Tanzen, Turnen, Technik: Annemarie Schulz tritt in Selbold bei den deutschen Twirling‧meisterschaften an. Foto: PM

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Twirlingmeisterschaft: Annemarie Schulz will mit TVL funkeln

Twirling. Mit ihrem Verein, dem TV Langenselbold, möchte Annemarie Schulz am Wochenende bei den deutschen Meisterschaften in Selbold eine gute Leistung zeigen. Das in Deutschland als Stabdrehen bekannte Twirling stammt ursprünglich aus den USA.

Von Sabrina Kwasniok

Annemarie Schulz' sportliche Karriere im Twirling hat bereits vor 20 Jahren begonnen. So lange tritt sie auch schon an nationalen und internationalen Wettkämpfen an. Dieses Wochenende nimmt sie zusammen mit vier anderen Sportlern des TV Langenselbold am Deutschlandcup beziehungsweise den deutschen Meisterschaften in Langenselbold teil und will zusammen mit ihrem Team die Jury überzeugen.

Angefangen hat Annemarie Schulz' Karriere eigentlich im Turnen. Damals hatte ihre Turngruppe des TV Langenselbold immer zeitgleich mit dem Twirlingteam Training. Mit sieben oder acht Jahren dachte sich Annemarie Schulz dann: „Das will ich auch machen.“ Und so entstand eine ganz neue Leidenschaft.

Sport stammt aus den USA

Twirling sei eine sehr vielfältige Sportart, die aus einer Mischung zwischen Tanzen, Turnen und Technik bestehe. Diese Faktoren machen den Twirlingsport einzigartig. Ein Twirling-Anfänger solle daher vor allem Spaß am Tanzen haben. Insgesamt besteht der Twirlingverein des TV Langenselbold aktuell aus etwa 30 Mitgliedern – große wie auch kleine.

Twirling ist eine Tanzsportart aus den USA, welche im Deutschen als Stabdrehen bezeichnet wird. Es wird das Zusatzgerät Baton benutzt. Dieses ist ein Metallstab mit zwei Hartgummiabschlüssen, welchen die Tänzer beim Auftritt mitbenutzen müssen und welcher ihnen das Leben nicht immer einfach macht. Ziel ist es, einen harmonischen Einklang zwischen Körperbeherrschung und einem sicheren Umgang mit dem Baton zu finden, um so eine erfolgreiche Performance darzubieten.

Meisterschaft findet in Langenselbold statt

Um den Auftritt zu unterstützen gibt es für jede Saison und jeden Tanz auch immer neue Kostüme mit ganz viel Glitzer für die Tänzerinnen. Diese werden von ihnen selbst bezahlt und sind zum Teil auch handgemacht. „Man hat inzwischen einen kompletten Kleiderschrank voll mit Outfits“, scherzt die Eventmanagerin.

Gemeinsam mit dem TV Langenselbold soll Annemarie Schulz auch bei den deutschen Meisterschaften eine gelungene Performance präsentieren. Diese finden am Samstag, 11. Mai, und Sonntag, 12. Mai, in der Hessentagshalle in Langenselbold statt. Das Turnier ist die letzte Chance für die Tänzerinnen und Tänzer, noch ein Ticket für die Europameisterschaft und den International Cup in Frankreich zu lösen.

Sport als Freizeitbeschäftigung

Die 28-Jährige selbst ist schon zu mehreren Europameisterschaften und Weltmeisterschaften im Twirling gefahren. Dieses Jahr wird das aber nichts werden. „Ich selbst betreibe den Sport nicht mehr so aktiv, sondern eher als Freizeitbeschäftigung“, erklärt Annemarie Schulz. „Ich möchte die Saison zu Ende bringen und dann mal schauen, was passiert.“

Annemarie Schulz startet in der Disziplin Dance Adult bei den Meisterschaften. Diese ist eine nationale Disziplin, bei der gewisse Schwierigkeiten nicht ausgeführt werden dürfen.

100 Punkte können erreicht werden

Auf die Meisterschaften bereitet sich der TV Langenselbold mit viel Training vor. „Wir tanzen ganz viel zur Musik und versuchen möglichst, jedes Mal den Stab zu fangen“, so Annemarie Schulz. Das klappt nicht immer. Beim Besuch im Training landet der Stab nicht immer in der Hand der Tänzerin. Doch dafür gibt es im Wettkampf Punktabzüge. Die Wertungsrichter bewerten nach einer technischen Komponente und dem Ausdruck.

Insgesamt kann man 100 Punkte erzielen. Pro Verlust des Batons wird allerdings ein Punkt von den Richtern abgezogen. „Wenn es schlecht läuft, kann man schon fünf- bis sechsmal den Stab fallen lassen.“ Zudem wird man dafür doppelt bestraft, da auch der Tanz nicht mehr als flüssig anerkannt wird und die Punkte für den Ausdruck sinken. Dafür gibt es für eine fehlerfreie Darbietung aber auch ein Plus von fünf Punkten.

Ihr persönliches Highlight war die Europameisterschaft

Für Annemarie Schulz selbst ist das Highlight ihrer Karriere ein achter Platz im Solo bei einer Europameisterschaft und ein fünfter Platz im Duo. Diese Platzierungen wird sie in ihrer noch laufenden Karriere nicht mehr knacken können. Denn die Rothenbergerin möchte in naher Zukunft Deutschland verlassen und in einem anderen Land ihre neue Heimat finden. Somit wird sie auch den Twirlingsport nicht mehr weiterführen können. Dennoch blickt Annemarie Schulz freudig in ihre Zukunft und vor allem auf die Heimwettkämpfe am Wochenende.

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