Die neuen Sechzigerinnen: Lisa Stock, Kati Blahut, Malika Waser, Selina Hierling und Christina Jadatz (von links) bringen den Hanauerinnen mehr Variabilität. Foto: Bruno Neumann

Volleyball

Regionalliga-Aufsteiger TSV Hanau: Mit fünf Zugängen an den Start

Volleyball. Einen solchen Sommer hat auch Reiner Elmrich in seinen mittlerweile fast 40 Jahren als Trainer der Damenmannschaft des TSV 1860 Hanau noch nicht oft erlebt.

Von David Lindenfeld

„Das ist selten im Volleyball“, sagt der Übungsleiter mit Blick auf die neuen Spielerinnen, die ihm während der Ende September beginnenden Saison in der Regionalliga Südwest zur Verfügung stehen werden.

Elmrich musste fünf Probespielerinnen sogar wegschicken

Nach dem Aufstieg aus der Oberliga durfte Elmrich fünf neue Gesichter im Verein begrüßen. „Was die Neuzugänge angeht, ist der Sommer optimal gelaufen. Genau auf den Positionen, auf denen wir gesucht haben, sind wir fündig geworden.“ Der Andrang war so groß, dass der Volleyballlehrer sogar fünf weitere Spielerinnen, die beim TSV 1860 Hanau vorspielten, „wegschicken musste“. Andernfalls wäre der 13 Damen und zwei Jugendspielerinnen mit Doppelspielrecht umfassende Kader zu groß geworden.

Ein Luxus, den Elmrich so nicht gewohnt ist. Neuzugänge zu verpflichten, war in den vergangenen Jahren zunehmend schwieriger geworden. „Es war das erste Mal seit Ewigkeiten, dass so viele Spielerinnen bei uns angefragt haben.“ Zuletzt ging der TSV im Sommer bis auf einige wenige neue Spielerinnen meist leer aus. Diesmal ist alles anders. Und auch die Saison könnte deshalb ganz anders verlaufen, als dies nach dem letztmaligen Aufstieg im Jahr 2017 und dem im Anschluss direkten Wiederabstieg der Fall war.

Qualitative Verstärkung auf wichtiger Position

Das liegt vor allem daran, dass sich die Hanauerinnen nicht nur in der Breite, sondern auch qualitativ verstärkt haben dürften. Mit der 28 Jahre alten Christina Jadatz kommt eine erfahrene Mittelblockerin vom TV Bad Vilbel aus der 3. Liga, die das bestehende Duo auf dieser Position ergänzen soll. „Es ist ganz wichtig, dass wir auf dieser Position noch eine dritte Spielerin dazubekommen haben. Weil alle drei Spielerinnen verschiedene Spielweisen haben, eröffnet das auch taktisch ganz neue Möglichkeiten“, erklärt Elmrich.

Zudem werden künftig zwei eher jüngere Spielerinnen für die Hanauerinnen auflaufen, die schon Erfahrung in der Regionalliga gesammelt haben. Die 21 Jahre alte Außenangreiferin Selina Hierling überzeugte Elmrich in einem Probetraining von ihren Fähigkeiten und wechselt von der zweiten Mannschaft der TS Bad-Soden, die ebenfalls in der Regionalliga Südwest aufschlägt, zum TSV.

Mit Neuzugängen besser aufgestellt als nach dem letzten Aufstieg

Lisa Stock kommt aus Bayern vom TV Erlangen, für den die aus der Region stammende Außenangreiferin oder Diagonalspielerin während ihres Studiums aktiv war, das sie nun beendet hat. „Eine wie sie hat uns im Angriff noch gefehlt, weil sie auch mal richtig draufhauen kann“, freut sich Elmrich.

Die zwei weiteren Neuzugänge heißen Kathi Blahut und Malika Waser. Letztere ist 21 Jahre alt und wechselt vom Bezirksoberligisten aus Ober-Roden nach Hanau. An alter Wirkungsstätte war sie als Außenangreiferin aktiv. Elmrich plant mit ihr auf der Liberoposition. „Sie ist nicht so groß, hat aber eine extrem gute Annahme und eine sehr gute Abwehr. Die Liberoposition ist in der höheren Klasse deshalb genau ihr Ding.“

Blahut ist hingegen weiter auf der Position der Außenangreiferin eingeplant, auf der die 33-Jährige auch schon beim TV Großwelzheim spielte. „Sie hat zwar noch nie höherklassig gespielt, ist aber sehr motiviert dabei. Man sieht schon, dass sie in den ersten drei, vier Monaten gute Fortschritte gemacht hat“, lobt der Coach. Verlassen haben den Klub hingegen Tina Gabriel, die auf der Liberoposition agierte, und die zweite Zuspielerin, Maike Dehm, die aus privaten Gründen ein Jahr pausieren wird.

Erstes Pflichtspiel am 7. September

Mit den Neuzugängen ist der TSV besser aufgestellt als nach dem letzten Aufstieg – vor allem in der Breite, was laut Elmrich „ein großer Vorteil“ ist: „Wir haben 13 Leute, die ich ohne großen Substanzverlust einsetzen kann“, sagt der Coach, dem die Definition eines Saisonziels aufgrund der neuen Möglichkeiten schwerfällt. „Das mit der Zielsetzung ist jetzt natürlich schwierig. Wir wollen auf jeden Fall nicht absteigen. Mit diesem Kader sollte man es aber eigentlich auf einen Mittelfeldplatz schaffen“, so Elmrich. Utopische Ziele möchte er in der ersten Saison nach dem Aufstieg aber nicht ausgeben.

Das erste Pflichtspiel bestreitet der TSV schon am 7. September in der heimischen Ludwig-Geißler-Halle, wenn die erste Hessenpokalrunde gegen den VC Wiesbaden III ansteht. Dann wird sich erstmals zeigen, wie stark der neuformierte Kader wirklich ist, bevor am letzten September-Wochenende die Saison in der Regionalliga beginnt, in der die Hanauerinnen diesmal für Furore sorgen könnten.

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