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300 Euro Energiepreispauschale: Wann es das Geld gibt, für wen - und der Steuer-Haken

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Von: Richard Strobl

Geldscheine im Wert von fünf, zehn, zwanzig, fünfzig und hundert Euro stecken in einem Geldbeutel, der von einer Hand gehalten wird. (Symbolbild)
Geldscheine im Wert von fünf, zehn, zwanzig, fünfzig und hundert Euro stecken in einem Geldbeutel, der von einer Hand gehalten wird. (Symbolbild) © Lino Mirgeler/dpa

Im neuen Entlastungspaket verspricht die Ampel eine Energiepreispauschale von 300 Euro. Doch wann kommt sie, wer bekommt das Geld und wie viel geht für Steuern drauf?

Update vom 27. April: Jetzt wurde das Entlastungspaket der Ampel-Regierung durch endgültig abgesegnet. Das Kabinett hat den Ergänzungshaushalt mit knapp 40 Milliarden Euro neuen Schulden beschlossen. Auch die Energiepauschale über 300 Euro kommt also. Zudem wurde nun auch ein Termin für die Auszahlung genannt: Demnach ist eine Auszahlung im September im Gespräch. Abschließend steht jedoch auch dieser Termin aktuell noch nicht fest.

Erstmeldung vom 28. März: Berlin - Die Folgen des Ukraine-Kriegs spüren auch die Deutschen mittlerweile im Geldbeutel. Die Energiepreise bei Gas, Öl und Benzin wie Diesel sind hierzulande seit dem Einmarsch von Putins Truppen in der Ukraine geradezu explodiert. Abhilfe schaffen will die Ampel-Regierung um Kanzler Olaf Scholz mit einem neuen Entlastungspaket. Kernstück: Eine Energiepreispauschale von 300 Euro. Doch bei dem Projekt gibt es einige Haken.

Entlastungspaket: Ampel verspricht 300 Euro Energiepreispauschale

Bekommen sollen die Einmalzahlung über 300 Euro alle Erwerbstätigen in Deutschland. „Allen einkommensteuerpflichtigen Erwerbstätigen (Steuerklassen 1 bis 5) wird einmalig eine Energiepreispauschale in Höhe von 300 Euro als Zuschuss zum Gehalt ausgezahlt“, heißt es im Beschluss.

Heißt: Ausgezahlt werden soll das Geld über die Lohnabrechnung des Arbeitgebers und ist unabhängig von Mobilitätsprämie, Pendlerpauschale und Job-Ticket. Selbstständige sollen über eine gesenkte Einkommenssteuer-Vorauszahlung profitieren.

Entlastungspaket: Wie viel von den 300 Euro frisst die Steuer und wann wird es ausgezahlt?

Dann der Haken: Die 300 Euro sind steuerpflichtig. Das bedeutet auch, dass Angestellten mit hohem Steuersatz am Ende weniger bleibt. Die volle Summe bekommen also nur diejenigen, die unter dem steuerlichen Grundfreibetrag bleiben.

Der nächste Haken: Wann kommen die 300 Euro der Energiepreispauschale? Einige Teile des Entlastungspakets müssen nach WDR-Angaben erst den Bundestag und -rat durchlaufen. Deshalb könnte das Gesetz letztlich auch erst im Mai verabschiedet werden. Der WDR meldet unter Berufung auf Koalitionskreise, dass mit einem Start frühestens am 1. Juni 2022 zu rechnen sei.

Entlastungspaket: 300 Euro Energiepreispauschale - wer bekommt das Geld?

Und der dritte Haken: Nicht alle werden von der Energiepreispauschale von 300 Euro profitieren. Nach aktuellem Stand sind etwa Rentner ausgenommen. Dafür hagelte es bereits Kritik. Von „grober Ungerechtigkeit“ sprach etwa der Präsident des Sozialverbands Deutschlands gegenüber der Bild. Doch Rentner sind nicht die einzigen, die wohl außen vor bleiben.

Auch Minijobber fallen dem Bericht nach aktuell durchs Raster, da sie nicht in den Steuerklassen 1 bis 5 enthalten sind. Ebenso werden Azubis ohne Vergütung und Studierende keine Einmalzahlung bekommen. Bafög-Bezieher und Azubis haben aber immerhin Anspruch auf die einmalige Heizkostenpauschale von 230 Euro. Komplett unklar ist aktuell noch, ob Arbeitslose, also Bezieher des Arbeitslosengeldes I Anspruch haben werden. (rjs)

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