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Aldi: Fünf Euro für eine Flasche Öl – Experte sieht kein Ende der Preisanstiege

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Von: Fee Halberstadt

Die Preise für Speiseöl steigen immer weiter an, auch bei Aldi kostet eine Flasche Öl bereits 5 Euro
Sonnenblumenöl ist nicht mehr nur rare, sondern auch teuer. Aldi verkauft nun eine Flasche für 5 Euro. (Symbolbild) © Jürgen Ritter/imago

Sonnenblumenöl gehört zu den Produkten, die momentan besonders schwer zu bekommen sind. Doch jetzt wird das Öl auch noch sehr viel teurer als bisher.

Kassel – In Lebensmittelschäften wie Aldi*, Lidl*, Rewe* und Edeka* sind manche Produkte bereits seit längerem ausverkauft. Mehl, Nudeln und Speiseöl sind die Klassiker bei Hamsterkäufen. Nur mit etwas Glück lässt sich noch eine Packung oder Flasche dieser Lebensmittel ergattern. Und selbst wenn das Regal wieder ein paar Portionen mehr des Produktes aufweist, sind diese wieder ruckzuck vergriffen. In manchen Lebensmittelgeschäften, wie bei Lidl, werden solche Produkte inzwischen nur noch rationiert abgegeben, um Hamsterkäufe zu vermeiden.

Doch neben dem Fakt, dass Mehl, Nudeln und Speiseöl in Lebensmittelmärkten, wie Aldi, kaum mehr erhältlich sind, steigen die Preise der Produkte ebenfalls enorm an. Vor allem bei Sonnenblumenöl ist ein extremer Preiszuwachs festzustellen. Wie Focus Online berichtet, steigt der Preis für das sonst deutlich preiswertere Öl bald auf Olivenöl-Niveau an. In Aldi-Filialen wird teilweise Sonnenblumenöl der Marke Ondosol verkauft. Inzwischen kostet das Produkt schlappe 4,99 Euro, was laut Focus Online ein Preisanstieg von 550 Prozent ist. Im Vergleich lässt sich das Öl der Eigenmarke nennen, das 1,79 Euro kostet, jedoch ausverkauft ist.

Sonnenblumenöl bei Aldi
Sonnenblumenöl von Ondosol4,99 Euro / Liter
Sonnenblumenöl von Bellasan1,79 Euro / Liter
Sonnenblumenöl von Thomy5,05 Euro /Liter
Bio Sonnenblumenöl von Seitenbacher15,96 Euro / Liter
(Quelle: Focus Online)

Öl bei Aldi: Discounter ruft extrem hohe Preise für Sonnenblumenöl auf

Das Sonnenblumenöl von Ondosol im Aldi bleibt nicht das einzige Beispiel für extrem hohe Preise des Speiseöls. Auch bei Rewe gibt es 750-Milliliter-Sonnenblumenöl zu Wucherpreisen. Hier ruft der Verkäufer 3,79 Euro auf, was einen Literpreis von 5,05 bedeutet. Ob diese Preise bald bei allen Ölprodukten ansteigt und sogar noch teurer wird, bleibt vorerst unklar. Carsten Kortum ist Handelsexperte und Leiter des Studiengangs Konsumgüterhandel an der DHBW Heilbronn. Er sieht vorerst kein Ende der Preisanstiege.

Es wird sogar so sein, dass weitere Wellen kommen werden. [...] Das heißt, bei diesen wichtigen Eck-Nahrungsmitteln kann die Angebotslücke bis 2023 reichen“, so der Handelsexperte laut SWR. Für ihn ist diese Entwicklung jedoch mehr als verständlich. Er sieht, dass alle Konsumentinnen und Konsumenten in den letzten Jahrzehnten von der Globalisierung profitiert haben. „Auch bei Lebensmitteln in Form von niedrigen Kosten.“

Aldi, Lidl und Co.: Anstieg der Preise für Speiseöl – Wann hört das auf?

Die Ursache für die steigenden Preise sei ein Zusammenspiel aus Lieferketten-Schwierigkeiten durch Corona, dem Ukraine-Konflikt* und steigender Energiepreise. Da die Ukraine einen sehr großen Teil des Getreides produziert, kann dieses bald knapp werden. Auch Russland produziert einen wichtigen Bestandteil, der zur Herstellung von Dünger benötigt wird, nämlich Ammoniumnitrat. Fällt dieses weg, leidet auch die restliche Agrarwirtschaft darunter, berichtet Focus Online in einem Video. Das kann wiederum Einfluss auf Produktpreise haben.

Im Gegensatz zum Aldi, spielt ein Edeka-Markt in Nordhessen bei den überteuerten Preisen für Speiseöl jedoch nicht mehr mit* und stellt ein Schild mit einem klaren Statement auf. „Wir distanzieren uns von diesen Preisen und werden Ihnen kein Sonnenblumenöl anbieten“, heißt es in dem Statement. (Fee Halberstadt)

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