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McFit erhöht die Preise: So können Kunden weiterhin zum alten Tarif trainieren

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Von: Patricia Huber

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McFit erhöht die Preise. Doch Kunden haben das Recht zu widersprechen. © Rene Traut/Imago Images

Die bekannte Fitnessstudio-Kette McFit erhöht ihre Preise für alle Kunden. Doch das ist nicht rechtens - Mitglieder können Widerspruch einlegen.

München/Berlin - Vor einer Woche verschickte die Fitnessstudio*-Kette McFit eine E-Mail an ihre Kunden. Darin heißt es wörtlich: „Um dir weiterhin deinen Lieblingssport bei McFit zu ermöglichen, müssen wir – auch unter Berücksichtigung des veränderten Marktumfelds – die Preise für dein Vertragsmodell anpassen.“ Dabei hieß „anpassen“ in diesem Fall „erhöhen“.

McFit: Kunden sind wütend über kurzfristige Preiserhöhung

Wer bisher monatlich 19,90 Euro für den Basic-Tarif bezahlte, soll ab dem 1. April monatlich 24,90 Euro blechen. Ganz egal ob Bestandskunde oder Neukunde. Das ist eine ordentliche Preiserhöhung um 25 Prozent - und gefällt den Kunden natürlich gar nicht*. In den sozialen Netzwerken machen bereits einige ihrem Frust Luft. Auf der McFit-Facebook-Seite schreibt ein Nutzer: Ich wünsche euch sehr viele Kündigungen und Reaktionen eurer Kunden, die euch eindeutig sagen: ‚So könnt ihr mit mir nicht umspringen.‘“

Doch eine Kündigung ist nicht einmal unbedingt nötig. Denn Kunden haben die Möglichkeit, der Preiserhöhung zu widersprechen. Zudem hat McFit in seinen Verträgen eine Klausel, welche klar aussagt, dass Preisanpassungen nur gerechtfertigt sind, sofern sich die Umsatzsteuer erhöht. Dies ist jedoch nicht der Fall. Ist solch eine Klausel nicht im Vertrag enthalten, besteht immerhin ein Sonderkündigungsrecht.

McFit Preiserhöhung: Kunden können Widerspruch einlegen

Josephine Frindte von der Verbraucherzentrale* Berlin erklärt gegenüber rbb-online.de, dass Preiserhöhungen während der Vertragslaufzeit grundsätzlich rechtswidrig sind – so auch in diesem Fall. „Mitglieder sollten den bei Vertragsschluss vereinbarten Betrag weiterzahlen und der Preiserhöhung in Textform widersprechen. Sollte die Preiserhöhung dann weiterhin gefordert werden, besteht ein außerordentliches Kündigungsrecht“, macht Frindte klar.

Mit diesem Mustertext können Sie der Preiserhöhung widersprechen:

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit widerspreche ich der Erhöhung meines Mitgliedsbeitrages von 19,90 Euro auf 24,90 Euro pro Monat. Bitte senden Sie mir eine Bestätigung dieses Widerspruchs zu.

Mit freundlichen Grüßen

Name, Mitgliedsnummer

Und tatsächlich scheint ein einfacher Widerspruch via Mail oder Kontaktformular bereits zu genügen. In den sozialen Netzwerken, wie etwa TikTok oder Facebook, berichten Nutzer bereits, dass der Widerruf bestätigt wurde und sie weiterhin zum alten Tarif trainieren können. In der entsprechenden Mail heißt es dann: „Wir bestätigen Dir hiermit deinen Widerruf zur Preisanpassung. Dein Vertrag ist weiterhin ungekündigt und läuft zu deinen alten Konditionen weiter.“

Sollte bereits ein zu hoher Betrag vom Konto des Mitglieds abgebucht worden sein, so wird die Differenz mit dem nächsten Beitrag verrechnet. (ph) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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