus Gewinnmitnahmen besteht. Analysten wie Martin Utschneider von Donner & Reuschel sagen: „Der DAX befindet sich weiter im Crash-Modus.“

Schließung der Börsen im Gespräch

Aufgrund der starken Schwankungen wurde von einigen Analysten der Vorschlag eingebracht, die Börsen komplett zu schließen. Stephen Innes, von AxiCorp will „den Stecker ziehen“. Vorbild könnte die Wallstreet sein, wo bei zu starken Tagesverlusten immer wieder Handelspausen eingelegt werden, möglich wären aber auch längerfristige Schließungen.

Stacey Cunningham, Präsidentin der New York Stock Exchange erklärte via Twitter, dass sie die Sorgen um eine Fortsetzung des Crashs verstehe. Aber die Märkte spiegelten die Sorgen der Anleger wieder und eine Schließung könnte die Panik noch vergrößern. Daher werden die Börsen wohl offen bleiben und der Ausverkauf könnte weitergehen.

Update vom Dienstag, 17.03.2020, 15.11 Uhr: US-Präsident Donald Trump will weitreichende Schritte zur Abmilderung einer Wirtschaftskrise in seinem Land ergreifen. Trump will ein Konjunkturprogramm im Wert von 850 Milliarden US-Dollar (rund 773 Milliarden Euro) aufsetzen. Details zu dem Programm sind noch nicht bekannt, es sollen aber 50 Milliarden allein für die schwer getroffene Luftfahrtbranche bereit gestellt werden.

Vorschlag der Demokraten zu Hilfen nach Börsen-Kollaps war gescheitert

Auch Steuererleichterungen für US-Bürger gelten als teil des Programms als wahrscheinlich. Das berichtete die Presseagentur AFP. Trump hatte sich bereits in der Vergangenheit für Steuererleichterungen ausgesprochen. Finanzminister Steve Mnuchin soll im Kongress für Zustimmung werben. Ein Vorschlag der Demokraten im Umfang von 100 Milliarden war an der republikanischen Mehrheit im Senat gescheitert.

Donald Trump schnürt Hilfspaket fast doppelt so groß wie Bundeshaushalt 

Während der Finanzkrise ab 2008 hatte die damalige US-Regierung ein Rettungspaket im Wert von 700 Milliarden US-Dollar auf den Weg gebracht. Zum Vergleich: Sämtliche Ausgaben der deutschen Bundesregierung, der Bundeshaushalt, belaufen sich nach Plan im Jahr 2020 auf 362 Milliarden Euro.

Update vom Dienstag, 17.03.2020, 11.38 Uhr: An den Börsen in Europa hat sich am Dienstag leichte Entspannung eingestellt. Der DAX zeigte sich zwischenzeitlich im Plus und überstieg die Marke von 9000 Punkten kurzfristig. Die Vorgaben aus Asien waren noch besser, der japanische Leitindex Nikkei legte um 5,28 Prozent zu. 

ZEW-Indikator mit massivstem Absturz seit bestehen

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) veröffentlichte am morgen die neusten Daten seiner regelmäßig stattfindenden Umfrage zu den Börsen- und Konjunkturerwartungen in Deutschland. Ergebnis ist, dass der Indikator so stark eingebrochen ist, wie seit seiner Einführung 1991 nicht mehr. Er sank von 58,2 Punkten im Februar auf minus 49,5 Punkte, wie das Institut mitteilte. Einen entsprechend tiefen Stand - bei geringerem Absturz - hatte der ZEW-Indikator im Jahr 2011 angezeigt.

Autohersteller stellen Produktion wegen Coronavirus ein

Die Automobilhersteller Audi und VW stellen ihre Produktion ein. Am Freitag soll bei VW in Wolfsburg die vorerst letzte Schicht gefahren werden. Audi wird die Produktion in „Ingolstadt, Neckarsulm, Belgien, Mexiko und Ungarn kontrolliert herunterfahren“, wie das Unternehmen seinen Mitarbeitern schriftlich mitteilte.

VW will seine Werke in Europa schließen, trotz zu befürchtender massiver Einbußen. Der Betriebsrat hatte auf eine Schließung gedrängt, nachdem es erste bestätigte Fälle in Werken gegeben hatte. Vorerst ist geplant, die Werke für zwei Wochen stillzulegen. Andere Hersteller wie Daimler und BMW produzieren derweil weiter. Unbestätigte Bilder in sozialen Netzwerken sollen zeigen, wie Mitarbeiter von Daimler in Spanien deswegen in einen wilden Streik getreten sein sollen.

Börsencrash: Dow Jones bricht um 13 Prozent ein – Schwerster Verlust seit über 30 Jahren

+++ 21.21 Uhr: Die US-Börsen haben wegen der Coronavirus-Pandemie erneut einen schwarzen Tag erlebt. An der New Yorker Wall Street brach der Leitindex Dow Jones am Montag um knapp 13 Prozent ein und endete bei rund 20.188 Punkten. Das war der stärkste Rückgang seit dem schwarzen Montag vom Oktober 1987. Der Technologie-Index Nasdaq verlor mehr als zwölf Prozent.

Bei den Anlegern macht sich große Unsicherheit über die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise breit. Der Deutsche Aktienindex (Dax) an der Börse Frankfurt schloss am Montag beim Stand von 8742 Punkten und lag damit 5,31 Prozent im Minus.

+++ 18.50 Uhr: Die Börsen in Deutschland haben sich am Montag erneut schwach gezeigt. Nach einem Anfangsverlust von mehr als 5 Prozent sank der DAX im Tagesverlauf weiter auf zeitweise unter 8500 Punkte. 

