Blick über die Elbe am Hamburger Hafen: Die deutsche Wirtschaft arbeitet sich nach dem drastischen Corona-Einbruch nach oben.
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Blick über die Elbe am Hamburger Hafen: Die deutsche Wirtschaft arbeitet sich nach dem drastischen Corona-Einbruch nach oben.

Konjunktur

ifo-Geschäftsklima: Deutsche Wirtschaft fasst wieder Tritt - Index auf höchstem Stand seit Februar

  • Thomas Schmidtutz
    vonThomas Schmidtutz
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Die deutsche Konjunktur erholt sich weiter. Der ifo-Geschäftsklima-Index stieg im September zum fünften Mal in Folge. Doch in einzelnen Branchen bleibt die Lage extrem angespannt.


München - Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im September erneut aufgehellt. Das ifo-Geschäftsklima stieg gegenüber dem Vormonat um 0,9 Zähler auf 93,4 Punkte, wie das ifo-Institut am Donnerstag in München mitteilte. Es ist der fünfte Anstieg in Folge - nach einem drastischen Einbruch in der Corona-Krise. Analysten hatten allerdings mit einem etwas stärkeren Anstieg auf 93,8 Punkte gerechnet.

„Die deutsche Wirtschaft stabilisiert sich trotz steigender Infektionszahlen“, sagte ifo-Präsident Prof. Clemens Fuest zu den Daten. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Situation abermals positiver und erwarteten eine weitere Erholung ihrer Geschäfte.

ifo-Institut: In zwei Branchen bleibt die Lage extrem angespannt

Vor allem im verarbeitenden Gewerbe habe sich die Einschätzung deutlich aufgehellt. Auch im Handel und am Bau steige die Zuversicht. In anderen Branchen bleibe die Lage dagegen weiter kritisch. Dies gelte insbesondere für die Reisebranche und das Gastgewerbe. Dort drückten die steigenden Infektionszahlen auf die Stimmung. Auch für die nächsten Monate bleibe die weitere Entwicklung der Pandemie entscheidend, hieß es.

Die deutsche Wirtschaft war im zweiten Quartal um 9,7 Prozent eingebrochen. Dies war der stärkste Absturz in der Geschichte der Bundesrepublik. Für die zweite Jahreshälfte erwarten Ökonomen nun aber ein kräftiges Wachstum. Alleine im laufenden dritten Quartal könnte die deutsche Wirtschaft um 6,6 Prozent zulegen, schätzt das ifo-Institut.

Angesichts der jüngsten Erholung hatten praktisch alle Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Prognosen für 2020 und 2021 zuletzt korrigiert. Die deutsche Wirtschaft „ist im zweiten Quartal weniger stark eingebrochen als noch im Juni erwartet", schrieb etwa das RWI in Essen. Die Volkswirte um den früheren Chef der Wirtschaftsweisen, Prof. Christoph M. Schmidt, gehen für 2020 nun noch von einem Minus von 4,7 Prozent aus, das Münchner ifo-Institut rechnet mit einem Rückgang um 5,2 Prozent. Für das kommende Jahr rechnen die Experten je nach Institut zwischen 3,2 (IWH) und 5,1 Prozent (ifo).

(dpa/utz)

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