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Ukraine-Krieg: Stimmung in der deutschen Wirtschaft stürzt ab – ifo-Geschäftsklima bricht ein

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Roboter in der Autoproduktion: Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich zuletzt unerwartet kräftig eingetrübt.
Roboter in der Autoproduktion: Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich zuletzt unerwartet kräftig eingetrübt. © Daniel Josling/dpa

Der Ukraine-Krieg trübt die Stimmung in den deutschen Unternehmen kräftig ein. Der ifo-Geschäftsklima-Index gibt im März unerwartet kräftig nach.

München - Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich angesichts des Ukraine-Kriegs stärker verschlechtert als befürchtet. Das Ifo-Geschäftsklima, Deutschlands wichtigstes Konjunkturbarometer, fiel von Februar auf März um 7,7 Punkte auf 90,8 Zähler, wie das ifo-Institut am Freitag mitteilte. Experten hatten dagegen im Vorfeld im Schnitt mit einem Rückgang auf 94,2 Punkten gerechnet.

„Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist eingebrochen“, kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Unternehmen in Deutschland rechneten mit harten Zeiten. Besonders stark trübten sich die Erwartungen der Unternehmen ein, die aktuelle Lage verschlechterte sich dagegen moderater. Das Geschäftsklima trübte sich in allen betrachteten Bereichen ein. Im verarbeitenden Gewerbe sei es so stark gefallen wie noch nie, erklärte das Ifo-Institut.

ifo-Geschäftsklima: Ökonomen sehen wachsende Rezessionsgefahr

„Die Stimmungseintrübung kommt angesichts der Kriegsfolgen nicht überraschend“, sagte Ralf Umlauf, Analyst der Landesbank Hessen-Thüringen. Nach Einschätzung von Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank, ist die Botschaft eindeutig: Die deutsche Wirtschaft rutsche mit hoher Wahrscheinlichkeit in die Rezession. Die stark gestiegenen Energiekosten, die an Schärfe gewonnene Lieferkettenproblematik und die immer noch nicht verdauten wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie wiesen die deutsche Wirtschaft in die Schranken.

„Wie sich die Dinge innerhalb nur eines Monats doch ändern können“, kommentierte Jörg Zeuner, Chefökonom von Union Investment. Nachdem sich im Januar und Februar noch Zuversicht breitgemacht habe, überwiege jetzt der Pessimismus. „Ein Großteil der Unternehmen blickt mit viel Skepsis in die nächsten Monate. Man kann es ihnen angesichts der jüngsten Entwicklungen kaum verdenken.“ (dpa) Merkur.de ist Teil von IPPEN.MEDIA

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