Zwar stieg der deutsche Börsen-Leitindex auch wieder auf knapp 8800 Punkte, bleib aber im Laufe des Tages unter der wichtigen Marke von 9000 Punkten, welche er am morgen nach unten durchbrochen hatte.

Fast nur Verlierer an der Börse in Frankfurt

Zu den Gewinnern trotz Börsencrash zählte Adidas. Der Sportartikelhersteller gewann am Montag 2,19 Prozent dazu. Auch die Wirecard AG legte 1,18 Prozent zu, ebenso Bayer. Der Chemiekonzern gewann 0,16 Prozent. Die Verlierer an der Börse zeigten dagegen deutlichere Zahlen. MTU und Volkswagen verloren jeweils über 12 Prozent an Wert, BMW und HeidelbergCement jeweils über 11 Prozent.

Der VDax, welcher die Volatilität im Handel anzeigt und auch als „Angstbarometer“ gilt, erreichte ein neues Allzeithoch. Der Index zeigt, wie stark die Kurse an der Börse schwanken. Je höher der Wert des VDAX, desto größer Schwankungen und Unsicherheit. Und die Aussichten sind weiterhin düster.

Börsen in den USA zeigen weiter Richtung Wirtschaftskrise

+++ 16.30 Uhr: Das Fiasko an den US-Aktienmärkten wegen der Coronavirus-Krise setzt sich weiter fort.  Nachdem der Handel am Montag zunächst für rund 15 Minuten ausgesetzt worden war, sackte der Dow Jones Industrial nach Wiederaufnahme um mehr als 12 Prozent ab. In der Folgezeit erholte sich der Leitindex etwas und notierte zuletzt noch 8,10 Prozent tiefer bei 21.306,66 Zählern. 

Der marktbreite S&P 500 verlor zuletzt 7,56 Prozent auf 2506,06 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 7,42 Prozent auf 7402,19 Zähler nach unten. Beide Indizes hatten zunächst ebenfalls prozentual zweistellig nachgegeben.

Die Maßnahmen mehrerer globaler Notenbanken verfehlten damit zunächst ihr Ziel. Am Markt hieß es, eine am Sonntag von der US-Notenbank vorgenommene Notfallaktion erhöhe derzeit sogar die Ängste vor dem Ausmaß der laufenden Corona-Krise. Die Fed hatte den Leitzins überraschend auf fast null Prozent reduziert und ein Maßnahmenpaket in Koordination mit anderen Notenbanken angekündigt.

Entscheidung der Notenbank nach Börsencrash erhöht Gefahr der Wirtschaftskrise

Die Entscheidung der Fed schickte die Aktien von US-Banken wieder auf eine steile Talfahrt. Die Papiere der im Dow notierten Branchenvertreter JPMorgan und Goldman Sachs etwa sackten um bis zu 13 Prozent ab. Für Banken macht ein niedriges Zinsumfeld das Alltagsgeschäft zum Beispiel mit Krediten weniger attraktiv.

Die Aktien von Apple kamen mit minus 9 Prozent unter Druck. Der iPhone-Hersteller hatte angekündigt, seine 460 hauseigenen Läden außerhalb Chinas für zwei Wochen zu schließen. Außerdem wurde Apple von der französischen Wettbewerbsbehörde mit einer Strafe von gut 1,1 Milliarden Euro für illegale Vertriebsvereinbarungen belegt. 

Stark unter Druck blieb derweil wegen dem Coronavirus auch weltweit die Luftfahrtbranche. Die Papiere von American Airlines, Delta und United büßten zwischen 10 und 20 Prozent ein.

+++ 15.00 Uhr: Nach massiven Kursverlusten ist der Handel an den US-Börsen zwischenzeitlich gestoppt worden. Sofort nach Handelsstart sackte der Dow-Jones-Index um knapp 10 Prozent auf 20.935 Punkte ab. Der S&P 500 brach um mehr als 8 Prozent auf 2490 Punkte ein. Für den Nasdaq 100 ging es um gut 6 Prozent auf 7502 Zähler nach unten. 

Bei diesen Ständen wurde der Handel für 15 Minuten eingefroren. Am Freitag war der Dow noch um beachtliche 9,4 Prozent gestiegen, hatte damit auf Wochensicht aber immer noch einen herben Verlust von mehr als 10 Prozent verbucht.

Coronavirus löst Wirtschaftskrise aus: Dax rauscht an Börse in den Keller

+++ 9.38 Uhr: Massive Verluste an den Börsen in Europa. Angesichts der Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie ist der Deutsche Aktienindex (Dax) erneut massiv eingebrochen. Der Dax sank zum Handelsbeginn der Börse am Montag in Frankfurt am Main erstmals seit 2016 unter die Schwelle von 9000 Punkten und verlor damit 5,57 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag. Auch in Paris und London öffneten die Börsenbarometer deutlich im Minus. 

Im weiteren Handelsverlauf weitete der Dax seine Verluste an der Börse Frankfurt zunächst weiter aus. Eine halbe Stunde nach Handelsbeginn an den Aktienmärkten der Börse lag er bei 8525,01 Punkten, einem Minus von 7,64 Prozent. Zuletzt hatte der Kurs im Jahr 2013 so niedrig gelegen. In Paris lag der CAC der 40 größten Unternehmen mit 5,9 Prozent im Minus. 

