Die Hüttengesäßerin Doreen Vennekamp (rechts) mit ihren Teamkolleginnen Sandra Hornung und Michelle Skeries bei der Militär-WM in Doha. Foto: Privat

Hüttengesäß

Trotz gerissenem Kreuzband: Vennekamp holt Titel bei Militär-WM

Sportschießen. Mit gerissenem Kreuzband ist Doreen Vennekamp im November doppelte Militär-Weltmeisterin geworden. Die Nationalkader-Schützin ist über Weihnachten und Silvester zuhause in Hüttengesäß gewesen, hat ihr lädiertes Knie geschont. Die Operation hat die 21-Jährige aufgeschoben, da sie vorher noch andere Ziele hat.

Von Thorsten Jung„Ich will erst noch den Weltcup im Februar in Indien schießen“, sagte Vennekamp beim Besuch unserer Zeitung.

Vennekamp blickt auf ein ereignisreiches Jahr 2016 zurück. Ihr erstes in der Damen-Nationalmannschaft.Platz unter den besten 15 der Welt und Olympia als ZieleDie Sportsoldatin ist in Neubiberg bei München stationiert und hat auch in diesem Jahr viel vor. Ein Platz unter den besten 15 der Welt ist ihr Ziel. Und irgendwann dann mal Olympia.

Höhepunkt in Vennekamps Wettkampfjahr 2016 sollte die Militär-Weltmeisterschaft in Doha werden. Drei Wochen zuvor stand für die Sportgruppe zum Aufwärmen Rugbyspielen auf dem Programm. Vennekamp erlitt einen Kreuzbandriss. Trotzdem bestieg die Hüttengesäßerin das Flugzeug nach Katar.Auf die Zähne beißen statt Schiene und Tape-VerbandSie wollte ihre Mannschaft nicht im Stich lassen. „Der Flug war das Schlimmste“, denkt Vennekamp an die Reise an den Persischen Golf zurück. Auch der Weg vom Hotel zur Wettkampfstätte hat sich in ihr Gedächtnis eingebrannt: „Wir wurden mit einer Polizeieskorte zum Schießstand gebracht. Mitten in der Wüste war das. Alles war begrünt. Dahinter ist eine große Rennstrecke gewesen, die Stadien für die Fußball-WM 2022 werden dort gebaut.“

Beim Schießen musste Vennekamp die Zähne zusammenbeißen: Schiene und Tape-Verband waren verboten. „Diese Form der Stabilisation ist bei Wettkämpfen nicht erlaubt“, erklärte sie. Die 21-Jährige zielte trotzdem sehr genau. 

„Mein Job ist es, meinen Sport gut zu machen“Gemeinsam mit Sandra Hornung (Regensburg) und Michelle Skeries (Frankfurt/Oder) bejubelte sie die Goldmedaillengewinne mit der Sportpistole und der Militär-Schnellfeuerpistole. „Im Einzel hat mein Knie dann nicht mehr so mitgemacht. Aber auch in der Mannschaft haben wir mit Gold nicht gerechnet. Das war ein tolles Erlebnis.“ Im Einzel landete Vennekamp auf den Plätzen 16 (Sportpistole) und 33 (Militär-Schnellfeuerpistole).

„Mein Job ist es, meinen Sport gut zu machen“, sagt Vennekamp. Und: „Ich bin Repräsentant für unser Land und die Bundeswehr.“ Die EM-Dritte der Junioren-WM 2012 hat ihren elfmonatigen freiwilligen Wehrdienst auf 23 Monate verlängert und kann sich im Anschluss ein Fernstudium vorstellen.Der große Traum von OlympiaUnd dann ist da noch der olympische Traum. Auf die Spiele 2020 in Tokio will sich Vennekamp nicht unbedingt festlegen. Auch 2024 hat sie im Hinterkopf. Im vergangenen Sommer hat sie ganz genau nach Rio de Janeiro geschaut. „Ein Highlight war der Olympiasieg der Griechin Anna Korakaki. Gegen sie hatte ich im Mai in einem Stechen noch gewonnen.“

Mit Goldmedaillengewinner Christian Reitz (Schnellfeuerpistole) und Silbermedaillengewinnerin Monika Karsch (Sportpistole) trainiert Vennekamp am Stützpunkt. Vennekamp hat in ihrem ersten Jahr als Sportsoldatin zwei Bestweiten deutlich gesteigert, bei der Militär-WM zweimal Gold gewonnen und ist nah an den Olympiasiegern dran. Vennekamp bei Olympia. Da wäre ganz Hüttengesäß aus dem Häuschen.

Das könnte Sie auch interessieren