Beim „9. Kriterium in Hanau“ kamen Radsportfans voll auf ihre Kosten. Foto: Kalle

Hanau

"Sportarten im Check": Sprints und Spannung beim Radsport

Radsport. Wir waren beim Radrennen der Radsportgemeinschaft Frankfurt im Hanauer Gewerbebiet Nord für die Serie „Sportarten im Check“ zu Gast und haben dort spannende Rennen, packende Zweikämpfe ebenso gesehen, wie schwere Stürze mit mehreren Verletzten, die teilweise ins Krankenhaus gebracht werden mussten.

Von David Lindenfeld

Das Startsignal ertönt, dann treten beim „9. Kriterium in Hanau“ zirka 50 Radsportler in der sogenannten Elite, Klasse B und C, gleichzeitig in die Pedale und machen sich auf den Weg in die erste Runde auf dem 1,7 Kilometer langen Kurs durch das Gewerbegebiet Nord in Hanau.Start und Ziel befinden sich in der Donaustraße auf Höhe des VW-Geschäfts. Anschließend biegt der Kurs rechts auf die Weser- und schließlich noch einmal rechts auf die Moselstraße ab, ehe es zurück auf die Donaustraße am HANAUER ANZEIGER vorbei auf die Start- und Zielgerade geht.Attraktiver ModusBei der Elite, wie alle Fahrer, die älter als 23 Jahre sind genannt werden, legen die Radsportler die Runden in Zeiten unter zwei Minuten zurück. Jede fünfte Runde ist meist noch ein wenig schneller. Das liegt am Modus, der den Wettbewerb vor allem für die Zuschauer spannend und interessant macht:Nach jeder fünften Umrundung erhalten die ersten vier Fahrer, die über die Ziellinie kommen, Punkte für ihre Platzierung (fünf Punkte für den Ersten, drei für den Zweiten, zwei für den Dritten und einen für den Vierten). Die Schlusswertung wird zudem doppelt gezählt (10, 6, 4, 2 Punkte). Am Ende des Rennens siegt nicht derjenige, der als erstes durchs Ziel kommt, sondern der, der die meisten Punkte auf dem Konto hat.Viele SprintsFür die Zuschauer, von denen sich der Großteil an Start und Ziel versammelt hat, ist das besonders spannend, da sie nach jeder fünften Runde einen Zielsprint geboten bekommen. Dann sieht man schon früh am Ende der Straße, wie sich nach der letzten Kurve vor der Zielgeraden das Feld, das sonst in maximal Zweier- oder Dreierreihen dicht hintereinander fährt, in die Breite zieht.Häufig gibt es kurz vor dem Ziel noch einmal schöne Überholmanöver zu sehen und oft sind es auf Höhe der Ziellinie nur Zentimeter, die darüber entscheiden, ob ein Fahrer für die Wertungsrunde Punkte bekommt oder nicht.Vorsicht und Konzentration gebotenBei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von ungefähr 40 Stundenkilometern und einem 50-köpfigen Feld, das nahezu das gesamte Rennen dicht beisammen bleibt, ist sowohl in den Kurven als auch auf der Geraden höchste Vorsicht und Konzentration geboten. Welche Folgen kleinste Unachtsamkeiten haben können, zeigt ein Sturz aus dem Rennen der U17 und der weiblichen Elite, die beide zusammen in einem Rennen gestartet sind.Weil sich zwei Fahrer mit ihren Lenkrädern ineinander verhakt haben, kommt es auf der Gegengeraden in der Moselstraße zu einem schweren Massensturz, an dem mindestens acht Fahrer und Fahrerinnen beteiligt sind. Die beiden Notärzte, die in ständiger Bereitschaft sind, reagieren sofort und leiten erste Hilfsmaßnahmen ein, bis die beiden Krankenwagen eintreffen. Viele Fahrer kommen mit Schürfwunden und Prellungen am Körper davon. Zwei Sportler müssen mit Verdacht auf einen Knochenbruch ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Unfälle gehören dazuTiefe Schürfwunden bis hin zum Knochen sind bei Stürzen mit wenig Bekleidung und Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 60 Stundenkilometern auf Asphalt wenig verwunderlich. Wie bei jedem anderen Rennsport gehören Unfälle auch bei Radrennen dazu und lassen sich nur schwer vermeiden.Auch die verletzten Nachwuchsfahrer, die trotz Schmerzen humorvoll mit der Situation umgehen und Witze machen, während sie vom Notarzt verarztet werden, wissen, mit welchem Risiko der Sport verbunden ist und haben in der Regel bereits den ein oder anderen Sturz in ihrer Laufbahn erlebt.Höhepunkt ohne UnfallDa zwei Rettungswagen mitten auf der Strecke stehen, um die Verletzten zu versorgen, und die männliche Elite bereits in den Startlöchern steht, muss das Rennen als einziges ohne Wertung abgebrochen werden. Vor dem letzten Rennen des Tages betont der Moderator der Veranstaltung Frank Petry noch einmal, dass die Fahrer kein zu hohes Risiko gehen sollen.Zum Glück geht der Höhepunkt des Tages mit 50 Teilnehmern im Rennen der männlichen Elite ohne Unfall, dafür aber mit spannenden Zweikämpfen und spektakulären Überholmanövern über die Bühne – so wie man es sich als Radsportfan wünscht.FazitDurch den spannenden Modus mit mehreren Wertungsrunden gibt es für die Zuschauer beim Amateurradrennen im Hanauer Gewerbegebiet viele Zielsprints und packende Zweikämpfe zu sehen. Da kein Eintritt verlangt wird und man sich rund um die Strecke frei bewegen kann, ist die Veranstaltung – vor allem bei sonnigem Wetter wie am Pfingstmontag – immer einen Besuch wert.

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