Das Börsenbarometer in London brach um 5,3 Prozent ein, in Mailand wurde ein Verlust von 5,4 Prozent verzeichnet. Die Börse in Madrid brach um knapp sieben Prozent ein. Bereits in der Vorwoche hatten die Börsen weltweit wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus historische Verluste verzeichnet.

Corona-Pandemie löst Wirtschaftskrise aus - Europäische Finanzminister beraten über Krisenpaket

Update vom Montag, 16.03.20, 8.01 Uhr: Die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten wollen an diesem Montag (15.00 Uhr MEZ/10.00 Uhr Ortszeit US-Ostküste) in einer Videokonferenz darüber beraten, wie sie die Coronavirus-Pandemie in den Griff bekommen können. 

Die Finanzminister der Eurogruppe sprechen per Videoschalte (15.00 Uhr) über ein umfassendes Krisenpaket. Schon am Vormittag (11.00 Uhr) tagt unter Leitung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) der Kabinettsausschuss zur Bekämpfung der Coronavirus-Krise. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier warb bei den Bürgern um Verständnis für Einschränkungen im Alltag.

In Chinas Wirtschaft, die seit Ende Januar praktisch zum Stillstand kam, hat die Coronakrise tiefe Spuren hinterlassen. Wie das Pekinger Statistikamt am Montag mitteilte, ging die Industrieproduktion im Januar und Februar im Vergleich zu den ersten beiden Monaten des Vorjahres um 13,5 Prozent zurück - der stärkste bislang gemessene Einbruch. Mit einem Minus von 20,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sackte auch der Umsatz im Einzelhandel ab. Die Anlageinvestitionen brachen um 24,5 Prozent ein.

Coronavirus löst Wirtschaftskrise aus: US-Notenbank senkt Leitzins

Update vom Sonntag, 15.03.2020, 22.45 Uhr: Wegen der Ausbreitung des Coronavirus senkt die US-Notenbank den Leitzins auf fast null Prozent. Die Notenbank Federal Reserve (Fed) teilte am Sonntagabend (15.03.2020, Ortszeit) mit, der Leitzins werde nun um einen Prozentpunkt auf einen Korridor von 0 bis 0,25 Prozent verringert. US-Präsident Donald Trump begrüßte den Schritt am Sonntag. Trump hatte erst am Samstag erneut gesagt, er sei nicht glücklich mit dem Zinssatz der US-Notenbank.

Trump sagte, die USA sollten keinen Leitzins haben, der höher als in anderen starken Wirtschaftsnationen sei. „Wenn man sich Deutschland anschaut, liegen sie im Prinzip unter Null, sie sind negativ. Es gibt viele Länder, die negativ sind. Japan ist negativ. Deutschland ist negativ. Andere sind negativ. Und wir zahlen höhere Zinssätze.“ In den USA wächst wegen der Auswirkungen des Coronavirus die Sorge vor einer Rezession. Erst Anfang März hatte die US-Notenbank den Leitzins um einen halben Prozentpunkt auf einen Korridor von 1 bis 1,25 Prozent gesenkt.

Update vom Sonntag, 15.03.2020, 15.46 Uhr: Nach der mehr als turbulenten Woche für DAX und Börse richtet sich der Blick auf die kommenden Tage. Diese bringt ab Montag eine Schließung der Grenzen mit sich. Eine Schließung der Börsen wäre inzwischen ebenfalls denkbar. Eine Unterbrechung des Handels wird es aber nicht geben. Dieser findet ohnehin hauptsächlich virtuell statt.

Wichtiger - auch für den DAX - könnte dagegen ein Meeting der US-Notenbank Fed am 17. und 18. März sein. Was dabei besprochen wird, ist noch nicht klar. Allerdings gibt es bereits Spekulationen über das, was verkündet werden könnte. Erwartet wird eine weitere Senkung der Zinsen, möglich wäre ein Leitwert von 0,5 Prozent, um Unternehmen weiter zu ermöglichen, günstig Geld zu leihen.

Bereits vergangene Woche war der Rahmen auf 1 bis 1,25 Prozent gesenkt worden. Dabei handelte es sich um eine Notfallmaßnahme, um ein weiteres Absinken der Börsen infolge der Corona-Krise zu bremsen. Zuletzt hatte es eine solche Maßnahme im Rahmen der Finanzkrise 2008 gegeben. Ob die erwartete Zinssenkung sich positiv auf den DAX auswirken wird, bleibt abzuwarten.

Wirtschaftskrise wegen Corona: Zinsenkung der Fed stößt auf Kritik

Kommentatoren hatten die Absenkung der Zinsen teils kritisch bewertet. Im Wall Street Journal hieß es, dass die Zinssenkung nur verdeutliche, dass die Zentralbank mit ihren bisherigen Mitteln keine Linderung herbeiführen könne. Stephen Gallagher, Analyst der Bank Société Generale, sieht die derzeitigen Risiken vor allem durch das Coronavirus verursacht, sie entfalten eine kurzfristige Wirkung. Günstiges Geld könne eher beim Ankurbeln der Wirtschaft und der Nachfrage helfen. Allerdings: Wenn das öffentliche Leben auch in den USA weiter eingeschränkt wird, wird automatisch auch die Nachfrage verringert. Es wäre also gut möglich, dass es beim DAX und an den Börsen weiterhin rau zugeht.

