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Tesla-Gigafactory: Elon Musk legt sich mit Behörden in Brandenburg an

  • VonLukas Zigo
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Die Tesla-Gigafactory in Brandenburg sollte diesen Monat die Autoproduktion aufnehmen. Zu Elon Musks Unmut wird das durch Formfehler und Regularien verhindert.

Berlin – Elon Musk*, Tesla-Gründer, SpaceX-CEO* und Vollblut-Unternehmer ist bekanntermaßen kein Fan von übermäßiger Bürokratie und Regularien. Geht es nach ihm sind diese nichts weiter als Hürden, die es zu überwinden gilt, auf dem Weg zur Schaffung eines erfolgreichen Industrie-Stadtorts. Als die Nachricht die Runde machte, Musk würde eine Tesla-Gigafactory nahe Berlin bauen wollen, fragten sich viele, ob der in sehr hohem Tempo agierende Musk sich damit arrangieren könne.

Und in der Tat war es bis zu diesem Punkt ein kleines Martyrium* für den Unternehmer, sich durch deutsche Bau-Regularien und Auflagen zu winden. Dann, im Oktober 2020 sollte endlich alles erledigt sein*, der aktuelle Genehmigungsschritt war bereits überwunden. Doch dann reichte der US-amerikanische Automobilkonzern Tesla stark veränderte Pläne für die Gigafactory ein. Teil davon war neuerdings eine Batterie-Fertigung, welche eine zweite Erörterung der Einwendungen erforderte.

Armin Laschet (l), und Elon Musk vor dem Haupteingang der Tesla Gigafactory.

Berlin-Brandenburg: Elon Musk enttäuscht über Rückschläge bei Baugenehmigungen

Diese zweite Erörterung sollte nun Anfang November stattfinden und Baufortschritt ermöglichen. Ein Formfehler sorgte jedoch für ein erneutes Verschieben des Termins. Zu spät wurde die Ankündigung für die erste Runde der Erörterung veröffentlicht. Die knapp 900 Seiten wurden nur zehn Tage vor Beginn veröffentlicht. Hierzu hätten sich die mehr als 800 Einwender in einer Online-Konsultation äußern sollen. Wegen des kurzen Zeitraums hatten Umweltverbände protestiert und damit eine Verschiebung erwirkt. Die Einwender haben jetzt drei Wochen Zeit, um sich mit dem Dokument zu befassen.

Wenig begeistert davon zeigte sich Tesla CEO Elon Musk, welcher eigentlich noch im laufenden Monat mit einem Produktionsstart in Grünheide gerechnet hatte. Er reagierte auf einen Artikel über die Verschiebung der Erörterung auf Twitter nur mit einem „Sigh“ (zu Deutsch: „Seufz“) und fügte an, dass das, was „die“ machten, einfach nicht richtig sei. Er bezieht sich damit wohl auf die Einwände der Umweltverbände, welche im Artikel des Tesmanian als Schuldige für die Verzögerung ausgemacht wurden. So recht scheint sich Musk also noch immer nicht an die Genehmigungsabläufe in Deutschland gewöhnt zu haben.

Tesla-Gigafactory in Berlin könnte weiterhin dieses Jahr die Produktion aufnehmen

Die Auswirkung der Erörterung sollte jedoch nur wenig Auswirkung auf den Produktionsstart in der Brandenburger Gigafactory haben. Das Verfahren wird am 22. November beendet sein. Läuft dabei alles glatt für Tesla, so kann weiterhin mit einem Auslieferungsbeginn noch vor Jahreswechsel gerechnet werden. (Lukas Zigo) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa

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