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Weniger Geld in der Tasche: Hohe Inflation frisst Lohnsteigerungen auf

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Von: Lisa Mayerhofer

Die Löhne steigen in Deutschland zwar, aber sie bleiben dabei weiter hinter der Inflation zurück. Damit haben viele Erwerbstätige trotz höherem Gehalt weniger Geld in der Tasche.

Wiesbaden – Deutschlands Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bleibt wegen der hohen Inflation trotz Lohnsteigerungen weniger Geld in der Tasche. Zwar waren die Löhne einschließlich Sonderzahlungen im zweiten Quartal 2022 um 2,9 Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt errechnet hat. Weil die Verbraucherpreise in diesem Zeitraum jedoch um 7,6 Prozent stiegen, ergab sich nach Angaben der Wiesbadener Behörde vom Montag unter dem Strich ein Reallohnverlust.

Inflation: Verdienstrückgang für Erwerbstätige – trotz Lohnerhöhungen

Den preisbereinigten Verdienstrückgang bezifferten die Statistiker auf 4,4 Prozent. Bereits im ersten Quartal des laufenden Jahres waren die Reallöhne um 1,8 Prozent zum Vorjahresquartal gesunken. Nun hat die hohe Teuerungsrate den Nominallohnanstieg erneut mehr als aufgezehrt.

Schon in den von der Corona-Pandemie geprägten Jahren 2020 und 2021 mussten die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach vielen Jahren des Aufschwungs Reallohnverluste hinnehmen. Im laufenden Jahr hält sich die Inflation seit Monaten hartnäckig über der Marke von sieben Prozent, auch wenn es zuletzt dank staatlicher Entlastungen etwas Entspannung gab. Im Herbst könnte die Inflation in Deutschland allerdings bereits wieder steigen.

Experte: „Zusätzliche Entlastungsmaßnahmen notwendig“

Vielen Beschäftigten drohe damit das zweite Jahr in Folge ein Reallohnverlust, erklärte der Leiter des WSI-Tarifarchivs, Thorsten Schulten. Der Experte rechnet nicht damit, dass die Inflation durch Lohnsteigerungen ausgeglichen werden kann.

„Angesichts der vollkommen ungewissen Entwicklung des Ukraine-Krieges und seiner wirtschaftlichen Folgen ist die Tarifpolitik allein in vielen Branchen überfordert, die Kaufkraftverluste der Beschäftigten auszugleichen. Hier sind zusätzliche Entlastungsmaßnahmen durch den Staat notwendig“, meinte Schulten. (lma/dpa)

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