Stimmungsdaten zum DAX erwartet

Neben diesen Entscheidungen werden verschiedene Konjunkturbarometer einen Ausblick auf die Stimmung am deutschen Aktienmarkt und beim DAX gegeben. Diese Stimmung spiegelt der ZEW-Index des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung wider, der am Mittwoch veröffentlicht wird. Erwartet wird ein Rückgang von plus 8,7 auf minus 23,4 Punkte. Das bedeutet, dass unter den bis zu 300 für den Index befragten Analysten eine Mehrheit eine Abschwächung der Wirtschaft für wahrscheinlich hält. Der maximale Wert des Index liegt bei plus bzw. minus 100 Punkten.

Ende einer volaliten Börsen-Woche

+++ 18.55 Uhr: Der große Crash scheint fürs Erste vorüber zu sein: Die Aktienmärkte versuchen sich vom verheerenden Donnerstag (12.03.2020) zu erholen. Beim Dax blieb am Freitag (13.03.2020) nach starken Schwankungen aber ein kleines Plus übrig. Der deutsche Leitindex schloss 0,77 Prozent höher bei 9232,08 Punkten. Am Donnerstag hatte der Dax im Angesicht der Angst vor der rasanten Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 mit dem zweitgrößten prozentualen Tagesverlust in seiner gut dreißigjährigen Geschichte unter der Marke von 10 000 Zählern geschlossen. Auf Wochensicht ergibt sich ein Minus von rund 20 Prozent - das ist auch auf Wochensicht der zweitgrößte Verlust, den die Dax-Anleger je erlebt haben.

DAX nach turbulenter Woche leicht beruhigt

Die Investoren blicken auf eine der turbulentesten Wochen der Börsengeschichte zurück. Am vergangenen „schwarzen Montag“ war es für den Dax angesichts der Virusängste und eines Ölpreisschocks bereits um fast 8 Prozent abwärts gegangen. Am Donnerstag dann war der Dax trotz eines umfangreichen Hilfspakets der Europäischen Zentralbank (EZB) für die Wirtschaft des Euroraums um mehr als 12 Prozent eingebrochen. Seit Beginn des virusbedingten Börsencrashs am 24. Februar hat er inzwischen rund 32 Prozent an Wert eingebüßt.

Wirtschaftskrise wegen Corona: Wachstum der EU könnte „unter Null“ fallen

+++ 14.09 Uhr: Die Wirtschaft in der Europäischen Union wird nach Einschätzung der EU-Kommission wegen der Coronavirus-Krise dieses Jahr schrumpfen. Ursprünglich war mit 1,4 Prozent Wachstum für 2020 gerechnet worden - nun werde das Wachstum „unter Null fallen, womöglich sogar erheblich“, sagte ein hoher Kommissionsbeamter am Freitag in Brüssel.

+++ 12.42 Uhr: In der Coronavirus-Krise will die Bundesregierung den Unternehmen mit unbegrenzten Kreditprogrammen helfen. Das sagte Finanzminister Olaf Scholz (SPD) am Freitag in Berlin.

+++ 12.31 Uhr: Nun hat auch der Bundesrat im Eilverfahren dem neuen Kurzarbeitergeld zugestimmt. Mit dem Beschluss sollen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie zumindest ein wenig aufgefangen werden. 

Folgendes sieht die Regelung vor:

  • Kurzarbeit ist möglich, wenn mindestens zehn Prozent der Belegschaft von der Coronavirus-Pandemie betroffen sind
  • Der Sozialversicherungsbeitrag der betroffenen Angestellten soll den Unternehmen voll erstattet werden
  • Kurzarbeitergeld ist auch für Leiharbeiter möglich

+++ 11.18 Uhr: Nun meldet sich Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) zu Wort. So schließt er aufgrund der Corona-Pandemie eine vorübergehende Beteiligung des Staates an strategisch wichtigen Unternehmen nicht aus. Vor allem bei Firmen aus hochsensiblen Bereichen, sagt Altmaier gegenüber dem Nachrichtenmagazin Spiegel. 

Die Verkäufe des VW-Konzerns wurden durch die Corona-Epidemie schwer belastet. Wie das Unternehmen am Freitag in Wolfsburg mitteilte, sanken die weltweiten Auslieferungen während des zurückliegenden Monats im Vorjahresvergleich um 24,6 Prozent auf 546 300 Fahrzeuge. Im wichtigsten Einzelmarkt China stürzten sie um fast drei Viertel (74,0 Prozent) auf noch 60 900 Autos ab.

Wirtschaftskrise wegen Corona: Gemeinsames europäisches Projekt für Arzneimittel?

Derzeit sehe er aber keine größere Zahl von Verstaatlichungen kommen, sagte Altmaier. „Wir werden sehr genau hinschauen, welche Auswirkungen eine Pleite haben kann, und alles Erforderliche unternehmen. Unter die Arme greifen will Altmaier zudem der Pharmaindustrie, die derzeit viele Medikamente aus Asien bezieht. Es ist die richtige Idee, einseitige Abhängigkeiten zu minimieren und in sensiblen Bereichen die nationale Souveränität wiederzugewinnen“, sagte der Minister. „Ich kann mir gut ein gemeinsames europäisches Projekt für die Arzneimittelproduktion vorstellen“.

