Eine von vielen: Auch unter dem stets aufstrebenden Signet der Deutschen Bank geschehen zweifelhafte Geschäfte.
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Die Deutsche Bank verringert die Zahl der Filialen deutlich.

Angeschlagene Frankfurter

Corona erschüttert Deutsche Bank: Jede fünfte Filiale schließt - viele Kunden extrem betroffen

  • Fabian Müller
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Die Deutsche Bank verringert die Zahl der Filialen deutlich. Von ursprünglich 500 will der Konzern 100 Niederlassungen schließen.

  • Die Deutsche Bank will rund ein Fünftel ihrer Filialen schließen.
  • Grund ist die durch die Coronavirus*-Pandemie veränderte Nachfrage nach Beratungen und Filialen.
  • Im Juli verkündete die Bank noch, die Corona-Krise verhältnismäßig gut überstanden zu haben.

Frankfurt - Die Deutsche Bank will 100 ihrer 500 Filialen in Deutschland schließen. „Wir planen, die Zahl der Filialen so rasch wie möglich von 500 auf etwa 400 zu verringern", so Philipp Gossow, Leiter des Privatkundengeschäfts in Deutschland, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Auch zahlreiche Jobs sind von den Sparmaßnahmen betroffen. Das berichtet Focus Online.

Die Coronavirus*-Pandemie habe „die Nachfrage nach Beratungen und Filialen verändert“, so Gossow weiter. „Selbst Kunden, die vorher nicht vertraut mit Online-Banking waren, führen viele Transaktionen nun einfach von ihrem Computer oder iPad aus.“

Deutsche Bank von Corona erschüttert: Jede fünfte Filiale schließt - viele Kunden extrem betroffen

Auch komplexere Beratungsdienstleistungen würden verstärkt über Telefon oder Videokonferenzen abgewickelt. Die Bank plant laut Gossow, diesen Bereich mit Investitionen auszubauen. Über genaue Summen gab es keine Angaben. Ende vergangenen Jahres hatte die Deutsche Bank 511 eigene Filialen, derzeit sind es nach Angaben der Bank etwas mehr als 500. Zusätzlich stehen den Kunden für einfache Bankgeschäfte wie Überweisungen die 800 Filialen der zum Konzern gehörenden Postbank zur Verfügung.

Filialen schließen will die Deutsche Bank den Angaben zufolge vor allem in städtischen Regionen, wo das Institut mit mehreren Standorten vertreten ist. Im Juli hieß es noch, die Deutsche Bank habe die Corona*-Krise verhältnismäßig gut überstanden. Vor allem die Sparte des Investmentbankings lief gut. Doch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie fordern nun wohl ihren Tribut.

Deutsche Bank: FinCEN-Files belegen die Verstrickung der Bank in Transaktionen in Milliardenhöhe

Die Deutsche Bank schlittert derzeit von einer Krise in die nächste. Internationale Großbanken, darunter die Deutsche Bank, haben verdächtige Überweisungen im Wert von mehr als zwei Billionen Dollar bewegt, die sie teilweise gar nicht oder erst lange danach an die Behörden gemeldet haben. Das geht aus vertraulichen Unterlagen der US-Regierung hervor, die BuzzFeed News* für ein internationales Rechercheprojekt mit dem Journalisten-Netzwerk ICIJ geteilt hat.

Die Deutsche Bank hat dabei nachweislich für anonyme Kunden der Danske Bank Estland Transaktionen in Milliardenhöhe abgewickelt - trotz Verdacht auf Geldwäsche. Zudem hat die Bank 560 Millionen Dollar für eine lateinische Baufirma namens Odebrecht bewegt, die wenig später von US-Behörden der größte internationale Bestechungsskandal aller Zeiten vorgeworfen wurde. Die Aktie der Deutschen Bank verlor daraufhin deutlich.

Mehr als 400 Journalisten aus 88 Ländern haben 16 Monate lang zwei Billionen Dollar an verdächtigen Zahlungen aus den Jahren 2000 bis 2017 ausgewertet: Die „FinCEN-Files“. Beteiligt war auch das Deutschland-Büro von BuzzFeed News, das zum Ippen-Digital-Netzwerk* gehört.

(fmü) *Merkur.de und BuzzFeed News Deutschland gehören zum Ippen-Digital-Netzwerk.

Video: Geldwäsche-Geschäfte in Billionenhöhe: Führend ist die Deutsche Bank

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