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Münchner Ifo-Institut senkt Prognose: Deutlich geringeres Wachstum und höhere Inflation

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Eine Mitarbeiter geht bei der Salzgitter AG an aufgewickeltem Stahl vorbei.
Das ifo-Institut hat seine Prognose zum Wirtschaftswachstum für dieses Jahr gesenkt. © Julian Stratenschulte/dpa

Der Ukraine-Krieg beeinflusst die deutsche Wirtschaft stark. Die Ökonomen vom ifo-Institut rechnen daher mit einer steigenenden Inflation und einem geringeren Wachstum.

München - Russlands Krieg in der Ukraine* bremst die Wirtschaft und beschleunigt nach Einschätzung des Ifo-Instituts* die Inflation in Deutschland. „Wir erwarten in diesem Jahr nur noch zwischen 2,2 und 3,1 Prozent Wachstum“, sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser am Mittwoch. Zuvor hatten die Ökonomen mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 3,7 Prozent gerechnet. Die Inflation dürfte auf 5,1 bis 6,1 Prozent steigen. Das wäre die höchste Rate seit 1982.

Ukraine-Krieg dämpft den Aufschwung nach der Corona-Pandemie

Durch den Anstieg der Verbraucherpreise gehe allein bis Ende März Kaufkraft von etwa 6 Milliarden Euro verloren. Die vollen Auftragsbücher der Industrie und die Normalisierung bei der Corona*-Pandemie gäben der Konjunktur zwar einen kräftigen Schub. Aber der Krieg „dämpft die Konjunktur über deutlich gestiegene Rohstoffpreise, die Sanktionen, zunehmende Lieferengpässe bei Rohmaterialien und Vorprodukten sowie erhöhte wirtschaftliche Unsicherheit“, sagte Wollmershäuser.

Wegen der unsicheren Lage berechnete das Ifo-Institut zwei Prognosen. Im optimistischen Szenario sinkt der Ölpreis von derzeit 101 Euro pro Fass schrittweise auf 82 Euro bis zum Jahresende, und der Preis für Erdgas sinkt parallel. Im pessimistischen Szenario steigt der Ölpreis bis Mai auf 140 Euro pro Fass und sinkt erst dann auf 122 Euro zum Jahresende.

Steigende Energiepreise wirken sich auf den privaten Konsum aus

Die Energiekosten wirken sich stark auf die privaten Konsumausgaben aus. Sie könnten je nach Entwicklung zwischen 3,7 und 5 Prozent steigen. Auf jeden Fall dürfte die Zahl der Arbeitslosen auf unter 2,3 Millionen sinken, sagten die Wirtschaftsforscher voraus. Allerdings dürfte die Kurzarbeit im pessimistischen Szenario deutlich zunehmen. Die Ausrüstungsinvestitionen der Unternehmen sollen im besten Fall um 3,9 Prozent steigen und im pessimistischen Szenario stagnieren. (dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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