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Ukraine News – Ifo-Experten: „Ein Ölembargo sollte nicht ewig aufgeschoben werden“

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Demonstranten in München fordern ein Ölembargo und Gasembargo. Das ifo-Institut erklärt, dass ein Ölembargo gegen Russland „nicht ewig aufgeschoben werden“ solle. © Wolfgang Maria Weber/Imago

Die Ausgaben für Rohstoffe und Energie steigen wegen des Ukraine-Krieges kräftig. Das ifo-Institut erklärt, dass ein Ölembargo gegen Russland „nicht ewig aufgeschoben werden“ solle.

Update vom 22. April, 09.45 Uhr: Die Europäische Union befindet sich nach Einschätzung des Münchner Ifo-Instituts bei der Frage eines Öl-Embargos gegen Russland in einer „Zwickmühle“. Mehr Zeit verstreichen zu lassen, würde der EU die Möglichkeit geben, „sich besser vorzubereiten“, erklärte das Münchner Forschungsinstitut am Freitag. So könnten alternative Energiequellen organisiert, die Nachfrage gesenkt und die Logistik optimiert werden.

„Andererseits sollte ein Ölembargo auch nicht ewig aufgeschoben werden“, fuhren die Experten fort. Sonst könnte nicht nur Russland andere Abnehmer finden, „während die Einnahmen aus der EU weiter fließen“ sondern es würden auch die Anreize in den EU-Staaten verringert, sich auf einen Stopp der russischen Energieversorgung vorzubereiten.

Wegen des russischen Kriegs in der Ukraine hatten die EU-Staaten bereits ein Importverbot für russische Kohle beschlossen. Es mehren sich aber Forderungen, auch andere Energielieferungen aus Russland zu stoppen, etwa Öl und Gas. Gerade Deutschland ist allerdings sehr abhängig von russischen Gaslieferungen.

„Bei Öl gehen wir davon aus, dass ein Rückgang der russischen Lieferungen durch andere Quellen ausgeglichen werden kann“, erklärte das Ifo. Dies für Kohle und Öl gleichzeitig zu ermöglichen, während Engpässe bei russischem Gas drohen, sei jedoch „eine Herausforderung“. Ein Öl- oder Gasembargo würde indes Russland „wesentlich härter treffen als das Kohle-Embargo“.

Die Diskussion wird auch immer wieder vor dem Hintergrund stark steigender Energiepreise geführt, zu denen der Krieg zusätzlich enorm beiträgt. „Grundsätzlich sind hohe Energiepreise in der aktuellen Situation wichtig, da sie Verbrauchern und Unternehmen signalisieren, weniger Energie zu verbrauchen“, erklärte das Wirtschaftsinstitut dazu. Der Staat müsse aber ärmere Haushalte stützen und auch die Belastungen für Unternehmen verringern.

Ukraine News: Nestlé macht mehr Geschäft – und erhöht die Preise

Update vom 21. April, 14.08 Uhr: Der Lebensmittelriese Nestlé hat im ersten Quartal vor allem dank höherer Preise deutlich mehr Geschäft gemacht als erwartet. Der Konzern will angesichts anziehender Kosten für Rohstoffe und Logistik die Preise auch weiter anheben. „Die Kosteninflation steigt weiterhin kräftig an, weshalb im Verlauf des Jahres weitere Preisanpassungen und eindämmende Maßnahmen erforderlich sein werden“, sagte Konzernchef Mark Schneider am Donnerstag laut Mitteilung. Die Jahresziele für das Wachstum behielt das Management bei.

Russland rechnet der Konzern aus dem organischen Wachstum mittlerweile heraus, merkte aber an, dass das Wachstum inklusive der Region noch höher gelegen hätte. Nach deutlicher Kritik hatte Nestlé im März beschlossen, in Russland künftig nur noch wichtige Waren wie Babynahrung oder medizinische Ernährung verkaufen zu wollen. Unter anderem Marken wie Kit Kat und Nesquik verschwinden damit aus den Supermarktregalen in dem Land.

