Heike Eger mischt nicht nur für den ADAC Triathlonclub Main-Kinzig die Lauf- und Triathlonszene auf, sondern auch für die Feuerwehr Gelnhausen. Foto: PM

Gelnhausen

Trotz zehn Operationen erfolgreiche Triathletin

Triathlon. Heike Eger lässt sich von Rückschlägen nicht aus dem Konzept bringen. Die 33-jährige Gelnhäuserin ist trotz zehn Operationen im Triathlon für den ADAC Triathlonclub Main-Kinzig und die Feuerwehr erfolgreich und leistet neben ihrem Job ein erstaunliches Pensum.

Von Laura Becker

Hindernisse scheinen für Eger eher eine beschleunigende, als eine hemmende Wirkung zu haben. Die 33-Jährige hat mit dem Triathlon ihre große Leidenschaft gefunden. Der Weg dorthin war immer wieder von verletzungsbedingten Rückschlägen gespickt.

Als mit Anfang 20 der damals leidenschaftlichen Fallschirmspringerin Eger bei einem schweren Autounfall der Brustkorb zertrümmert wird, muss sie dem Flugsport den Rücken kehren. Beeindruckt von der Unterstützung der Feuerwehr am Unfallort meldet sie sich im Anschluss bei der Wehr in Gelnhausen Mitte und steigt dort als Quereinsteigerin ein.

Aufstieg zur Truppenführerin

Über die Grundausbildung schafft die zierliche Frau es schnell zur Atemschutzgeräteträgerin und schließlich bis zur Truppenführerin. Innerhalb der Feuerwehr schließt sie sich außerdem der Laufgruppe an. „Sportlich war ich schon immer, aber Ausdauersport hat mich eigentlich nie interessiert und auch in der Schule war Sport nie mein Ding. Teilweise habe ich mir Entschuldigungen gefälscht, um bloß nicht am Schwimmunterricht teilnehmen zu müssen.“

In der Gruppe findet sie aber schließlich Spaß daran und steigert ihr Pensum kontinuierlich. Eine gute Platzierung bei einem Zehn-Kilometer-Lauf spornt sie schließlich zu mehr an. „Nachdem ich erstmals bei einem Feuerwehrlauf ganz oben auf dem Podest stand, kam mir die Idee, einen Marathon zu laufen. Meine Kameraden lachten und meinten, ich solle doch erstmal einen Halbmarathon laufen, bevor ich einen Marathon laufen will. Das kam mir gar nicht in den Sinn, halbe Sachen mache ich nicht.“ Gesagt, getan und Eger absolviert ihren ersten Marathon in 5:18 Stunden.

Rückschläge als Sprungbrett

2011 muss sich die im Investment-Bereich der Commerzbank arbeitende Ausdauersportlerin dann einer Fuß-OP unterziehen, nach der die Ärzte ihr von ihrer neugefundenen Leidenschaft abraten. „Nicht schon wieder, dachte ich mir damals. Erst wurde mir das Fallschirmspringen genommen, dann hatte ich das Laufen für mich entdeckt und das sollte mir dann auch genommen werden“, beschreibt sie ihre Gefühlslage mit Mitte 20.

„Nach den ersten Fuß-OPs suchte ich nach einer fußentlastenden sportlichen Tätigkeit. Bei einem Schwimmbadbesuch fiel mir ein Trainer auf, der für besserkraulen.de am Beckenrand stand. Kurz darauf meldete ich mich zum Anfängerkurs an und hatte so viel Spaß daran, dass ich dabei blieb und schließlich gefragt wurde, ob ich mich nicht mal im Triathlon versuchen möchte.“

Beim ADAC Triathlonclub Main-Kinzig nimmt man die Quereinsteigerin direkt an die Hand. Fünf Jahre ist der Einstieg in den Triathlon nun her und der Sport hat seither zunehmend Platz im Leben der Gelnhäuserin eingenommen.

Wechsel in den passiven Dienst

Bei der Feuerwehr in Gelnhausen musste Eger die Schwerpunkte aufgrund des hohen Trainingspensums verschieben. „Bei den Tagdiensten war ich durch meinen Job schon nicht mehr verfügbar und am Abend war ich dann immer auf dem Rad oder im Schwimmbad, sodass ich bei einem Einsatz auch nicht schnell genug im Gerätehaus wäre. Somit blieben nur die Nachteinsätze und das war dann irgendwann einfach nicht mehr zu stemmen.“ Vom aktiven hat sich Eger somit schweren Herzens in den passiven Dienst gemeldet und ist seither Ansprechpartnerin, wenn es darum geht, die Wehrtruppe fit zu halten.

Das Ableisten ihres eigenen Trainingspensums will währenddessen gut geplant sein. So dient der Arbeitsweg von Gelnhausen in die Frankfurter Innenstadt schon mal als Radtrainingsstrecke. „Im Sommer fahre ich so zwischen fünf und sechs Uhr los, im Winter sobald es etwas heller ist. Wenn ich entspannt fahre, brauche ich eineinhalb Stunden. Im Büro bin ich dann deutlich entspannter und frischer.“ Je nach Trainingsplan wird in der Mittagspause das Mainufer für die Laufeinheit genutzt.

'Stehe still und sammle dich'

Dass ihr Zeitmanagement mehr als gut ist, beweist Eger täglich aufs Neue. Neben dem Training pflegt sie ihren erkrankten Vater und zieht aus ihren Erfahrungen aus dem Sport und der Feuerwehr viel Kraft. „Als Atemschutzgeräteträger bei der Feuerwehr haben wir das Credo 'Stehe still und sammle dich' mit auf den Weg bekommen. Davon habe ich im Job und auch im Privatleben unheimlich profitiert. Augen schließen, durchatmen und den Puls senken.“ Und auch beim Laufen gilt: „Wenn der Kopf es will, werden es auch die Füße schaffen.“ Sie selbst hat es bisher schon ein ums andere Mal bewiesen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema