Messe München: Übersicht über das große Areal im Münchner Osten.
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Messe München: Das gigantische Areal ist derzeit fast nur noch ein großes Impfzentrum - die Umsatzeinbußen haben Folgen für den Konzern.

Über 200 Millionen Miese

Messe München unter Druck: Massive Umsatzeinbrüche - Konzern halbiert Chefetage

  • Klaus Vick
    vonKlaus Vick
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Die Messe München wegen der Corona-Krise über 200 Millionen Euro weniger Umsatz als geplant. Der Konzern halbiert seine Spitze. Kündigungen werden verhindert.

München - Die Messe München halbiert wegen der Corona*-Krise ihre Chefetage. Ab 1. Juli wird das Unternehmen nur noch drei statt bisher sechs Geschäftsführer haben. Dies teilte die Messegesellschaft am Donnerstag mit. Grund sind die Umsatzeinbrüche im Zuge der Pandemie. Seit gut einem Jahr sind nahezu keine Veranstaltungen mehr in Riem möglich. Nächster eingeplanter Termin ist die IAA Mobility (7. bis 12. September).

Messe München: Umsatz bricht während Corona um über 200 Millionen ein - Konzern verhindert Kündigungen

So erwirtschaftete die Messe München GmbH im Vorjahr weniger als 100 Millionen Euro. Der Plan lag bei 302 Millionen Euro. 2019 waren es sogar noch gut 400 Millionen Euro. Trotz der Halbierung der Chefetage sind mit diesem Schritt keine Kündigungen verbunden: Die bisherigen Geschäftsführer Falk Senger und Monika Dech bleiben im Unternehmen und kehren auf ihre früheren Posten als Prokurist und Bereichsleiter zurück. Das dritte scheidende Führungsmitglied, Gerhard Gerritzen, geht zum 1. August in den Ruhestand. In der Geschäftsführung bleiben Messechef Klaus Dittrich, Stellvertreter Reinhard Pfeiffer sowie Stefan Rummel.

In der Mitteilung des Unternehmens heißt es, die drastischen Umsatzeinbrüche durch die Pandemie* erforderten eine Neuausrichtung der Messe, um die Zukunftsfähigkeit zu sichern. So würden digitale Plattformen in Ergänzung zur Präsenzmesse eine immer stärkere Rolle spielen. Gleichzeitig solle durch eine interne Neuaufstellung die Agilität, Flexibilität und Effizienz des Unternehmens gestärkt werden. Vor diesem Hintergrund hätten die Gesellschafter entschieden, die Zahl der Mitglieder der Geschäftsführung zu halbieren. Gesellschafter der Messe sind der Freistaat, die Stadt München*, die IHK sowie die Handwerkskammer. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler), Vorsitzender des Aufsichtsrats, erklärte: „Es ist jetzt wichtiger denn je, schnell und flexibel auf neue Gegebenheiten am Markt reagieren zu können.“

München: Riesige Messen in Riem - Bauma gilt als größte der Welt

In Riem finden unter anderem die Sportartikelmesse ISPO, die Internationale Handwerksmesse, die Expo Real für die Immobilienbranche oder auch die Baumaschinenmesse Bauma statt. Letztere gilt als flächenmäßig größte Messe der Welt. 2019 hatte die Messe München am Standort Riem mehr als 2,4 Millionen Besucher bei 45 Eigenveranstaltungen verzeichnet.

Bereits im Februar hatte das Unternehmen angekündigt, aufgrund der anhaltenden Umsatzverluste etwa 170 Stellen abzubauen. Die Messe München GmbH beschäftigt 790 Mitarbeiter, inklusive der 13 im Ausland agierenden Tochtergesellschaften sind es weltweit 1200. Laut Messechef Klaus Dittrich will man betriebsbedingte Kündigungen vermeiden. Mit dem Betriebsrat sei unlängst ein Sozialplan abgeschlossen worden. Dittrich: „Ziel ist es, den Stellenabbau über sozialverträgliche Maßnahmen wie ein Freiwilligenprogramm, Vorruhestandsregelungen beziehungsweise eine Transfergesellschaft zu realisieren.“ *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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