Vor allem die um 5,2 Prozent erhöhten Verkaufspreise des weltgrößten Nahrungsmittelkonzerns gaben bei der Umsatzentwicklung Schub, das Mengenwachstum lag bei 2,4 Prozent. Bei den Preisanpassungen sei Nestlé „verantwortungsvoll“ vorgegangen, sagte Schneider. Die Preiserhöhungen im ersten Quartal spiegelten den Kostendruck wider.

Edeka legt im zweiten Corona-Jahr beim Umsatz zu – Ukraine-Krieg als Herausforderung

Update vom 21. April, 12.00 Uhr: Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka hat auch im zweiten Corona-Jahr ein kräftiges Wachstum verzeichnet. Der Umsatz des genossenschaftlichen Verbundes stieg um 4,7 Prozent auf 34,7 Milliarden Euro, wie aus den am Donnerstag in Hamburg vorgelegten Zahlen hervorgeht. Demnach legte auch der Umsatz der Billigkette Netto Marken-Discount um rund ein Prozent auf 14,7 Milliarden Euro zu. Insgesamt habe der Edeka-Verbund mit über 11.100 Märkten und rund 40.000 Mitarbeitern sein Umsatzvolumen um 2,9 Prozent auf 62,7 Milliarden Euro gesteigert.

Im laufenden Geschäftsjahr stehe man vor Herausforderungen, sagte Mora weiter, vor allem angesichts des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine und den damit verbundenen explodierenden Energiepreisen sowie der weiter steigenden Inflation.

„Steigende Verbraucherpreise dürfen aber nicht als Alibi der Industriekonzerne dienen, um ihre Renditen mit überhöhten Preisforderungen zu maximieren“, betonte Mosa. Daher werde Edeka in Verhandlungen mit den Herstellern vermeidbare Preiserhöhungen abwenden. Nicht vermeidbare Preiserhöhungen dürften nicht allein den Verbrauchern aufgebürdet, sondern müssten in der gesamten Wertschöpfungskette verteilt werden.

Ukraine-Krieg: Exporte nach Russland um mehr als die Hälfte eingebrochen

Update vom 21. April, 10.04 Uhr: Die deutschen Exporte nach Russland sind im ersten Monat nach Beginn des Ukraine-Krieges um mehr als die Hälfte eingebrochen. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes* vom Donnerstag verringerten sich die Ausfuhren unter anderem wegen der Sanktionen gegen Moskau im März gegenüber dem Vorjahresmonat um 57,5 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro.

Damit lag die Russische Föderation nur noch auf Rang 12 der wichtigsten Länder für deutsche Exporte außerhalb der Europäischen Union (EU). Im Februar hatte Russland noch Rang 5 belegt. Die mit Abstand größte Absatzregion für Waren „Made in Germany“ ist die EU, die in den vorläufigen Daten nicht enthalten ist.

Ukraine-Krieg: Ölpreise legen zu – Nachlassende Nachfragesorgen stützen

Update vom 21. April, 09.03 Uhr: Die Ölpreise sind am Donnerstag gestiegen. Marktbeobachter verwiesen auf nachlassende Nachfragesorgen, die für Auftrieb bei den Notierungen am Ölmarkt sorgen. Jüngste Maßnahmen in China zur Bekämpfung der Corona-Pandemie wurden etwas zurückgefahren. Außerdem seien die Preise durch sinkende Lagerbestände in den USA gestützt worden.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 107,81 US-Dollar. Das waren 1,02 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 94 Cent auf 103,13 Dollar.

Zuletzt hatten die Folgen des Kriegs in der Ukraine die Ölpreise stark steigen lassen. Zudem sind in den USA die Vorräte an Rohöl zuletzt deutlich gefallen. Die Lagerbestände sanken in der vergangenen Woche nach Angaben der Regierung im Vergleich zur Vorwoche um 8,0 Millionen Barrel auf 413,7 Millionen Barrel. Analysten hatten hingegen einen Anstieg um 3,0 Millionen Barrel erwartet. Sinkende US-Ölreserven stützen in der Regel die Ölpreise. (lma/dpa/AFP)

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