Wirtschaftsexperte über Coronavirus-Krise: „Es wird zu einem deutlichen Rückschlag kommen“ 

Update vom Freitag, 13.03.2020, 10.48 Uhr: Die Corona-Pandemie wird die Wirtschaft nach Einschätzung der Bundesbank empfindlich treffen. „Kurzfristig wird es schon zu einem deutlichen Rückschlag kommen“, sagte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitag). „Aber nach der Eindämmung des Virus wird sich die Wirtschaft wieder erholen. Allerdings ist derzeit schwer abzusehen, wann dies der Fall sein wird.“

Corona-Epidemie: „Die Reaktion der EZB ist angemessen“

Mit der Finanzkrise der Jahre 2007 bis 2009 sei die aktuelle Situation nicht vergleichbar, sagte Weidmann: „Die Krise kommt nicht aus dem Finanzsystem.“ Zudem sei das Finanzsystem heute deutlich besser aufgestellt. Um die Stabilität der Banken müsse man sich keine Sorgen machen: „Die deutschen Banken haben ihr Eigenkapital gestärkt, und Liquidität ist im Bankensystem reichlich vorhanden.“ Die Reaktion der Europäischen Zentralbank (EZB) auf die Virus-Krise nannte Weidmann angemessen. 

Die EZB hatte am Donnerstag beschlossen, die Kreditvergabe über günstige Langfristfinanzierungen für Banken anzukurbeln. Zudem steckt die Notenbank bis Jahresende 120 Milliarden Euro zusätzlich in Anleihenkäufe. Die Zinsen blieben unverändert. „Wir haben das getan, was eine Notenbank in einer Krise in erster Linie tun muss: Wir haben für eine großzügige Versorgung der Banken mit Liquidität gesorgt“, erklärte Weidmann. „Damit treten wir der Gefahr einer Kreditklemme entgegen.“

Der Bundesbank-Präsident betonte: „Derzeit stehen die Notenbanken nicht in der ersten Verteidigungslinie.“ Die Finanzpolitik sei gefordert, möglicherweise auch in Form von breiteren konjunkturellen Hilfen. „Gerade wegen der Haushaltsdisziplin der vergangenen Jahre verfügt Deutschland über einen weitgehenden Spielraum im Rahmen der bestehenden europäischen und nationalen Regeln“, sagte Weidmann.

Coronavirus-Krise: Dow Jones verzeichnet schwersten Einbruch seit 33 Jahren 

Update vom Donnerstag, 12.03.2020, 21:28 Uhr: Der US-Aktienindex Dow Jones rauscht angesichts der  Coronavirus-Krise weiter ungebremst in die Tiefe. Der Dow Jones verlor knapp zehn Prozent und verzeichnete damit den schwersten Einbruch seit 33 Jahren. Der Index büßte am Donnerstag rund 2350 Punkte ein und stand nach Handelsschluss bei etwa 21.200 Punkten. Das war der stärkste Verlust seit dem Börsencrash vom Oktober 1987. Fast ebenso starke Verluste erlitten der Technologie-Index Nasdaq und der Leitindex S&P 500.

Update vom Donnerstag, 12.03.2020, 20:55 Uhr: Die US-Notenbank Fed hat angekündigt, 1,5 Billionen US-Dollar (rund 1,34 Billionen Euro) zur Stützung der Märkte aufzuwenden. Nach einem kurzen Kursanstieg fielen der Dow Jones und der S& P500 wieder auf die Stände wie vor der Ankündigung. Beide Indizes lagen damit zuletzt bei einem Minus von über 8,5 Prozent.

Auch der Ölpreis fiel im Laufe des Tages weiter. Die Nordsee-Sorte Brent verlor über 8 Prozent, die Sorte WTI aus den USA verlor über 5 Prozent. Aufgrund des Verfalls des Ölpreises sank auch der Wert der norwegischen Krone rapide ab. Die Währung des Landes verlor gegenüber dem Euro 3,81 Prozent an Wert, gegenüber dem US-Dollar lag der Verlust bei über 4 Prozent. Norwegens Wirtschaft hängt stark vom Erdölexport des Landes ab.

Börse: Dax mit zweitgrößtem Tagesverlust seit bestehen

Update vom Donnerstag, 12.03.202 0, 17:45 Uhr: Der Handelstag der elektronischen Plattform XETRA in Frankfurt endet mit herben Verlusten für den DAX. Über 11 Prozent verlor der Index gegenüber Mittwoch. Das ist nach 1989 der zweitgrößte Tagesverlust in der Geschichte des DAX. Bei 22 Einzelwerten lagen die Verluste bei mehr als 10 Prozent. Einen Schlusskurs von unter 9.196,95 Punkten hatte der Index zuletzt im Jahr 2013. Der europäische Index EuroStoxx50 verlor bis 17:30 Uhr rund 10,4 Prozent.

Gewinner gab es keine, nur nicht so große Verlierer. Linde stand mit einem Verlust von 6,63 Prozent am besten dar, gefolgt von Beiersdorf (-6,98 Prozent) und Fresenius Medical Care (-7,66 Prozent). Größter Verlierer im DAX war Daimler mit einem Minus von 18,85 Prozent. Die Deutsche Bank verlor 18,44 Prozent und Wirecard 17,92 Prozent. Die Commerzbank verlor über 20 Prozent und liegt damit bei Bankwerten im Trend. Diese verloren überproportional stark.

Börse: Abstürze in den USA, auch bei Gold und Bitcoin

Auch der Goldpreis in Euro ist um über 3 Prozent eingebrochen. Die einige Zeit als „digitales Gold“ gehandelte Cryptowährung Bitcoin verlor mehr als 24 Prozent und sank unter 6.000 Dollar pro Stück.

