Anstrengende Sache: Die Sportler sind früher als die Boote in Florida angekommen, also wurde erst mal auf dem Ergo und dem Bike-Ergo trainiert. Die deutsche U23-Nationalmannschaft hat sich mittlerweile etwas an Temperaturen von über 30 Grad und mindestens 70 Prozent Luftfeuchtigkeit gewöhnt. Vorne mitmischen lautet das Ziel von Celina Waldschmidt bei der U23-WM (Foto rechts). Fotos: Deutscher Ruderverband/Geuke/Schwier

Hanau

Rudern: Hanauerin Celina Waldschmidt bei der U23-WM in Florida

Rudern. Einmal in die USA fliegen: so lautet der Traum vieler junger Mädchen. Für Celina Waldschmidt ist dieser Traum wahr geworden. Sie hat sie für die U23-Weltmeisterschaft in Florida qualifiziert. Doch viel Zeit den südöstlichen Bundesstaat zu erkundigen hat die 18-Jährige nicht. Denn das Rudertraining verlangt ihr viel ab.

Von Sabrina Kwasniok

Dennoch freut die Ruderin sich auf das Abenteuer Amerika und den WM-Start im Achter.

Im Wasser ist Celina Waldschmidt schon lange zu Hause. Bevor die 18-Jährige mit dem Rudern begann, war sie Schwimmerin bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Doch sie wollte etwas Neues ausprobieren und wechselte 2013 zum Ruderclub Möve nach Großauheim. Inzwischen startet sie für den Hanauer Ruderclub Hassia.

„Das Gefühl der Leichtigkeit wenn das Boot übers Wasser gleitet, ist einfach unglaublich“, beschreibt die Hanauerin. Und auch das Miteinander im Team gefalle ihr. Es sei zwar ein ständiges an sich arbeiten nötig, doch mit der richtigen Motivation sei es ein freudebringender Sport. „Zudem ist Rudern eine Mischung aus Einzel- und Mannschaftssport.“

Um nicht ständig nur das Rudern im Kopf zu haben, unternimmt die Schülerin zum Ausgleich gerne etwas mit ihren Freunden oder versucht sich bei einem Buch zu entspannen.

Der größte Erfolg war für die 18-Jährige bislang die Teilnahme bei der U19-Weltmeisterschaft 2017. Zwar konnte sie damals in Trakai/Litauen mit ihrer Mannschaft im Vierer ohne keine Medaille sondern nur einen elften Platz ergattern, doch die Erfahrung war es Celina Waldschmidt allemal wert.

Jetzt steht ein weiterer großer Schritt in der Karriere der Ruderin bevor. Am kommenden Mittwoch startet die Hanauerin bei der U23-Weltmeisterschaft in Florida im Achter. Bis zuletzt liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Im dreiwöchigen Trainingslager in Ratzeburg sollte nochmal alles aus den Sportlern herausgeholt werden. Bereits am frühen Morgen stand eine Einheit auf dem Programm. Dann wurde gemeinsam gefrühstückt, bevor am Vormittag eine weitere Trainingseinheit anstand. Nach dem Mittagessen folgte wieder Training, bevor die Teilnehmer am Abend tot müde ins Bett fallen durften.

Sommerferien für Sport geopfert

Von Ratzeburg ging es für Celina Waldschmidt nun gemeinsam mit der Mannschaft im Flieger direkt ab in die USA. Seit knapp einer Woche ist die 18-Jährige dort, um sich bestmöglich an die Zeitumstellung gewöhnen und die Gewässer in Amerika testen zu können. „Ich will vorne mitfahren und mit meinen Achter-Mädels das beste aus uns herausholen. Dann war es für mich eine gelungene WM“, erklärt Celina Waldschmidt ihre Ambitionen.

Dafür hat die Schülerin fast ihre kompletten Sommerferien für ihren Sport geopfert. Nach Wettkampfende am Sonntag wird Celina Waldschmidt zügig wieder nach Hause fliegen, um die letzten zwei Wochen Ferien noch mit ihrer Familie verbringen zu können. Dennoch trainiert die Ruderin mindestens sieben Mal in der Woche – am Wochenende auch mehrmals. Denn Celina Waldschmidt hat noch große Ziele. Neben einer weiteren WM-Teilnahme im nächsten Jahr strebt sie auch einen guten Durchschnitt für ihr Abitur an der Karl-Rehbein-Schule an.

„Klar wird das nicht leicht, beides unter einen Hut zu kriegen, aber meine Schule ist sehr kooperativ und unterstützt mich wo sie nur kann, genauso wie meine Eltern.“

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