Der 52 Jahre alte Bundeswehr-Unimog wird vom Team um Georg und Jürgen Fahlbusch selbst auf Trapp gehalten. Inklusive aller Reparaturarbeiten, die während einer Saison anfallen. Als Lohn gab es den Meistertitel für Georg. (Foto: PM)

Bruchköbel

Truck Trail: Meisterlich manövriert

Motorsport. Der Bruchköbler Georg Fahlbusch ist Internationaler Truck Trial Meister 2017 in der Fahrzeugklasse S1 und erhielt vom Deutschen Motorsport Verband (DMV) den zugehörigen Pokal. Zur Seite standen ihm zwei Neueinsteiger: Die Nidderauer Marc Meller (29) und Adrian Rost (29).

Für Georg Fahlbusch ist es das erste Jahr als Fahrer gewesen, zuvor – seit 2011 – war er Beifahrer bei seinem Vater Jürgen Fahlbusch (59). Mit diesen Erfahrungen im Gepäck setzte er sich nun selbst hinter das Lenkrad des 52 Jahre alten Wettbewerbstrucks. Im direkten Wettstreit mit seinem Vater auf demselben Fahrzeug konnte er zeigen, dass er seine Lehrjahre auf dem heißen Stuhl gut umgesetzt hat. Nach einem Kopf-an-Kopf-Duell über die gesamte Saison konnte Georg Fahlbusch am Ende punktgleich mit seinem Vater und Lehrmeister Jürgen Fahlbusch auf Grund einer besseren Platzierung den Meistertitel für sich entscheiden und seinen Vater auf den zweiten Platz verweisen.

Besondere Motorsportart

Truck Trial ist eine besondere Motorsportart, bei der es anders als in den meisten anderen Motorsportarten nicht auf Geschwindigkeit und eine Zeitwertung ankommt. Beim Truck Trial geht es rein um Geschicklichkeit und Fahrzeughandling. Die Wettbewerber messen sich mit ihren in sieben unterschiedlichen Fahrzeugklassen eingeteilten Gelände-Lkw in schwierigstem Gelände. Die Aufgabe ist, in abgesperrten Sektionen die Fahrzeuge durch mit Holzlatten markierte Tore zu manövrieren. Strafpunkte gibt es, wenn die Torstangen berührt oder umgefahren werden. Auch Richtungswechsel oder Tore auszulassen werden bestraft.

Die Teams planen ihren Weg durch die Sektion selbst, es gibt keine vorgegebene Fahrstrecke oder Reihenfolge. Auch entscheiden die Teams selbst, ob und wie sie die einzelnen Tore anfahren, denn wenn das Fahrzeug stecken bleibt oder gar auf die Seite fällt, was durchaus vorkommt, ist diese Sektion für das Team beendet und alle bis dahin nicht gefahrenen Tore sowie der Abbruch werden mit Höchstpunktzahlen bestraft.

Seit 2011 ist Team Fahlbusch-Mog-Sport aktiv

Am Ende eines Laufes, der sich über zwei Wettkampftage, ein Wochenende, und meist zwölf bis 16 Sektionen erstreckt, werden alle Strafpunkte aller Sektionen addiert und Laufsieger ist der Teilnehmer jeder Klasse mit den wenigsten Strafpunkten. Für diese Platzierungen gibt es dann Meisterschaftspunkte. Die Wettbewerbe werden häufig in Kiesgruben, Steinbrüchen oder ehemaligen Militärgeländen durchgeführt und finden sowohl in Deutschland als auch den Nachbarländern statt.

Seit 2011 sind Jürgen Fahlbusch, Sohn Georg Fahlbusch und Tochter Insa Spors (geborene Fahlbusch) im Truck Trial als Team Fahlbusch-Mog-Sport (FaMoS) mit ihrem inzwischen 52 Jahre alten ehemaligen Bundeswehr-Unimog 404S aktiv. Das Fahrzeug ist für den Motorsport umgebaut und hat so wenig Ähnlichkeit mit dem ursprünglichen Militärfahrzeug. Die Umbauten dienen in erster Linie der Sicherheit für die Besatzung. So kennzeichnet ein massiver Überrollkäfig das Führerhaus. In diesem befinden sich Schalensitze mit entsprechenden Vierpunktgurten. Die Technik ist nach wie vor die ursprüngliche Serientechnik. Nur der Motor ist gegenüber dem Auslieferzustand an die Bundeswehr durch die stärkere Version der vergleichbaren Feuerwehrfahrzeuge ersetzt worden.

Das einzige hessische Team im Truck Trial Sport

Als Besonderheit in der kleinen Fahrzeugklasse, in der auch die Mitbewerber in der Regel mit Unimogs antreten, ist bei dem Fahrzeug von Fahlbusch-Mog-Sport kein Diesel, sondern ein 6-Zylinder-Benzinmotor im Einsatz. In der Regel ist dies auf Grund des schlechteren Drehmomentverlaufs ein Nachteil im Wettbewerb, denn es kommt nicht auf hohe Endgeschwindigkeit, sondern auf gefühlvolles Fahren im niedrigsten Geschwindigkeitsbereich an. Die Bruchköbler haben in dieser Saison an insgesamt sieben internationalen Wettkämpfen teilgenommen und sind dabei das einzige hessische Team im Truck Trial Sport.

www.team-fahlbusch.de

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