Hanauer Sportlerin des Jahres: Doreen Vennekamp (Sportpistole, SV Hubertus Hüttengesäß) mit ihrem Freund. Foto: Bender

Hanau

Sportlerwahl: Dragsterfahrer, Sportschützin und Fußballer siegen

Sport Allgemein – 5000 PS – diese unglaubliche Kraft hat Dennis Habermann nicht nur den Europameister-Titel des vergangenen Jahres beschert, sondern nun auch den Titel bei der Wahl zum HANAUER Sportler des Jahres 2018.

Von Robert Giese

Neben dem Dragster-Rennfahrer triumphierten bei der von der Sparkasse Hanau präsentierten Sportlerwahl auch die Sportschützin Doreen Vennekamp sowie die Fußballer vom FC Erlensee.

Als HA-Onlinechef Lukasz Galkowski auf der Bühne des Culture Clubs Habermann als Sieger bei der Wahl zum Sportler des Jahres bekannt gab, dürfte sich der Rennfahrer gefühlt haben wie am Steuer seines Dragsters – von null auf 100 in weniger als einer Sekunde. Diese irrwitzige Beschleunigung, vergleichbar etwa mit dem Start eines Space Shuttles, ist für den 29-Jährigen allerdings praktisch Routine, wenn er mit seinem Dragster bei den Rennen der Europameisterschaften die Viertelmeile so schnell wie möglich hinter sich bringen will.

Glücklich, aber gefasst präsentierte sich Habermann daher anschließend auf der Bühne, aber wer sich freiwillig in ein Gefährt mit 5000 Pferdestärken setze, den könne eben so leicht nichts erschüttern, wie Galkowski vermutete. Habermann stammt aus einer Rennsport-Familie, schon der Vater bestritt Rennen, seine beiden Söhne Timo und Dennis setzen diese Tradition inzwischen fort. „Timo ist mein großes Vorbild – und mein härtester Konkurrent“, verriet Habermann auf der Bühne, schließlich starten die beiden Brüder in der gleichen Rennklasse, die Europameisterschaft sicherte sich Dennis diesmal knapp vor Timo.

Dragster-Fahrer Dennis Habermann hat von klein auf Benzin im Blut

Da der Vater und ältere Bruder Dragster fuhren, hatte auch Dennis schon von klein auf Benzin im Blut und fuhr bereits im Alter von acht Jahren erste Rennen in der Nachwuchsklasse. „Auch da ist man schon in 2,4 Sekunden von null auf 100“, sagte der ‧Europameister, „und damit schneller als jeder Ferrari.“ Privat hat Habermann allerdings keinen Bleifuß, wie er beteuerte: „Ich habe zwei ‧Kinder, da fahren wir einen Kia.“

Im Unterschied zu den meisten anderen Sportarten fließe beim Rennsport viel Zeit und Aufmerksamkeit in das Equipment. „Da wir nur bei trockenem Wetter fahren können, dauert unsere Saison immer nur von Mai bis September, in den restlichen Monaten schrauben wir mit unserem Team am Dragster.“ Training finde eigentlich nur unmittelbar vor den Rennen statt, wo Habermann dann austeste, wie gut die neu verbauten Teile sich in der bewährten.

Sportschützin Doreen Vennekamp hat Olympische Spiele vor Augen

Anders als Habermann kam die HANAUER Sportlerin des Jahres relativ spät zu ihrem Sport, denn Doreen Vennekamp bestritt erst im Alter von 14 Jahren und eher zufällig ihren ersten Wettkampf. „Das war ein Ortsvereinsschießen“, erinnert sich die Sportschützin, die dort prompt ihre Leidenschaft fürs Schießen entdeckte und mittlerweile eine der besten Schützinnen Deutschlands ist. Inzwischen peilt die treffsichere 23-Jährige, die bei den Weltmeisterschaften 2018 zweimal Bronze holte, für 2020 die Teilnahme bei den Olympischen Spielen an.

„Zwei von drei Schritten auf dem Weg dorthin habe ich schon geschafft“, so Vennekamp; um den dritten auch noch erfolgreich zu meistern, stehe ihr 2019 ein Jahr mit vielen Wettkämpfen bevor: Ob China oder Brasilien, die Sportschützin aus Hüttengesäß wird auf der ganzen Welt auf Wettkampfniveau testen. Vennekamp ist fest entschlossen, ihr großes Ziel auch zu erreichen: „Ich werde alles geben im vorolympischen Jahr.“

Nach zwei Aufstiegen in Folge haben sich die Fußballer des FC Erlensee in der Verbandsliga rasch etabliert

Zu den Olympischen Spielen wird es die Fußballer des FC Erlensee, die als Mannschaft des Jahres ausgezeichnet wurden, wohl nicht verschlagen, dennoch kann das junge Team von Tobias Heilmann auf einige erfolgreiche Jahre zurückblicken, denn den Erlenseer Kickern gelangen zwei Aufstiege in Folge. Aktuell spielen sie in der Verbandsliga und haben sich rasch etabliert.

Ihre größte Stärke stellten die Fußballer auch bei der Preisverleihung im Culture Club zur Schau, denn die Truppe spielt zum größten Teil schon seit der Jugend zusammen und ist ein eingeschworener Haufen. „Unser Erfolgsrezept ist vermutlich, dass wir auch abseits des Fußballplatzes viel miteinander unternehmen“, verrieten die Kicker, die für ordentlich Stimmung sorgten. Über ihren Preis freuten sie sich daher auch besonders: Neben dem Titel „Mannschaft des Jahres“ gab es für die Mannschaft nämlich auch noch 100 Liter Freibier.

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