Dominante TGH-Boxerin: Sarah Bormann (links) hatte die Finnin Lotta Loikkanen über zehn Runden im Griff und gewann den Hauptkampf des Karlsruher Winterzirkus' einstimmig nach Punkten. Foto: Lars Thieme

Boxen

Sarah Bormann verteidigt ihre WM-Gürtel nach Punkten

Boxen. Sarah Bormann hat auch die vierte Pflichtverteidigung ihrer WM-Gürtel der Verbände GBU, WIBF und WBF erfolgreich bestritten und damit den nächsten Schritt zum Ziel der Vereinigung aller Titel im Halbfliegengewicht (bis 48,9 Kilogramm) gemacht.

Von Oliver Kraus

Im ausverkauften Karlsruher Zirkuszelt bezwang die 29-Jährige aus Nidderau die Finnin Lotta Loikkanen nach zehn Runden à zwei Minuten einstimmig nach Punkten.

„Es war super, die Leute waren begeistert. Ich konnte alles umsetzen, was wir uns vorgenommen hatten. Es hat alles wunderbar geklappt. Ich bin sehr zufrieden“, sagte die Boxerin der TG Hanau am Tag nach dem ihrem zwölfter Sieg im zwölften Profikampf. Einzig die teils knappen Wertungen der Kampfrichter trübten minimal ihre Stimmung. Mit 99:90, 96:94 und 96:94 sahen zwar alle drei Verantwortlichen neben dem Ring Bormann vorne, doch die beiden knappen Entscheide konnten nicht alle nachvollziehen.

Bormann übernahm das Zepter und unterband jeden Angriff

Denn „Babyface“ übernahm mit dem ersten Gongschlag das Zepter und setzte den Schlachtplan ihres Trainers Benjamin Romero eins zu eins um. Bormann marschierte nach vorne, ging in die Nahdistanz, teilte und wich aus, nur um gleich wieder schnell zu kontern. Außerdem brachte das 1,63 Meter große Kraftpaket mehrfach die schlagkräftige Führhand durch und ihre 35-jährige Kontrahentin so in die Seile.

Loikkanen entpuppte sich allerdings als die erwartet zähe Rivalin: „Ich habe gleich meinen Stempel aufgedrückt, aber sie hat Kondition bewiesen. Außerdem wussten wir, dass sie, vom Kick- und Thaiboxen kommend, ordentlich einstecken kann. Das ist keine, die schnell zu Boden geht.“

Dank des dominanten Auftritts kam die für ihren aggressiven Stil bekannte Finnin selbst nie zur Entfaltung. Bormann hielt das Tempo und die Konzentration über die gesamte Distanz des Hauptkampfs hoch und unterband jeden Angriff durch rasches Pendeln oder eine starke Deckungsarbeit.

Die Nidderauerin will nun den IBF-Titel

Jetzt wartet auf die mehrfache deutsche Meisterin der Vereinigungskampf mit der aktuellen IBF-Titelträgerin Evelyn Nazarena Bermudez aus Argentinien, die wie Bormann ebenfalls in zwölf Profikämpfen ungeschlagen ist, allerdings ein Unentschieden aufweist. Momentan laufen die Verhandlungen, welcher Promoter den Zuschlag für den Kampf erhält.

Natürlich würde Bormann einen Kampf in der Heimat präferieren, zumal seit Zeiten von Henry Maske und Sven Ottke die IBF in Deutschland ein gutes Standing hat. Aber das Bieterverfahren läuft noch bis zum 29. Dezember.Bis zur Entscheidung steht für Bäckereifachverkäuferin jetzt die wohlverdiente Regeneration auf dem Programm.

Acht Wochen intensives Training mit drei Einheiten liegen hinter der Weltmeisterin, die direkt nach dem Erfolg in der Manage nicht vergaß, das Team zu loben: „Ich möchte mich bei meinem Management und meinem Trainer bedanken, aber auch bei den Jungs aus dem Verein, die mit mir so viel Sparrings-Runden gemacht und dafür ihr eigenes Training hinten angestellt haben.“

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