Akribische Vorbereitung: Sarah Bormann steigt am Samstag in der Fraport-Arena in den Ring, um ihre Titel zu verteidigen. Archivfoto: Philipp Swierzy

Hanau

Sarah Bormann kämpft wieder um WM-Titel - Übertragung auf Sport1

Hanau. Am kommenden Samstag wird es für Sarah Bormann wieder ernst. In Frankfurt steigt die amtierende Halbfliegengewicht-Weltmeisterin (Gewichtsklasse bis 48,99 Kilogramm), bereits zum dritten Mal in den Ring, um ihre beiden Gürtel zu verteidigen.

Von Oliver Kraus

Etwas mehr als drei Monate nach dem letzten erfolgreichen Kampf und eine Woche nach ihrem Geburtstag bekommt es die 29-Jährige mit der Französin Anna Sophie Da Costa (28–4–0) zu tun. Ein Bout, der nicht nur aufgrund der Erfahrung ihrer Widersacherin ein echter Gradmesser und Meilenstein sein wird, sondern auch, weil der Kampf der in Nidderau lebenden Sportlerin wohl erstmals im Fernsehen übertragen wird.

Zwar steht die Fightcard für die vom Team Sauerland präsentierte Box-Gala noch nicht endgültig fest, doch nachdem es bei ihrem letzten Auftritt nicht zur lange ersehnten ersten TV-Ausstrahlung gereicht hatte, soll das auf zehn Runden ausgelegte Duell in der Fraport-Arena dieses Mal ab 21.30 Uhr auf Sport1 live übertragen werden.

Vorbereitung ist alles

„Ich werde wahrscheinlich gleich den ersten Kampf bestreiten. Ich freue mich schon darauf“, erklärt die vierfache deutsche Meisterin, die sich auf ihren elften Fight als Profi gewohnt gewissenhaft und akribisch vorbereitet hat. Seit sieben Wochen schuftet „Babyface“ Bormann zweimal täglich, arbeitet an ihrer Kondition und an der Technik.

Zuletzt legte die gelernte chemisch-technische Assistentin den Fokus aufs Sparring, um sich bestmöglich auf ihre Gegnerin einzustellen. „Sie greift an, arbeitet und haut viel.“ Ein Vorgehen, dass der Boxerin der TG Hanau entgegenkommt, denn die Linksauslegerin zeichnet sich durch eine gute Auffassungsgabe im Ring aus, hat schnelle Fäuste und einen harten Punch.

Die Zurufe stärken sie

Und am Samstagabend wie schon letzten Dezember in Offenbach auch das hessische Publikum im Rücken. Ein Fakt, der die Fachverkäuferin der Bäckerei Ohl zusätzlich pusht: „Ich bekomme es mit, wenn die Zuschauer laut sind, die Meute mich anfeuert. Das motiviert mich.“

Bei aller Unterstützung von den Rängen hat Bormann, die bei der TS Fight Sportmanagement GmbH unter Vertrag steht, bei ihren bisherigen Vorstellungen nie überdreht und die Konzentration während des Kampfes immer hoch gehalten und sich so eine lupenreine Weste bewahrt.

Selbstvertrauen und Respekt

Zudem ist sie reif und smart genug, auch im Vorfeld nicht abzuheben – trotz einer bis dato beeindruckenden Profi-Bilanz von zehn Siegen in zehn Kämpfen, von denen sie sieben vorzeitig beenden konnte: „Ich habe keine Angst, aber ich respektiere meine Gegnerin. Ich werde Da Costa auf keinen Fall unterschätzen.“

Eine kluge Herangehensweise, denn ihre Kontrahentin mag ihren letzten Kampf gegen Bormanns Landsfrau Oezlem Sahin zwar verloren haben, doch die 36-Jährige aus Reims rangiert im vom boxrec online geführten unabhängigen Ranking als 21. immerhin vier Positionen vor dem 163 Zentimeter großen ehemaligen Mitglied des deutschen Bundeskaders der TGH.

Nächster halt Top Ten

Mit einem Sieg am Samstag dürfte es für Bormann Richtung Top Ten der Weltrangliste gehen. Denn nach ihrem Punktsieg gegen die Belgierin Sanae Jah Ende Januar lag Bormann zwischenzeitlich auf Platz elf der Weltrangliste. Damit kann die von Benjamin Romero seit über zehn Jahren trainierte Boxerin ihrem Traum erneut einen Schritt näher kommen, alle wichtigen Titel zu vereinigen.

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