Stolz und fleißig: Im Burj Khalifa, dem größten Gebäude der Welt, reckt Ioannis Smyrlis den Siegerpokal in die Höhe, der in seinem Büro einen Ehrenplatz bekommt. In seiner Dörnigheimer Werkstatt repariert er Autos. Fotos: Nicolas Obst, Privat

Maintal

Maintaler gewinnt 24-Stunden-Rennen in Dubai

Motorsport. Er streckt den Pokal in die Höhe und jubelt ganz weit oben, über den Wolkenkratzern Dubais. Ioannis Smyrlis steht im Burj Khalifa, dem größten Gebäude der Welt. Wenige Stunden vorher ist er im Rennauto über die Ziellinie gejagt.

Von Nikolas Obst

Das 24-Stunden-Rennen in Dubai hat Smyrlis mit seinem Team gewonnen. Ein großer Erfolg für den Mann mit der Werkstatt in Maintal.

Es war seine erste Teilnahme an diesem alljährlichen Rennen in den Vereinigten Arabischen Emiraten. „Am Ende war es eine Kopf-an-Kopf-Angelegenheit“, berichtet der 35-Jährige.

75 Fahrzeuge haben an dem Rennen teilgenommen. Eigentlich hatte sein Rennteam, bestehend aus fünf Fahrern und einer ganzen Entourage aus Mechanikern, Ingenieuren sowie Physiotherapeuten, das Rennen in ihrer Klasse VLN im Griff. Doch kurz bevor die 24 Stunden endeten, sorgte ein Unfall für Nervosität in seinem Rennstall Adrenalin Motorsports.

„Wir haben dadurch zwölf Minuten verloren und mussten sofort unsere Strategie ändern“, erläutert Smyrlis. Mehrere Strategien arbeiten die Rennteams schon Tage vor dem Rennen aus. Es könnte immer etwas Unerwartetes passieren: „Wir binden unsere Fähigkeiten ein und sortieren nach Stärken und Schwächen, meine große Stärke ist der Start“, sagt Smyrlis.

Besonders auf der Strecke in Dubai brauche man mehrere Rennpläne. „Es ist so, als würde man mittags über die Hanauer Landstraße fahren, wir hatten Situationen mit sechs Autos nebeneinander“, sagt der Steinheimer. Durch den Unfall und die damit verbundene Taktikumstellung sollte Smyrlis nun auch das Rennen beenden und die Schlussfahrt übernehmen. Die fünf Fahrer dürfen beim 24-Stunden-Rennen nicht über zwei Stunden am Stück fahren. Beim Boxenstopp wechseln sie sich ab. In der Zwischenzeit heißt es dann „fiebern und hoffen“, erklärt der Rennfahrer.

Nach einem kompletten Tag auf der Rennstrecke kann Smyrlis seine Leistung abrufen und fährt den BMW M235 i ins Ziel. „Das ist ein gigantisches Erlebnis, besonders die Zieleinfahrt. Es ist sehr emotional, wenn du 24 Stunden fieberst, ist der Sieg eine Riesennummer“, schwärmt er.

Schon sein ganzes Leben ist Smyrlis dem Motorsport verbunden: „Ich bin in der Werkstatt aufgewachsen, mit vier Jahren konnte ich Bremsbeläge wechseln.“ Als er zehn war, hat er einen Kart geschenkt bekommen. Als Testfahrer begann die Motorsportkarriere. Smyrlis gewann mit der Zeit eine Vielzahl an Titeln, eine riesige Vitrine in seiner Dörnigheimer Werkstatt erinnert an die größten Erfolge.

Doch schon früh war klar, bis ganz nach oben wird es wohl nicht gehen. „Dieser Sport ist einfach schweineteuer, ich hatte nie die großen finanziellen Möglichkeiten.“ Trotzdem fuhr er zahlreiche Rennen mit großem Erfolg und landete irgendwann bei den 24-Stunden-Rennen. Seit vier Jahren ist er nun bei Adrenalin Motorsports, und das, obwohl er mit seinen 35 Jahren schon fast zu alt ist.

„Im Motorsport musst du topfit sein, man muss ins Fitnessstudio, Ausdauertraining und Konzentrationstraining absolvieren, jedes Jahr unterziehen wir uns einem kompletten ärztlichen Check-up“, erklärt Smyrlis. Der Motorsport birgt Sicherheitsrisiken, für die man gewappnet sein muss: „Es kann immer etwas passieren, man braucht großen Respekt, aber man darf keine Angst haben.“

Das Training einzuhalten ist schwierig für ihn, da der Rennsport nicht seine Hauptberufung ist. Er leitet seit mehreren Jahren eine Kfz- Werkstatt. Smyrlis kann diey Autos nicht nur fahren, er schraubt auch selbst bei Rennen mit. Neben den Erfolgen im Motorsport ist der geborene Frankfurter auch privat im Glück: „Meine Frau und ich erwarten bald ein Kind“, freut sich Smyrlis. Dann kann der 35-Jährige eine noch wertvollere Trophäe in den Händen halten.

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