Gemeinsam bewegen: Beim Rollstuhl- und Reha-Sportclub Main-Kinzig stehen Gymnastik oder auch Ballspiele auf dem Programm. Foto: Lena Bellon

Behindertensport

Umfassendes Angebot im Rollstuhl- und Reha-Sportclub Main-Kinzig

Behindertensport. Das Angebot im Rollstuhl- und Reha-Sportclub Main-Kinzig ist breit aufgestellt. Neben Hallen- und Schwimmsport wird dort auch umfassende Beratung und Unterstützung angeboten.

Von Lena Bellon

„Jeder sollte mal Sport in einem Rollstuhl treiben, um zu sehen, wie anspruchsvoll das ist“, sind sich die Mitglieder des Rollstuhl- und Reha-Sportclubs Main-Kinzig einig. Ob Sport im Wasser, Tischtennis, Ballspiele oder Gymnastik in der Halle – der Verein ist breit aufgestellt und bietet nicht nur eintöniges Herumtollen an.

„Wir machen nicht nur Hallen- und Schwimmsport. Was uns auszeichnet, sind die Beratung und Unterstützung, hier herrscht keine Anonymität“, sagt Elke Wenke stolz. Sie kam durch ihren Mann, Gerhard Glauer, zu dem Verein. „Und ich bin einfach geblieben“, lacht sie. Ihr Ehemann ist nach einem Aneurysma im Gehirn an den Rollstuhl gebunden. Durch eine dadurch entstandene Halbseitenlähmung kann er kaum noch sprechen und ist körperlich stark eingeschränkt. „Aber er macht immer so gut mit, wie er kann. Heute ist er sogar noch etwas erkältet, aber die Gymnastik lässt er nicht ausfallen“, erzählt seine Frau Elke Wenske.

Erfolgsgeschichte seit 1981

Die Rollstuhlfahrer machen bereits fleißig Gymnastik, während einige Mitglieder des Vereins in Erinnerungen schwelgen. „Gegründet wurde der Verein 1981 von jungen Männern, die nach einem Schicksalsschlag ihren Sport nicht aufgeben wollten“, erzählt Walter Roth, Vorsitzender des Vereins. Mit dem Angebot ist der Verein im Main-Kinzig-Kreis eine Seltenheit. „Die Reha-Patienten und Mitglieder des Vereins kommen aus Gelnhausen, Hanau und auch der Wetterau zu uns“, berichtet Elke Wenske.

„Unsere Vereinsmitglieder haben auch schon oft Erfolge im Tischtennis erzielt und wir haben ein paar mal die deutsche Meisterschaft in Leichtathletik und Tischtennis ausgerichtet“, ergänzt sie stolz. Ein früheres Vereinsmitglied nahm auch schon bei den Paralympischen Spielen teil. „Wir haben für unseren Verein so viele Ideen an Angeboten, Aktivitäten und Festen, aber das lässt sich nicht alles umsetzen“, erzählt Marianne Unte. „Das Vereinsleben hat sich ein wenig verändert. Viele Leute können den Weg nicht mehr so oft machen, weil die Krankenkasse die Transportkosten gestrichen hat oder sie andere körperliche Beschwerden haben. Und es kommen einfach nicht so viele Mitglieder nach“, bedauert sie.

Trainermangel im Sportclub

Es mangelt aber nicht nur an Teilnehmern der Kurse. „Mit Trainern, die aus der Krankengymnastik kommen, könnten wir auch Funktionssport oder Herzsport anbieten, aber dafür fehlen uns Trainingsleiter“, berichtet Wenske.

Der Übungsleiter der Gymnastik und Wassergymnastik, Klaus Günther, ist seit über 15 Jahren in dem Verein Trainer und schreibt in seinen Kursen Inklusion ganz groß. Er sitzt selbst im Rollstuhl und kann so eine ganz besondere Verbindung zu den Teilnehmern aufbauen.

Positiv in die Zukunft

Die Mitglieder blicken aber trotz kleinen Schwierigkeiten positiv in die Zukunft: „Das Stadtbild wandelt sich gerade sehr zum Positiven. Wir sehen viel mehr Rollstuhlfahrer, die mitten im Leben stehen, ihrem Job nachgehen und ihre Freizeit kreativ gestalten können“, freut sich Elke Wenske. „Zwar gibt es noch immer viel zu tun für ein barrierefreies Leben, aber es tut sich sehr viel in den letzten Jahren. Da kommt viel Hoffnung auf“, ergänzt Marianne Unten abschließend.

›› rrsc-main-kinzig.de

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