Der entscheidende Touchdown: Kassels Anton Brinner (rechts) befördert die Hanau Hornets mit dem Touchdown 45 Sekunden vor Spielschluss in die Playdowns. Foto: BLURRED PICS/Ilja Peer Tripp

Hanau

Trotz dicker Halbzeitführung: Hornets müssen in die Playdowns

American Football. Die Hanau Hornets müssen nachsitzen: Im letzten Spiel der Oberliga-Saison verlieren die Hornissen 14:20 gegen die Kassel Titans und müssen als Tabellenletzter in die Playdowns. Dabei haben sich die Hanauer nach Kräften gegen die Titanen gewehrt und sogar mit 14:0 geführt.

„Wir haben alles gegeben, aber am Ende hat es nicht gereicht. Wir haben toll gekämpft und eine super erste Halbzeit hingelegt. Jetzt gilt es, sich auf die Playdowns vorzubereiten“, meinte ein sichtlich erschöpfter Richard Nelson nach der dramatischen Partie in Kassel. Beide Teams spielten von Beginn an auf Sieg, immerhin haben die Gastgeber noch auf den ersten Tabellenplatz gehofft. Dazu wäre ein Sieg und Schützenhilfe aus Offenbach nötig gewesen, doch die Rockets haben beim Tabellenführer Rüsselsheim Crusaders 14:46 verloren.

In Kassel bringen zwar zunächst weder die Hornets noch die Titans Zählbares auf das Scoreboard, doch immer wieder setzen die Quarterbacks beider Teams im ersten Quarter Akzente. Die Hornets finden immer besser ins Spiel, wobei Hanaus Defense viel Druck auf Kassels Angreifer ausübt. Die Hausherren versuchen es hingegen mit langen Pässen, doch Eric Deffenbaugh kann ein ums andere Mal den Ball abklatschen. Dann sind die Hornets auf einmal im Vorwärtsgang, erzielen Raumgewinn durch Marvin Dell und Marcel Pfannkuchen, Alexander Höhl marschiert zum First Down.

14:0-Halbzeitführung... und dann kam alles anders

Nun versucht es Hanau durch die Luft. Marvin Dell fängt einen weiten Pass von Nelson und entert die Kasseler Endzone. Extrakick von Tim Marburger – und Hanau führt 7:0. Kassel startet daraufhin wütende Angriffe, aber Hanau stemmt sich mit aller Kraft dagegen. Die Hornets marschieren wieder Richtung Endzone und markieren durch einen Quarterback-Sneak von Richard Nelson sowie Extrakick von Marburger die 14:0-Halbzeitführung.

Coach Nelson treibt beim Pausentee aber die Personalsituation Sorgenfalten auf die Stirn. Denn die Hanauer sind mit einem kleinen Kader angereist und viele Akteure stehen mittlerweile fast durchgängig auf dem Feld.

Nach der Pause setzen die Titans im Angriff vor allem durch Quarterback Felix Heußner die Akzente. „Das ist ein Spielertyp, den du einfach nicht unter Kontrolle kriegst“, erklärt Hanaus Pressesprecher Achim Korn. Die Hornets durchaus weiterhin mit Chancen, aber die letzten Meter zur Kasseler Endzone scheinen wie vernagelt. Kassel kann dagegen mit einem Lauf den 6:14-Anschluss markieren. Im letzten Viertel liefern sich beide Mannschaften weiterhin einen offenen Schlagabtausch.

Fataler Touchdown

Hanau will die Entscheidung und den dritten Touchdown, Kassel stemmt sich dagegen und kommt über den agilen Heußner immer wieder zu Chancen. Mit einem Pass in die Endzone verkürzen die Nordhessen auf 12:14, der Extrakick wird nicht verwandelt. Hanau sehnte den Schlusspfiff herbei, denn bei diesem Ergebnis hätte Lokalrivale Offenbach wieder die rote Laterne übernommen.

Doch kurz vor Spielende, mit weniger als einer Minute auf der Spieluhr, zirkelt Heußner einen weiten Pass in die Hanauer Endzone, Anton Brinner greift zu und erzielt den erlösenden Touchdown aus Kasseler Sicht. Auch die Two-Point-Conversion gelingt. Kassel schickt mit dem 20:14-Endstand die Hanau Hornets in die Playdowns. Die Neuwied Raiders sind dann wahrscheinlich die Gegner der Hanauer Hornissen.

„Wir haben wieder ein gutes Spiel gezeigt. Wir haben mit Herz und Leidenschaft gespielt, am Ende war der Footballgott gegen uns. Jeder ist über seine Grenze hinaus gegangen. Ich bin stolz auf dieses Team. Egal, wer in der Relegation auf uns trifft: Mit dieser Leistung und diesem Team werden wir nicht absteigen“, stellt Nelson klar. mei

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