In den USA endet der Handel erst um 22.00 Uhr MEZ. Bisher hatte sich auch dort keine Besserung im Tagesverlauf gezeigt. Der Dow Jones mit den 30 wichtigsten Werten an der Wall Street sank um zuletzt fast 9 Prozent auf 21.531 Punkte ab, auch der breiter aufgestellte S& P500 verlor knapp 8 Prozent auf 2.528 Punkte. Analysten gehen davon aus, dass noch tiefere Stürze möglich sind.

Börse: In den USA fallen Kurse ebenfalls weiter

Update vom Donnerstag, 12.03.2020 , 15:15 Uhr: Auch die Börsen in den USA sind inzwischen geöffnet. Dort hat sich die Talfahrt der Märkte in Europa fortgesetzt. Der S&P500 sank um mehr als 7 Prozent ab, der Dow Jones sogar um mehr als 8 Prozent. Beide Indizes setzten kurz nach dem Start wie bereits am Montag für 15 Minuten aus. Innerhalb der letzten vier Tagen verlor der Dow Jones bereits jetzt die Gewinne der letzten zweieinhalb Jahre.

Damit soll Ruhe in den Handel gebracht und eine zu schneller Verlust verhindert werden. Beim DAX gibt es einen entsprechenden Mechanismus nicht. Experten sprechen von der Gefahr einer Verselbstständigung der Kursstürze, da ein Großteil des Handels inzwischen automatisiert abläuft. Algorithmen reagieren auf Verkäufe mit weiteren Verkäufen. Wann der Abwärtstrend stoppt, ist derzeit noch nicht abzusehen.

Börse: EZB steckt Milliarden in Anleihenkäufe

Update vom Donnerstag, 12.03.2020, 14:17 Uhr: Europas Währungshüter stemmen sich mit einem umfassenden Maßnahmenpaket gegen wirtschaftliche Folgen der Coronavirus-Krise. Die Europäische Zentralbank (EZB) steckt bis zum Jahresende 120 Milliarden Euro zusätzlich in Anleihenkäufe. 

Zudem sollen besonders günstige Kredite Banken dazu bewegen, mehr Kredite zu vergeben und so besonders betroffene Branchen und Unternehmen unterstützen. Das soll vor allem kleinen und mittelgroßen Firmen helfen, mit den Folgen der Coronavirus-Epedemie umzugehen.

Bei den Zinsen beließen die Währungshüter bei ihrer Sitzung am Donnerstag in Frankfurt vorerst alles beim Alten: Der Leitzins im Euroraum bleibt auf dem Rekordtief von null Prozent, Geschäftsbanken müssen weiterhin 0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie Geld bei der EZB parken.

Börse: Der Dax stürzt ab - auch Lufthansa, Wirecard und Adidas schwer getroffen

Update vom Donnerstag, 12.03.2020, 09:48 Uhr: Auch für den Dax geht es weiter bergab. Zum Start fällt der Dax an den Börsen unter 10.000 Punkte. Das entspricht einem Minus von rund sechs Prozent. Außerdem ist Lufthansa schwer getroffen. Die Aktien fielen unter die Marke von 10 Euro und macht zehn Prozent Minus. Auch Wirecard und Rewe mussten große Verluste einstecken. 

Ebenso bekommt der Sportartikelhersteller Adidas bekommt die Auswirkungen des Coronavirus zu spüren. An den Börsen ist die Aktie um sechs Prozent gefallen. Grund für den Absturz ist das China-Geschäft, das bisher sehr lukrativ für den Hersteller war. Dort ist das Business allerdings wegen der Verbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 zwischen Ende Januar und Februar sehr eingebrochen. 

Börse: Coronavirus hat weitere wirtschaftlichen Auswirkungen auf Aktienkurse

Update vom Donnerstag, 12.03.2020, 06.30 Uhr: Die Sorgen wegen der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie haben am Donnerstag in Asien die Börsenkurse weiter deutlich absacken lassen. In Tokio sank der Leitindex Nikkei am Vormittag um 5,17 Prozent auf 18.412,24 Punkte. Der breiter angelegte Topix-Index sank um 4,78 Prozent auf 1318,96 Punkte. In Hongkong verlor der Hang-Seng-Index fast drei Prozent. Auch der Ölpreis rutschte erneut stark ab.

Direkter Auslöser der starken Kursverluste waren die Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump zur Bekämpfung der Corona-Krise. Trump hatte am Mittwochabend (Ortszeit) unter anderem ein 30-tägiges Einreiseverbot für Menschen aus Europa verkündet. Dies bedeute, dass die wirtschaftlichen Aktivitäten weiter abnehmen würden, sagte der Analyst Stephen Innes von AxiCorp.

Enttäuscht reagierten die Analysten auch auf Trumps Pläne zur Eindämmung der wirtschaftlichen Effekte der Pandemie. Der US-Präsident hatte lediglich einen Appell an den US-Kongress gerichtet, die Einkommensteuer zu senken. Auch kündigte er an, dass die Fristen für Steuerzahlungen für bestimmte Unternehmen und Gruppen von Bürgern verlängert werden sollten.

Coronavirus-Pandemie: Sorgen lassen Kurse an den Börsen absacken

Update vom Mittwoch, 11.03.2020, 21.30 Uhr: Wieder Aufregung an der US-Börse: Angesichts der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus trennten sich Anleger in großem Stil von Aktien. Der Leitindex Dow Jones Industrial weitete im Tagesverlauf die Verluste immer mehr aus und schloss 5,86 Prozent niedriger bei 23 553,22 Punkten. In den vergangenen drei Wochen wurden somit die Kursgewinne mehr als eines Jahres zunichte gemacht.

