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Wettrennen mit Tesla: VW will Sportwagentochter Porsche an die Börse bringen

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Von: Patrick Freiwah, Thomas Schmidtutz

Volkswagen will den legendären Sportwagenbauer Porsche an die Börse bringen. Das teilte Europas größter Autokonzern anhand einer Pflichtveröffentlichung mit.

Wolfsburg/Stuttgart - Volkswagen* will seine Tochter Porsche an die Börse bringen. Man befinde sich „in fortgeschrittenen Gesprächen über einen möglichen Börsengang der Porsche AG“, teilte Europas größter Autobauer am Dienstagvormittag mit. Eine entsprechende Eckpunkte-Vereinbarung sei verhandelt. Sie bilde die Basis für die weiteren Schritte, hieß es. Die endgültige Entscheidung stehe dem Vernehmen nach jedoch noch aus.

VW will Porsche-Tochter an die Börse bringen - Was der Deal mit Tesla zu tun hat

Was steckt hinter den Plänen? Der größte Anteilseigner an Volkswagen ist bereits die börsennotierte Porsche Automobil Holding SE. Nun steht der Börsengang der eigentlichen Sportwagenmarke Porsche im Raum. Damit die benannte Eckpunkte-Vereinbarung umgesetzt werden kann, ist noch die Zustimmung des Vorstandes sowie des Aufsichtsrates der beiden Firmen notwendig.

Der Börsengang von Porsche soll dem Vernehmen nach frisches Geld in die Kassen von VW spülen, um die ambitionierten Pläne im Bereich Elektromobilität weiter voranzutreiben. Hier spielt der Wettkampf mit US-Autobauer Tesla eine wesentliche Rolle, der in den vergangenen Jahren auch mithilfe der New Yorker Börse Nasdaq Mega-Rendite erwirtschaften konnte.

Elektrifizierung: Porsche investiert halbe Milliarde Euro in Stammwerk

Erst kurze Zeit zuvor wurde bekannt, dass Porsche* offenbar rund eine Milliarde Euro investieren möchte, um die Produktion im Stammwerk Zuffenhausen für die Elektrifizierung der Baureihe 718 zu modernisieren. Wie die Automobilwoche schilderte, möchte der Sportwagenbauer die Nachfolge-Generation der Kompaktsportler Cayman und Boxster als E-Varianten fertigen.

Hierbei handelt es sich nach dem reinrassigen E-Auto Taycan um die zweite Mega-Investition für den heimatlichen Produktionsstandort. Die Fertigung der nächsten Elektro-Modellreihe soll 2023 etwa zeitgleich beginnen, wenn auch die Produktion des SUV Porsche Macan Elektro in Leipzig beginnt.

Porsche-Studie zum Taycan im Jahr 2020: VW will die ruhmreiche Tochter an die Börse bringen (Symbolbild)
Porsche-Studie zum Taycan im Jahr 2020: VW will die ruhmreiche Tochter an die Börse bringen (Symbolbild). © Arnulf Hettrich/Imago

Der aktuelle Fahrplan der sportlichen VW-Tochter Porsche sieht vor, dass bei dem Hersteller bis zum Jahr 2030 etwa zwei Drittel der verkauften Fahrzeuge elektrisch sein werden. Dass diese Antriebsgattung in der Gesamtrechnung jedoch wirklich nachhaltiger ist als Verbrenner, darüber streiten sich selbst Wissenschaftler. Und selbst VW hält sich weitere Wege* offen. (utz/pf) *Merkur.de ist Teil von IPPEN.MEDIA.

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