Sarah Bormann musste gegen ihre Gegnerin aus der Ukraine zwar über zehn Runden gehen, siegte letztlich aber nach Punkten klar und wurde Weltmeisterin. Foto: Swierzy

Hanau

Sarah Bormann ist Weltmeisterin

Boxen. Sarah Bormann von der TG Hanau ist seit Samstagabend die neue Weltmeisterin der Verbände GBU und WIBF im Halbfliegengewicht.

Von Philipp Swierzy

Spektakuläre Box-Nacht im Karlsruher Wildparkstadion: In ihrem erst sechsten Profi-Kampf gewinnt Sarah Bormann von der TG Hanau am Samstagabend bei der „Ran Fighting Gala“ den Weltmeistertitel im Halbfliegengewicht (Gewichtsklasse bis 48,99 Kilogramm) der Boxverbände GBU (Global Boxing Union) und WIBF (Women’s International Boxing Federation).

"Babyface" geht über volle DistanzVor den Augen der gesamten deutschen Box-Prominenz sowie über 500 lautstarken Fans besiegte Sarah „Babyface“ Bormann in einem hartgeführten und kräfteraubenden Kampf über die volle Distanz von zehn Runden Oksana Romanova aus der Ukraine. „Ich bin überglücklich“, erklärte Bormann Sekunden nach dem Kampf. „Ich bin erst seit einem halben Jahr Profi und jetzt bin ich schon Weltmeisterin.“

Beäugt von Regina HalmichMit dem Titel des ältesten Frauen-Boxverbands WIBF tritt die 28-jährige Nidderauerin in die großen Fußstapfen von Boxlegende Regina Halmich, die in ihrer Heimatstadt Karlsruhe als Ehrengast mit am Ring saß.Es sei „außergewöhnlich, nach dem sechsten Kampf schon um eine Weltmeisterschaft zu boxen“, lobte Regina Halmich am Rande der Veranstaltung. „Ich glaube auf jeden Fall, dass sie sehr talentiert ist.“ Auch Bormanns Manager Rainer Gottwald sieht großes Potenzial in der vielleicht größten Nachwuchshoffnung im deutschen Frauen-Boxen. „Die Sarah schafft alles. Die Sarah ist die legitime Nachfolgerin von Regina Halmich“, schwärmt er.

Klarer Sieg nach PunktenBormann, die 2017 ihre zehnjährige Amateurkarriere (121 Kämpfe, 104 Siege) beendete, boxte ihre Gegnerin Romanova zehn Runden lang sauber aus. Allerdings konnte sie keine entscheidenden Wirkungstreffer anbringen, um die 46-jährige Ukrainerin vorzeitig zu bezwingen. Die erfahrene Boxerin aus Ternopil in der Westukraine war die erwartet harte Gegnerin. Bormann „wurde andauernd angeklammert, da kann man nichts dagegen machen“, erklärte ihr Coach Benjamin Romero.

Unbequeme Gegnerin„Die Gegnerin war sehr schwer“, weil sie „mit dem Kopf reingeht“ und permanent festgehalten und geklammert habe, so Bormann. Das Punkturteil war letztendlich jedoch eine klare Angelegenheit – der Sieg ging mit Wertungen von 100:86, 99:89 und 100:88 an die weiterhin ungeschlagene Bormann. „Das war eine neue Erfahrung für Sarah, über die volle Distanz zu gehen“, meinte Romero. „Ich denke, die Gegnerin hat Sarah gutgetan. Es war jetzt keine, die man einfach so wegballert.“ In der siebten Runde hatte Bormann ihre Gegnerin am Rande des K.o., doch sie rettete sich in die Pause. Hätte der Kampf nur ein paar Sekunden länger gedauert, „wäre der Kampf da zu Ende gewesen“, glaubt Romero. „Da war sie extrem angeschlagen.“ Mit Blut im Gesicht hielt Romanova jedoch bis zur letzten Runde durch.

Nächste Herausforderungen„Sarah hat einen sehr guten Kampf gemacht, besser ging es nicht“, so ihr stolzer Trainer. „Ich denke mal, jetzt wird die Sarah noch stärker. Jetzt gucken wir mal, dass wir noch zwei Kämpfe machen und dann nächstes Jahr gegen die Weltmeisterinnen der anderen Verbände antreten. Für mich ist sie Favoritin gegen alle Weltmeisterinnen. Sie braucht noch zwei, drei Kämpfe und dann ist sie richtig bei den Profis reingewachsen. Sie wird ihren Weg gehen.“

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