Update vom Mittwoch, 11.03.20, 13.59 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigt sich offen dafür, im Kampf gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 das Prinzip der schwarzen Null im Bundeshaushalt zu vernachlässigen. „Wir tun das, was notwendig ist“, sagt sie am Mittwoch in Berlin. So habe der Haushaltsausschuss bereits rund eine Milliarde Euro zusätzlich für Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus bereitgestellt. Es könne in dieser Lage nicht jeden Tag gefragt werden, „was bedeutet das für unser Defizit“. 

Merkel machte deutlich, dass ihre Priorität auf der Bekämpfung des Virus liege. Erst „am Ende“ werde geschaut, „was bedeutet das für unseren Haushalt“, sagte sie. „Das andere geht jetzt vor.“ Zugleich wies die Kanzlerin darauf hin, dass Deutschland finanziell insgesamt „relativ robust“ aufgestellt sei. 

Führende Ökonomen in Deutschland hatten zuvor umfangreiche Maßnahmen zur Vermeidung einer Rezession gefordert. Sie plädierten unter anderem für eine Abkehr von der schwarzen Null.

Börse am Mittwoch: Dax erholt sich leicht

Für den Dax ging es am Mittwoch (11.03.20) bis zur Mittagszeit um 1,35 Prozent auf 10 617,10 Punkte nach oben - damit gab der deutsche Leitindex einen Teil der Gewinne vom Vormittag wieder ab. Zu Wochenbeginn hatte das deutsche Börsenbarometer mit einem Minus von fast 8 Prozent den größten Verlust seit den Terroranschlägen am 11. September 2001 erlebt.

Die schwer gebeutelten Kurse vieler Autohersteller schlugen einen Erholungskurs ein: Daimler, Volkswagen und BMW legten zwischen 1,5 und 2,5 Prozent zu. Auch für die Aktien der Energiekonzerne Eon und RWE ging es wieder spürbar nach oben mit Gewinnen zwischen 3 und 4 Prozent.

Börse: Am Dienstag verpufft ein US-Hilfspaket an Europas Börsen

Update vom Dienstag, 10.03.20, 18.00 Uhr:An Europas Börsen verpufften die Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump am Dienstag weitgehend. So büßte der deutsche Leitindex Dax nach einem sehr nervösen Handel zwischenzeitliche Gewinne von fast 4 Prozent ein und schloss 1,41 Prozent tiefer bei 10 475,49 Punkten.

Nach dem Schwarzen Montag an den globalen Finanzmärkten hat ein erwartetes US-Hilfspaket gegen die Folgen der Coronavirus-Krise lediglich die Anleger an der Wall Street und in Asien beeindruckt.

Börse: Der Dax stabilisiert sich - genauso wie der Ölpreis

Update vom Dienstag, 10.03.20, 09.59 Uhr: Aktuell sieht es so aus, als würde sich die Talfahrt vom Montag am Dienstag nicht fortsetzen. Zum Handelsstart an der Börse in Frankfurt am Main stieg der Dax um rund 0,9 Prozent auf 10.724,98 Punkte. Die meisten der 30 dort gelisteten Unternehmen legten leicht zu. Auch in Paris steigt der Leitindex zum Handelsbeginn um rund 1,3 Prozent, an der Londoner Börse lag der Index FTSE 100 kurz darauf bei plus 1,8 Prozent.

Infolge einer Stabilisierung des zuletzt eingebrochenen Ölpreises verzeichneten die Börsen der Golfstaaten wieder deutliche Anstiege - von drei Prozent in Katar bis 6,6 Prozent in Kuwait. Die russische Börse startete am Dienstagmorgen allerdings mit einem Kurseinbruch des Index RTS um mehr als zehn Prozent in ihre Handelswoche. 

Seit Wochen dominiert an den Handelsplätzen die Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise. Dazu kam in den vergangenen Tagen der Streit zwischen den großen Ölproduzenten Saudi-Arabien und Russland - Riad will die Fördermenge reduzieren, um den Preis zu stabilisieren, Moskau lehnt das ab.

Wie es in den USA aussieht, wird sich erst am Nachmittag (MEZ) zeigen. Die Wall Street hat noch nicht geöffnet. 

DAX kann kaum Boden gut machen - Aussichten bleiben düster

Update vom Montag, 09.03.2020, 17.50 Uhr: Der Handel beim DAX endet mit einem verlustreichen Tag. Im Laufe des Tages kam es nur zu geringen Erholungen. Kurz vor Schluss lag der deutsche Leitindex noch immer bei einem Minus von 7,01 Prozent. 

Leichte Erholung bei DAX und US-Indizes

Größter Verlierer im DAX bleibt die Deutsche Bank mit einem Verlust von mehr als 11 Prozent und sank auf ein Rekordtief von zwischenzeitlich 5,61 Euro pro Aktie. Kurz dahinter folgte im DAX der Autobauer Daimler mit mehr als 10 Prozent Verlust. Die Commerzbank verlor rund 13 Prozent.

In den USA konnten sich einige Kurse im Laufe des Vormittags erholen. Der S&P500 grenzte seine Verluste auf zuletzt 5,50 Prozent ein. Der Industrieindex Dow Jones blieb bei mehr als 6 Prozent Verlust, der Technologieindex NASDAQ erholte sich auf 4,62 Prozent.

Sorgen beim DAX bleiben groß

Stark gestiegen ist der Volatilitätsindex V-DAX. Dieser legte um 37,39 Prozent zu, zeitweise noch stärker. Das lässt darauf schließen, dass die Nervosität bei Anlegern weiterhin groß ist.

