Konzentration: Der 22-jährige Nidderauer Nico Kurz feiert am 18. Dezember sein Debüt bei der Darts-WM. Dabei ist er über Umwege zu dem Sport gekommen. Foto: TAP

Nidderau

Nidderauer Nico Kurz bei Darts-WM in London

Darts. Es ist der wohl größte Traum eines jeden Dartsspielers: Einmal bei der Weltmeisterschaft antreten, einmal im „Ally Pally“, dem Alexandra Palace in London stehen und gegen die besten Dartsspieler der Welt antreten.

Von Robert Giese

Dieser Traum wird sich für Nico Kurz aus Nidderau in diesem Monat erfüllen, denn der 22-Jährige hat sich für die Weltmeisterschaft qualifiziert und wird daher erstmals auf der ganz großen Bühne stehen.

Tausende Fans, die live mitfiebern, dazu Millionen vor den Fernsehbildschirmen, die ganz besondere Atmosphäre der Weltmeisterschaft – „das ist für jeden Dartsspieler das Größte“, betont Kurz, und für ihn steht das Highlight seiner noch recht jungen Karriere unmittelbar bevor, denn am 18. Dezember bestreitet der 22-Jährige seine Erstrundenpartie bei der Darts-WM.

Um sich für diese Veranstaltung zu qualifizieren, musste für Kurz alles passen: Zunächst musste er sich in der Super League Darts, einer Art Qualifikationsliga, für das deutsche Finalturnier qualifizieren. Anders als in den Vorjahren kam er bei jenem Turnier diesmal über das Viertelfinale hinaus, stand im Finale Martin Schindler gegenüber – und bezwang Schindler, der bereits bei zwei Weltmeisterschaften an den Start ging, mit 10:6. „Martin ist ein super Spieler, aber ich habe einfach einen guten Tag erwischt, bin besser in mein Spiel gekommen als er in seins und habe mich deshalb durchgesetzt“, freut sich Kurz über den Erfolg.

Über Umwege zum Darts

Dabei kam der in Hanau geborene Kurz nur über Umwege zum Darts – und das, obwohl seine Eltern beide erfolgreiche E-Darts-Spieler waren. „Ich hatte einfach andere Hobbys wie zum Beispiel Fußball“, erklärt der 22-Jährige, der auch heute noch beim FC Karben kickt, „auch wenn das zuletzt wegen Darts etwas kurz gekommen ist.“ Für Darts hat er sich nur nach und nach begeistert, es irgendwann im Fernsehen geschaut, schließlich selbst ausprobiert und Spaß daran gefunden. Über die vergangenen Jahre hinweg steigerte Kurz dann allmählich sein Niveau, wurde immer besser und konstanter, weswegen es ihn nicht völlig überrascht, dass er sich für die WM qualifiziert hat: „Ich wusste, dass ich das erreichen kann, wenn ich mein Niveau abrufe.“

Meist zwei bis drei Stunden trainiert Kurz, der für Dartmoor Darmstadt in der Bundesliga Süd antritt, nach der Arbeit täglich, um dieses Niveau zu erreichen – jetzt vor der Weltmeisterschaft will er seinen Trainingsumfang noch einmal steigern. „Ich bin von meinem Arbeitgeber für eine Woche freigestellt und spule ein höheres Pensum ab, um mich intensiv darauf vorzubereiten.“ Schließlich hat der 22-Jährige große Ziele und würde bei seinem Debüt gerne die erste Runde überstehen.

Ein starker Gegner erwartet ihn

Dazu muss Kurz allerdings am 18. Dezember James Wilson besiegen, der in der Weltrangliste an Position 25 geführt ist – und damit über 150 Plätze besser als der Nidderauer. „Er ist ein erfahrener Spieler und sicher kein einfaches Los“, so Kurz mit Blick auf seinen Kontrahenten, „aber wenn ich einen guten Tag habe und mein Level wieder abrufen kann, kann ich eventuell für eine Überraschung sorgen.“ Es wäre für Kurz nicht die erste Überraschung, denn er kann bereits einen Sieg über den zweifachen Weltmeister Gary Anderson vorweisen. „Ein Sieg gegen so einen Spieler war ein Riesending“, erinnert sich der 22-Jährige an seinen 6:4-Erfolg gegen den Schotten, „das hat mich in meinem Weg sehr bestätigt und weiter motiviert.“

Trotz seiner bisherigen Erfolge kann sich Kurz momentan nicht vorstellen, eine Karriere als Darts-Profi einzuschlagen: „Es ist noch viel zu früh, darüber nachzudenken“, betont der WM-Debütant, „ich möchte erst einmal weiter Erfahrung sammeln, mein Spielniveau weiterentwickeln und noch konstanter werden. Aber in vier oder fünf Jahren ist das vielleicht ein Thema.“

Zunächst steht für den Nidderauer aber die Erstrundenpartie im „Ally Pally“ an. „Ich kenne das bisher ja nur aus dem Fernsehen, darum reise ich bereits am 16. Dezember an, und schaue mir das schon einmal an, um mich an die Atmosphäre zu gewöhnen“, so Kurz zu seinen Plänen. Wenn dann „Live is Life“ von Opus ertönt, das Einlauflied des 22-Jährigen, hofft Kurz, dass er seine größte Stärke abrufen kann: „Das ist meine Lockerheit, ich steigere mich eigentlich nicht so rein – und das schlägt sich auch positiv auf mein Scoring nieder.“

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