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„Kommt zurück in die Büros“: Telekom-Chef kritisiert Trend zu Homeoffice

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Von: Lisa Mayerhofer

Das Homeoffice hat sich mittlerweile in vielen deutschen Unternehmen fest etabliert. Telekom-Chef Timotheus Höttges sieht diese Entwicklung allerdings sehr kritisch.

Berlin – Seit Ausbruch der Corona-Pandemie ist es aus vielen deutschen Unternehmen nicht mehr wegzudenken: das Homeoffice. Die Angebots-Pflicht zur Heimarbeit ist zwar im März abgelaufen, doch viele Firmen ermöglichen ihren Beschäftigten weiterhin das Arbeiten von Zuhause. Das Bundesarbeitsministerium plant zudem wieder mit Blick auf den Herbst eine grundsätzliche Rückkehr zur Homeoffice-Angebots-Pflicht.

Heil plant Rückkehr zur Homeoffice-Angebots-Pflicht

Das geht aus dem Referentenentwurf für eine SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung aus dem Haus von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hervor, der der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Die Regelung soll zum 1. Oktober in Kraft treten und bis zum 7. April 2023 gelten. Arbeitgeber sollen verpflichtet werden, ein Hygienekonzept mit bewährten Schutzmaßnahmen zu erstellen. Dazu zählt unter anderem auch das Angebot an die Beschäftigten, im Homeoffice zu arbeiten.

Telekom-Chef Timotheus Höttges würde dagegen den Trend zum Homeoffice in seinem Unternehmen gerne zurückdrehen. Der Konzern hat laut der Nachrichtenagentur AFP in Deutschland rund 83.400 Beschäftigte. „Durch das Homeoffice ist ein hohes Maß an Vitalität in unserer Konzernzentrale verloren gegangen“, sagte Höttges der Augsburger Allgemeinen.

Telekom-Chef: „Homeoffice ist ein Stück weit auch ein Privileg“

„Homeoffice ist zwar nicht mehr wegzudenken, aber virtuell bleibt das persönliche Gespräch und die Kreativität oft auf der Strecke“, warnte der Vorstandschef. „Ich appelliere deshalb an die Beschäftigten: Kommt zurück in die Büros. Wir brauchen den persönlichen Austausch.“

Viele Beschäftigte unterschätzten zudem, was sie für ihre Kolleginnen und Kollegen zwischenmenschlich bedeuteten und wie wichtig persönliche Netzwerke seien. Gerade neue und junge Beschäftigte seien außerdem darauf angewiesen, mit Menschen statt an Monitoren zu arbeiten.

Abschaffen will Höttges die Regelungen aber nicht. „Natürlich können Beschäftigte weiter im Homeoffice bleiben, wenn sie in Ruhe an etwas arbeiten“, sagte der Telekom-Chef der Zeitung weiter. „Aber Homeoffice ist ein Stück weit auch ein Privileg: Gut 20.000 unserer Beschäftigten sind täglich draußen bei den Menschen. Die haben keine Chance auf Homeoffice.“ (lma/dpa/AFP)

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