Sport allgemein

Sparkassen-Sportstiftung vergibt Stipendien an Nachwuchstalente

Sport. Für Nachwuchssportler ist der Weg an die Spitze oft steinig: Um gegen die starke Konkurrenz anzukommen, müssen sie Woche für Woche hart trainieren, sich auf Wettkämpfen mit ihren Mitstreitern messen und dabei oft einen großen finanziellen Aufwand stemmen.

Von Robert GieseUm einen Beitrag zu leisten, die finanziellen Herausforderungen für „Jahrhunderttalente“ wie Marlen Charrier etwas besser zu bewältigen, hat die Sparkassen-Sportstiftung für das kommende Jahr wieder zahlreiche Stipendien an Nachwuchssportler aus dem Main-Kinzig-Kreis vergeben.

Hanauerin Marlen Charrier gilt als Jahrhunderttalent

Einmal mehr tummelten sich in der vergangenen Woche die sportlichen Top-Talente des Main-Kinzig-Kreises in den Räumlichkeiten der Sparkasse Hanau am Marktplatz, um über ihre Erfolge, Entbehrungen und Ziele Auskunft zu geben. Ob aus der Leichtathletik, dem Reitsport, Rudern, Rope Skipping oder anderen Sportarten, auf der Bühne standen allesamt Nachwuchssportler unterschiedlicher Disziplinen, die in diesem Jahr für Furore gesorgt und Titel in Serie geholt hatten – Sportler wie die 14-jährige Marlen Charrier, die beim 1. Hanauer REC Rollkunstlauf auf allerhöchstem Niveau betreibt und schon jetzt als „Jahrhunderttalent“ gilt.

Charrier hatte zwar bereits mit reichlich Verletzungspech zu kämpfen, 2019 war dennoch das erfolgreichste Jahr in ihrer Karriere: Bei den Deutschen Meisterschaften holte sie sich den Titel sowohl in der Pflicht als auch in der Kür und nahm auch an den Europameisterschaften in der Cadetten-Altersklasse teil. Dort setzte sie ihren Erfolgszug fort, ließ in der Pflicht alle Konkurrentinnen hinter sich und gewann die Europameisterschaft.

Kein Tag ohne Training

Für diese Erfolge muss sich die 14-Jährige mächtig ins Zeug legen, sechsmal pro Woche steht Training auf dem Programm, dazu kommen die Wettkämpfe. „Nach der Schule gehe ich eigentlich immer direkt zum Training und bin dort dann bis abends“, berichtete Charrier den rund 70 Ehrengästen.

Ihre Trainerin Nathalie Wiedmann-Heinz war voll des Lobes über ihren talentierten Schützling. „Sie bringt extrem viel mit, ist sehr fleißig und ihre Eltern unterstützen sie auch sehr – bei ihr passt einfach alles. Ich bin unheimlich stolz, so ein Jahrhunderttalent trainieren zu dürfen.“

Ohne Unterstützung aus der Familie geht nichts

Wie bei Charrier ist es bei allen Sportlern das Zusammenspiel von eigenem Talent und Ehrgeiz sowie der Unterstützung durch die Eltern und den Verein, die solche Ausnahmeleistungen erst möglich machen. In den zahlreichen Trainingseinheiten müssen die Talente schließlich professionell, aber in der Regel auf ehrenamtlicher Basis betreut werden, zu den Trainingseinheiten oder Wettkämpfen müssen sie gefahren werden und auch das häufig kostspielige Equipment will bezahlt werden – ohne Unterstützung der Eltern wäre das undenkbar.

Die 14-jährige gilt als Jahrhundertalent: Marlen Charrier (Mitte) bekommt ein Stipendium für ihre Leistung im Rollkunstlauf. Ihre Trainerin Nathalie Wiedemann-Heinz und Rainer Gimplinger, der Vorsitzende der Sparkassen-Sportstiftung, stehen ihr zur Seite.

So ist es auch bei Charrier, deren Material mächtig ins Geld geht: „Die Stiefel und Rollen sind sehr teuer, da kommt schnell etwas zusammen“, berichtet ihre Trainerin. Dazu kommen noch die Reisekosten, denn die 14-Jährige schätzt, dass sie „im Schnitt jedes zweite Wochenende“ an einem Wettkampf teilnimmt – und diese finden nicht vor der Haustür statt, sondern quer durch Deutschland und Europa verteilt. Vor diesem Hintergrund helfe das Stipendium der Sportstiftung sehr, wie Charrier betonte.

Sportler sind weltweite Botschafter der Region

Genau diese Hilfe wolle die Sparkassen-Sportstiftung den jungen Sportlern auch bieten, wie deren Vorsitzender Rainer Gimplinger in seiner Rede unterstrich. „Diese Förderung soll ein kleiner Baustein sein, damit Sie ihre gesteckten Ziele erreichen“, so Gimplinger zu den Talenten. Durch ihre Erfolge seien sie nicht nur national, sondern auch international wichtige Botschafter und Vertreter der Städte und Gemeinden im Main-Kinzig-Kreis, wie auch Landrat Thorsten Stolz herausstrich.

Charrier selbst hat jedenfalls zumindest in ihrem Verein eine große Strahlkraft entwickelt: „Sie lebt vor, wie es geht, und gibt anderen Nachwuchssportlern einen großen Motivationsschub“, berichtete ihre Trainerin. Gut möglich, dass sich diese Entwicklung in den kommenden Jahren weiter fortsetzt, denn die 14-Jährige hat noch lange nicht genug. „An der Weltmeisterschaft kann ich zwar noch nicht teilnehmen, weil ich dafür noch zu jung bin“, erklärte Charrier, „aber es gibt einen World Cup, der wäre für das kommende Jahr mein erstes Ziel.“

Ausgezeichnet wurden folgende Nachwuchssportler aus dem Main-Kinzig-Kreis:Lukas Abele, Dominik MüllerundMarius Abele vom SSC Hanau-Rodenbach (Leichtathletik)Mareen Bärund Lilith Schultheis von der TG Hanau (Rope Skipping)Paul Buschund Tim Niklas Meier von der Hanauer RG (Rudern)Marlen Charriervom 1. Hanauer REC (Rollkunstlauf)Nina Schilling, Lisa Marie Holbrookund Paul Wagner vom Hanauer RC Hassia (Rudern)Eva Kunkelvom Reit- und Fahrverein des Ronneburger Hügellandes (Reiten)Anouk Bischoffvom IPV Spessart (Reiten)Noah Chanvom Gelnhäuser Taekwondo Club (Taekwondo)Niklas Frachvom SV Gelnhausen (Schwimmen)Juan Sebastian Kletavom TV Gelnhausen (Leichtathletik)

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