Airbus-Subventionszwist

Trump legt im Handelsstreit nach: US-Präsident verordnet Strafzölle auf beliebtes deutsches Produkt

Strafzölle für Deutschland: Die USA zeigen sich zwar gesprächsbereit in puncto Handelsstreit mit der EU, machen nun aber dennoch Anpassungen bei den Strafzöllen.

  • Der Handelstreit zwischen den USA und der EU dauert weiter an.
  • Nun gibt es jedoch zumindest positive Entwicklungen.
  • Nichtsdestotrotz verortnete US-Präsident Donald Trump* nun Strafzölle auf ein deutsches Produkt.

Washington - Neue Entwicklungen im Handelsstreit zwischen den USA und der Europäischen Union. Die Vereinigten Staaten verzichten zwar weitgehend auf gravierende Zollerhöhungen, nehmen jedoch gleichzeitig Änderungen an der Liste der entsprechenden Produkte vor. Dabei trifft es auch Deutschland.

USA: Donald Trump legt im Handelsstreit mit der EU nach: Strafzölle auf deutsches Produkt

Grundlage der Strafzölle der USA ist ein Urteil der Welthandelsorganisation (WTO) wegen jahrelanger rechtswidriger Subventionen für den Flugzeugbauer Airbus. Es ermöglicht Washington Zusatzabgaben von bis zu 100 Prozent auf Waren im Wert von 7,5 Milliarden Dollar (umgerechnet 6,7 Milliarden Euro) zu erheben. Bereits im vergangenen Oktober waren von den USA deswegen Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf zahlreiche Produkte aus Europa erlassen worden. Betroffen sind zum Beispiel Wein aus Deutschland und Frankreich, Parmesan aus Italien und Olivenöl aus Spanien. Auf Flugzeugimporte gibt es eine Sonderabgabe in Höhe von 15 Prozent.

USA: Anpassung der Strafzölle - ab 1. September trifft es Marmelade aus Deutschland

Bei der nun durchgeführten Anpassung wurden griechischer Käse und Kekse aus Großbritannien von der Liste genommen, gleichzeitig aber auch ein Produkt aus Deutschland neu integriert. Fortan verrichten die USA Strafzölle auf Marmelade aus der Bundesrepublik. Gleiches soll für entsprechende Produkte aus Frankreich gelten. Die neuen Regelungen gelten ab 1. September.

Die EU-Kommission hat nun aber erst einmal erleichtert auf das die vergleichsweise milden Anpassungen reagiert. „Die Kommission würdigt die Entscheidung der USA, den anhaltenden Flugzeugstreit nicht durch eine Erhöhung der Zölle auf europäische Produkte zu verschärfen“, sagte eine Sprecherin der Brüsseler Behörde am Donnerstag. Aus Sicht der EU sollte man nun auf dieser Entscheidung aufbauen und die Bemühungen um eine Verhandlungslösung für die anhaltenden Handelsstreitigkeiten intensivieren. Der zuständige EU-Kommissar Phil Hogan (Irland) werde seine Bemühungen dahingehend fortsetzen.

USA: Trumps Handelsstreit mit Europa - auch EU denkt an neue Strafzölle auf US-Produkte

„Die derzeitige wirtschaftliche Abkühlung und insbesondere ihre Auswirkungen auf den Flugverkehr und den Luftfahrtsektor machen es besonders dringend, den Streit beizulegen“, sagte die Sprecherin. Sollten die USA aber langfristig an den Sonderabgaben festhalten, will auch die EU neue Strafzölle auf US-Produkte verhängen. Basis soll sein, dass WTO-Schlichter auch rechtswidrige Subventionen für den Airbus-Konkurrenten Boeing festgestellt haben. Die EU rechnet deswegen im Herbst auch mit der Genehmigung von Strafmaßnahmen in Milliardenhöhe. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Brendan Smialowski / AFP

Das könnte Sie auch interessieren