Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat Geschäftsräume von Mitsubishi durchsuchen lassen.
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Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat Geschäftsräume von Mitsubishi durchsuchen lassen.

Abgas

Razzia bei Mitsubishi - Verdacht auf Manipulation bei Dieselmotoren

Nun steht auch Mitsubishi am Diesel-Pranger. Die Motoren des japanischen Herstellers sollen nur auf dem Prüfstand zulässige Grenzwerte einhalten.

  • Trickserei bei Mitsubishi?
  • Verdacht auf illegale Motorsoftware
  • Zehn Objekte durchsucht

Frankfurt/Main - Der japanische Autohersteller Mitsubishi steht unter dem Verdacht, Diesel-Käufer mit illegalen Abschalteinrichtungen betrogen zu haben. Bei einer Razzia in vier Bundesländern durchsuchten Ermittler  Geschäftsräume der deutschen Mitsubishi-Niederlassung, einer Tochtergesellschaft und zwei großer Zulieferer. Der Zulieferkonzern Continental bestätigte in Hannover Informationen der „Wirtschaftswoche“, dass das Unternehmen als Zeuge in dem Verfahren geführt wird.

Es geht laut Mitteilung der Frankfurter Justiz um den Vorwurf des Betruges mit illegalen Abschalteinrichtungen bei Vierzylinder-Diesel-Fahrzeugen mit den Abgasnormen Euro 5 und 6. Diese sollen möglicherweise erkennen, ob sich das Fahrzeug auf einem Prüfstand befindet. Die Grenzwerte besonders für Stickoxide würden dann zwar auf dem Prüfstand, nicht jedoch im Realbetrieb eingehalten.

Mitsubishi: Zehn Objekte  in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Niedersachsen und Bayern durchsucht

Insgesamt seien zehn Objekte in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Niedersachsen und Bayern durchsucht worden, teilte die Staatsanwaltschaft Frankfurt mit. Neben der Mitsubishi-Deutschlandzentrale in Friedberg/Hessen gab es Einsätze in Frankfurt am Main, im Main-Taunus-Kreis, im Landkreis Darmstadt-Dieburg, in Hannover, in Regensburg, im Kreis Freising und im Kreis Heinsberg. Dort sollten Beweismittel gewonnen werden. 

Die Ermittler forderten Käufer von Mitsubishi-Dieselfahrzeugen auf, sich als Zeugen zur Verfügung zu stellen. Sie sollten Kaufvertrag sowie Fahrzeugschein und -brief mit zu einer örtlichen Polizeidienststelle bringen. Dort könnten sie auch Strafanzeige stellen. Betroffen sind Dieselfahrzeuge mit 1,6 Litern Hubraum ab September 2015 und mit 2,2-Liter-Maschinen ab November 2012. Bei einem erhärteten Verdacht drohen den Kunden laut Justiz Fahrverbote und sogar die Stilllegung ihrer Fahrzeuge.

Mistubishi äußert sich nicht

Mitsubishi bestätigte die Durchsuchungen. Inhaltlich äußerte sich die Importgesellschaft zunächst nicht. Das  Unternehmen hatte bereits im Jahr 2016 Manipulationen bei Abgasmessungen eingeräumt. Allerdings ging es damals um Benziner, die nicht nach Deutschland geliefert worden seien.

Continental ist nach Bosch global der zweitgrößte Autozulieferer. Der Dax-Konzern aus Hannover baut seine Strukturen und Angebote derzeit stark in Richtung Elektronik, Sensorik, Elektromobilität und Software um. Seine Antriebssparte hat aber beispielsweise auch Techniken zur Abgasnachbehandlung und Katalysatoren im Programm. Ebenso liefert das Unternehmen Kunden aus der Autoindustrie Bauteile zur Einspritzung von Harnstoff-Lösungen („AdBlue“) zu, mit denen die Stickoxide im Abgasstrom reduziert werden sollen.

Prinzipiell ist die Erkennung einer Prüfstandssituation durch eine Software in der Motorsteuerung nicht unzulässig. Nur so können etwa bestimmte Fahrzeug-Diagnoseprogramme ablaufen. Solche Funktionen dürfen jedoch nicht dazu missbraucht werden, dass umgekehrt im Nicht-Testmodus - also auf der Straße - automatisch deutlich höhere Schadstoffwerte zugelassen werden. Die Abgasnachbehandlung darf nicht so eingestellt sein, dass die Reinigung entgegen den offiziellen Schadstoffwert-Angaben grundsätzlich heruntergefahren wird.

Misubishi ist Teil einer Allianz mit Renault und Nissan

Der japanische Autobauer Mitsubishi Motors ist seit 2016 Teil einer Allianz mit Renault und Nissan. Der Dieselskandal, von dem Mitsubishi bislang verschont blieb, nahm 2015 seinen Anfang, als Volkswagen den Einbau von Manipulationssoftware in weltweit elf Millionen Fahrzeugen eingestand. Die Abschalteinrichtungen ermöglichten Fahrzeugen, auf der Straße bis zu 40 Mal so viel schädliche Stickoxide auszustoßen als erlaubt.(dpa/afp)

Bei einer Razzia in Frankfurt kommt die Polizei mehreren Ebay-Betrügern auf die Spur. Insgesamt werden mehr als 600 Strafverfahren eingeleitet.

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