Für den Dienstag rechnen einige Analysten mit weiteren Verkäufen. Der Chef-Marktanalyst von CMC Markets, Jochen Stanzl hält ein Abrutschen des DAX unter 9000 Punkte für möglich.

Rohstoffe fallen zum Handelsschluss beim DAX

Der Goldkurs konnte nicht von der Panik profitieren. Das Edelmetall fiel im Tagesverlauf um 1,50 Prozent und lag um 17.00 Uhr bei 1.458,07 Euro pro Feinunze.

Der Öl-Preis für die Nordseesorte Brent fiel bis Handelsschluss in Frankfurt auf 46,01 US-Dollar und war damit 8,46 Prozent weniger wert, als noch am Vortag.

Wallstreet nimmt Handel nach kurzer Pause wieder auf

Update vom Montag, 09.03.2020, 15.52 Uhr: Nachdem einer der wichtigste Aktienindizes in den USA, der S&P500, für eine Viertelstunde vom Handel ausgesetzt wurde, hat er diesen wieder aufgenommen. Der Stopp war automatisch ausgelöst worden, nachdem der Kurs um 7 Prozent eingebrochen war. 

Ein erneute Pause würde bei einem Tagesverlust von 13 Prozent erfolgen. Bei einem Abrutschen von 20 Prozent und mehr würde der Handelstag vorzeitig beendet. So sollen zu große Verluste verhindert und den Händlern Zeit zur Besinnung gegeben werden.

DAX startet mit „Schwarzem Montag“ in die Woche

Der Deutsche Aktienindex DAX ist am Montag mit einem deutlichen Minus in den Handelstag gestartet. Dem DAX drohen die größten Tagesverluste seit 1989. Grund waren neben Sorgen um eine weitere Konjunktureintrübung in Folge der Corona-Epidemie auch schwache Vorgaben aus Asien und der Preiskampf beim Rohöl. Händler sprechen von einem „Schwarzen Montag“.

DAX und andere deutsche Indizes verlieren mehr als 6 Prozent

Die Verlierer im DAX waren die Deutsche Bank und Daimler mit jeweils mehr als 12 Prozent Verlusten. Das größte deutsche Bankhaus verlor zeitweise sogar über 15 Prozent. Der DAX selbst lag mit Werten um 10.500 Punkte rund 22 Prozent tiefer als zu seinem Rekordhoch vom 19.02.2020.

Im M-DAX brachen die Commerzbank, Halbleiterhersteller Siltronic und die Großhandelskette Metro ebenfalls um mehr als 12 Prozent ein. Auch S-Dax und Tec-DAX lagen im Minus. Alle größeren deutschen Indizes verzeichneten bis zum Mittag mehr als 6 Prozent Rückgang.

„Panikmodus“ an den Börsen und beim DAX

Über das Wochenende hatten sich die wirtschaftlichen Aussichten verschlechtert. In Italien - der drittgrößten Volkswirtschaft der EU - sind weite Teile des wirtschaftlich starken Nordens des Landes abgeriegelt. Auch die Finanzmetropole Mailand liegt im Corona-Schutzgebiet. Analysten erwarten eine Erholung erst mit einem Rückgang der Neuinfektionen. Diese wiederum steht wahrscheinlich erst mit wärmeren Temperaturen an. Analyst Christoph Geyer sprach in einer Mitteilung der Börse Frankfurt von einem „Panikmodus“.

Schwache Vorgaben für den DAX aus Japan

Der japanische Nikkei-Index hatte am Montag über 6 Prozent verloren und damit die psychologisch wichtige Marke von 20.000 Punkten nach unten durchbrochen. In Japan bestimmt die Sorge vor einem sich abschwächenden Innen- und Außenhandel die Märkte und lieferte schlechte Vorgaben für den DAX. Gleichzeitig stieg der Yen als Fluchtwährung gegenüber dem US-Dollar und bringt damit die auf Export ausgerichtete Wirtschaft weiter in Bedrängnis. Auch die Shanghaier Börse und der Hang Seng in Hongkong hatten nachgegeben.

Preiskampf beim Rohöl belastet DAX ebenfalls

Auch der Preiskampf beim Rohöl belastet die Kurse. Die Verhandlungen der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) hatte am Wochenende vergeblich über eine Drosselung der Förderquoten verhandelt. Saudi Arabien senkte nach Abbruch der Verhandlungen die Preise so stark, wie seit 30 Jahren nicht mehr. Damit soll einer sinkenden Nachfrage infolge eines Konjunktureinbruchs durch Corona entgegen gewirkt werden.

Nach DAX-Crash: Handel auch in USA ausgesetzt

Vorbörslich notierten Öl-Aktien an den US-Märkte daraufhin mit teilweise über 30 Prozent Minus. Der S&P 500 sank um 5 Prozent, bis zum vorbörslichen Limit. Aufgrund der Entwicklungen wurde der Handel an der Wallstreet vorläufig ausgesetzt.

Derweil plant das Mainzer Biotechnologie-Unternehmen „BioNtech“ in Kooperation mit dem Unternehmen „Fosun Pharma“ aus Shanghai die Entwicklung eines Impfstoffes gegen die durch das Virus Sars-CoV-2 ausgelöste Krankheit Covid-19.*

Corona hat der Wirtschaft eine beispiellose Talfahrt beschert. Das Gute daran ist, dass die Wirtschaftskrise durch das Coronavirus eine Chance für das Bedingungslose Grundeinkommen* birgt. Der Kommentar.

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