Lockdown: Wegen der Zwangsschließungen ist die wirtschaftliche Lage bei vielen Unternehmen inzwischen existenzbedrohend.
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Lockdown: Wegen der Zwangsschließungen ist die wirtschaftliche Lage bei vielen Unternehmen inzwischen existenzbedrohend.

Konzept für sichere Öffnung

„Nicht vertrösten“: KiK, Deichmann und Co. erhöhen Druck auf Merkel vor dem Corona-Gipfel

  • Thomas Schmidtutz
    vonThomas Schmidtutz
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Im Handel wächst angesichts des monatelangen Lockdowns die Verzweiflung. Im Vorfeld des Lockdown-Gipfels am Mittwoch erhöht die Branche den Druck und legt ein eigenes Öffnungskonzept vor.

München - Vor dem Bund-Länder-Gipfel zu möglichen Lockerungen des Lockdowns erhöht der deutsche Einzelhandel den Druck. „Der Handel erwartet am Mittwoch eine realistische und zeitnahe Öffnungsperspektive“, sagte Hauptgeschäftsführer Stefan Genth am Montag gegenüber Merkur.de*. Das „mehrfach versprochene bundesweite Stufenkonzept zur Wiedereröffnung“ dürfe nicht noch weiter aufgeschoben werden.

Der Einzelhandel habe mit seinen „funktionierenden Hygienekonzepten“ bewiesen, dass geöffnete Ladentüren „nicht im Widerspruch zur Bekämpfung von Corona* stehen“. Daher dürfe die Branche für weitere Öffnungsschritte auch „nicht ausschließlich auf Inzidenzen von unter 50 oder unter 35 vertröstet werden“, mahnte Genth.

Corona-Gipfel in Deutschland: Handel legt 7-Punkte-Konzept vor

Zudem einigten sich mehrere Branchengrößen auf ein Sieben-Punkte-Konzept, das sicheres Einkaufen ermöglichen soll. Das Papier, das Merkur.de vorliegt, sieht einheitliche Zugangskontrollen, Hygiene-Maßnahmen, Abstandsregeln, Maskenpflicht, Mitarbeiter-Schulungen sowie strikte Kontrollen zur Einhaltung der Regeln vor. Hinter der Initiative stehen unter anderem die Branchenschwergewichte KiK (Textilien-Discounter), Deichmann (Schuhe), Thalia (Bücher), s.Oliver (Mode), Breuninger (Modehaus) sowie das niederbayerische Traditionshaus Garhammer.

Alexander Otto, Chef des Shoppingcenterbetreibers ECE und einer der Initiatoren der Initiative, warnte angesichts des anhaltenden Lockdowns vor einem „Totalschaden“ für die Branche. Jeder weitere Tag koste Millionen, da bereits gekaufte Ware abgeschrieben werden müsse, sagte er dem Handelsblatt. Es sei höchste Zeit, dem Handel wieder eine Perspektive zu bieten, sagte auch KiK-Chef Patric Zahn. Für die Unternehmen sei es „überlebenswichtig, in Abstimmung mit der Regierung nun konkrete Schritte für eine langsame Lockerung zu entwickeln“.

Baden-Württemberg plant Shoppen mit Termin

Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) plant für ihr Bundesland ein „Click & Meet“-Konzept. Es soll ab dem 8. März gelten und nach Terminabsprache wieder das Einkaufen ermöglichen. Das Konzept biete „zunächst für kleinere Geschäfte eine echte Perspektive“, sagte Hoffmeister-Kraut dem Handelsblatt. *Merkur.de ist Teil von IPPEN.MEDIA.

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