Ein Traum wird wahr: Der Maintaler Thorsten Dussa startet am Sonntag beim Ironman Frankfurt. Das Laufen ist seine Lieblingsdisziplin. Foto: Privat

Triathlon

Maintaler Thorsten Dussa will beim Ironman eine gute Zeit laufen

Triathlon. Mit 55 Jahren erfüllt sich Thorsten Dussa einen langersehnten Lebenstraum: Einmal am Ironman teilnehmen. Nun ist sein Wunsch endlich Wirklichkeit geworden: Am Sonntag will er beim Ironman Frankfurt alles geben und gemeinsam mit seinem Bruder eine unvergessliche Zeit erleben.

Von Sabrina KwasniokThorsten Dussas Bruder Björn war es auch, der den Maintaler zum Triathlon gebracht hat. Vor fünf Jahren nahm dieser den heute 55-Jährigen zu einem Zehn-Freunde-Triathlon mit. Hierbei teilen sich zehn Teamkameraden eine Ironman-Strecke. Zwar schaute Dussa dort nur zu und feuerte seinen Bruder an, doch der Ehrgeiz packte den Maintaler, sodass er ein Jahr später selbst an dem Rennen teilnahm.

Somit ist Dussa erst seit knapp vier Jahren aktiver Triathlet und hat erst 15 Triathlons absolviert, doch der Maintaler kann auf eine lange sportliche Laufbahn zurückblicken. Bereits im sehr jungen Alter fing er mit Turnen und Leichtathletik an, probierte zwischendurch Judo aus, bis ihn mit zwölf Jahren das Rudern begeistern konnte.

Lange auf dem Wasser zuhause

Lange Zeit war der Maintaler auf dem Wasser zuhause, war auch als Trainer unterwegs, bis er im Alter von 30 Jahren zurück an Land kam und im Fahrradfahren eine neue Leidenschaft entdeckt hat. Doch seit Beginn seines 40. Lebensjahres hat gerade das Laufen den Familienvater gepackt. 17 Marathons und zig Halbmarathons hat Dussa schon absolviert. „Ich kann meine Halbmarathons schon gar nicht mehr zählen, so viele sind es“, sagt Dussa lachend.

Doch Dussa wollte mehr. „Ich fand Triathlon immer total spannend“, berichtet er, „die Verbindung von drei Sportarten, die mich immer fasziniert haben, hat mich begeistert.“ Gerade das Laufen ist neben dem Fahrrad fahren die große Stärke des Maintalers. „Ich musste erst richtig schwimmen lernen.“ Denn das war seine Schwachstelle. An zahlreichen Kraul-Kurse nahm Dussa teil, um die genaue Technik im Kraulen zu erlernen und auch in dieser Disziplin mithalten zu können. „Mir wurden zuerst Schwimmbrille und Schnorchel verpasst“, blickt er schmunzelnd zurück.

Zwar ist das Schwimmen nach wie vor nicht Dussas Lieblingsdisziplin, dennoch wurde der Ehrgeiz und Wille, im Sport weiter zu kommen, immer größer. „Am Anfang ist man noch recht kleine Triathlons gelaufen, dann kamen mal olympische Triathlons und Halbdistanzen dazu.“ Doch ein Wunsch war immer im Kopf des Familienvaters: „Für mich war der Ironman immer die Königsdisziplin im Sport.“

Einen Traum erfüllt

Jetzt kann sich Dussa den Traum von Ironman endlich erfüllen. Am Sonntag geht er gemeinsam mit seinem Bruder auf die Strecke, um eine gute Zeit abzuliefern. Mit Hawaii liebäugelt er aber nicht.„Eine Zeit unter zwölf Stunden wäre schon schön“, so der 55-Jährige über sein Ziel. Doch die Wetterbedingungen geben ihm auch zu denken. „Es wird ein Hitzerennen.“ Die hohen Temperaturen liegen dem Maintaler nicht besonders – kühleres Wetter wäre im lieber gewesen. Doch bei vorhergesagten 36 Grad gilt: „Mir ist es wichtig, einfach nur gesund ins Ziel zu kommen.“

Für ihn ist der Favorit beim Ironman auch klar: Jan Frodeno soll als Erster die Ziellinie überqueren und Patrick Lange hinter sich auf Platz zwei verweisen. Ob diese Vorhersage auch wirklich eintritt, bleibt abzuwarten. Klar ist, dass es ein spannendes und heißes Rennen wird, bei dem viel passieren kann.

Um trotzdem bestens auf den Ironman vorbereitet zu sein, trainiert Dussa 15 bis 20 Stunden in der Woche – jeden Tag. „Ein gutes Zeitmanagement ist Pflicht.“ Dafür steht Dussa auch ein Coach zur Seite, der ihn mit Trainingsplänen versorgt. Vor der Arbeit geht es entweder schwimmen oder eine Runde laufen, nach getaner Tätigkeit meist ab auf das Rad. Triathlon ist zwar keine einfach in den Alltag zu integrierende Sportart, dennoch steht Dussas Familie hinter ihm – auch wenn sie oft unter dem Sport leiden muss.

Wenig Zeit für Freunde und Familie

„Meine Familie und Freunde wissen, dass ich in der Vorbereitung bin und deshalb wenig Zeit habe. Der Sport hat eben erstmal Priorität, da müssen Einladungen auch mal abgesagt werden“, erklärt der Vater. Am Wochenende versucht er deshalb, das Training auf den frühen Morgen zu verlegen, um noch möglichst viel Zeit mit seiner Familie verbringen zu können.

Der schönste Triathlon war für Dussa bislang der Citymarathon vergangenes Jahr in Frankfurt. „Die Strecke war einfach klasse gestaltet, wir sind sogar durch die MyZeil gelaufen“, erzählt der Maintaler.

Sein Hobby finanziert sich der 55-Jährige selbst – und das, obwohl Triathlon keine günstige Sportart ist. Neben dem Equipment wie Rad und Kleidung, kommen auch noch die Startgebühren für jedes Rennen hinzu. Eine Teilnahme beim Ironman kostet beispielsweise über 500 Euro. Dennoch liebt Dussa seinen Sport und möchte diesen auch so schnell nicht aufgeben. „Ich werde solange weitermachen wie es eben geht“, meint der Maintaler. „Es macht einfach Spaß.“

Mit der Teilnahme an der Ironman-Europameisterschaft in Frankfurt wird er sich zwar einen Traum erfüllen, dennoch wird der Ehrgeiz beim 55-Jährigen nicht abebben. Nach dem Rennen geht es für Dussa aber zuerst in den Urlaub – Entspannung und Motivation sammeln ist angesagt, bevor die nächste Saison wieder startet. „Und dann mal schauen, ob ich noch einen Ironman machen will. Da habe ich noch nicht drüber nachgedacht.“

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