Der Hanauer Kai Pfaffenbach bekommt den Pegasos-Preis von Walter Mirwald, dem Vorsitzenden des Vereins Frankfurter Sportpresse. Foto: Jung

Hanau

Sportpresseball: Pegasos-Preis für Kai Pfaffenbach

Sport allgemein. Es war eines der ersten Highlights des 36. Deutschen Sportpresseballs: Kai Pfaffenbach wurde mit dem Pegasos-Preis in der Kategorie Sportmedien ausgezeichnet. In einem Videoeinspieler wurden auf der großen Leinwand die prämierten Bilder des Hanauer Fotografen gezeigt.

Der 46-Jährige beschrieb anschließend, wie das Foto von Usain Bolt entstand, mit dem er den World Press Photo Award gewann. Der Einspieler endete mit den großen Worten von Jörg Müller: „Kai Pfaffenbach transportiert Emotionen und Geschichten, wie sie Wilhelm und Jacob Grimm nicht besser hätten schreiben können.“

Das Lob des Geschäftsführers der Agentur Metropress, die den Ball gemeinsam mit dem Verein Frankfurter Sportpresse (VFS) und dem Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) veranstaltet, schloss sich Walter Mirwald an. „Er ist ein Fotograf für die besonderen Momente, ein Tausendsassa mit der Kamera“, beschrieb der VFS- Vorsitzende den rund 2300 Gästen in der Alten Oper Frankfurt den diesjährigen Preisträger. Im Vorjahr hatte ARD-Kommentator Tom Bartels diese Ehrung erhalten.

Viele preisgekrönte Fotos

„Dieser Pegasos-Preis ist etwas Besonderes für mich, den ich im Namen aller meiner Kollegen auf der ganzen Welt angenommen habe. Wir sind mit unseren Kameras die Augen der Menschen, die nicht im Stadion sein können und wollen ihnen die Geschichte erzählen“, sagte Pfaffenbach.

Der Geehrte hatte 2014 ein preisgekröntes Foto geschossen, auf dem der Moment festgehalten ist, in dem Mario Götze das Tor zum Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft erzielte. Im Halbfinale des 100-Meter-Laufs der Olympischen Spiele 2016 hatte er den davon geeilten Usain Bolt lächelnd und mit herausgestreckter Zunge fotografisch einfangen können. „Als ich es angeschaut habe, wusste ich sofort dass das der beste Mitzieher ist, den ich je gemacht habe“, beschrieb Pfaffenbach, der hin und wieder auch für unsere Zeitung als Fotograf im Einsatz ist.

Gold für Storl dank Pfaffenbach

Die Juroren begründeten ihre Entscheidung, den Fotografen der weltweit agierenden Agentur Reuters zu prämieren, auch mit einer Begebenheit bei der Leichtathletik-WM 2013 in Moskau. Mit seinen Fotos bewies er, dass der für ungültig erklärte entscheidende Wurf von David Storl gültig war. Die Schiedsrichter schauten sich Pfaffenbachs Bilder an und revidierten ihre Entscheidung. Storl gewann dadurch Gold im Diskuswerfen – Pfaffenbach bekam später den Fairplay Preis des deutschen Sports.

Weitere Trophäen gingen an Gesa Felicitas Krause, Nico Rosberg, Reinhold Messner und Boris Becker.

Becker war bereits 2008 zur Legende des Sports ernannt worden, bekam den Pegasos jetzt nachgereicht. „Der Sport hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin. In guten wie in schlechten Zeiten“, sagte der dreimalige Wimbledon-Sieger mit Blick auf die derzeitigen Schlagzeilen über seine Person. Sportlegende 2017 wurde Messner. Als erster Mensch bestieg er alle 14 Achttausender ohne Sauerstoffflasche. „Was mich besonders freut, ist nicht die sportliche Dimension. Man gibt mir diesen Preis, weil ich den Heroismus aus dem Bergsteigen herausgenommen habe. Das ehrt mich, denn das war eines meiner größten Anliegen seit 60 Jahren“, freute sich Messner.

Hindernisläuferin Krause erhielt die Ehrung Sportler mit Herz für ihre souveräne Reaktion auf ihren fremdverschuldeten Sturz im WM-Finale über 3000 Meter Hindernis. Obwohl sie dadurch frühzeitig alle Medaillenchancen einbüßte, hatte sie das Rennen beendet und danach jegliche Schuldzuweisungen unterlassen. „Nach dem missratenen WM-Finale ist das ein ganz besonderer Tag für mich. Ich habe lange damit zu kämpfen gehabt. Deshalb ist es schön, wenn man jetzt am Ende des Jahres so dafür honoriert wird“, sagte die 25-Jährige. Ebenfalls Sportler mit Herz wurde Formel-1-Weltmeister Rosberg, der im Vorjahr nach seinem WM-Triumph zurückgetreten war, um mehr Zeit für seine junge Familie zu haben. Rosberg hatte damit nach Ansicht der Ball-Organisatoren ein Zeichen für emotionalen statt noch mehr materiellen Reichtum gesetzt. Er genieße die Zeit mit seinen beiden kleinen Töchtern, auch wenn die knapp zwei Monate alte Naila ihren Papa ganz schön auf Trab halte. „Ich bin voll dabei, mache alles. Das ist die Neuzeit, dass man als Vater richtig anpackt“, berichtete er stolz und fügte augenzwinkernd hinzu: „Ich bin extra hierhergekommen, um einen tollen Schlaf zu haben. Das ist ein bisschen zu kurz gekommen in letzter Zeit.“

Alle Fans des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt freuten sich über acht Idole des Traditionsvereins. Die Eintracht präsentierte die Ex-Stars als neue Markenbotschafter. Zu ihnen gehören neben dem Mittelfeldspieler des FC Hanau 93, Ervin Skela, noch Jürgen Grabowski, Bernd Hölzenbein, Karl-Heinz Körbel, Ronny Borchers, Uwe Bein, Uli Stein und Dragoslav Stepanovic.

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