Der grüne Rasen muss weichen: Am Bieberer Berg wird im Winter Eishockey gespielt. Darauf freuen sich (von links) Daniel Puci, der im Stadion für Events zuständig ist, Stadion-Geschäftsführer Andreas Herzog, Offenbachs Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke, Andreas Stracke von den Löwen Frankfurt und Andreas Ortwein vom EC Bad Nauheim. Foto: Robert Giese

Offenbach

Löwen vs. Bad Neuheim: Eishockey-Derby im Fußballstadion

Eishockey. Noch bedeckt sattes Grün den Boden des Sparda-Bank-Hessen-Stadions in Offenbach, in weniger als fünf Monaten aber wird in der Heimspielstätte von Fußball-Regionalligist Kickers Offenbach eine Eisfläche liegen.

Von Robert Giese

Am 14. Dezember heißt es dort am Bieberer Berg „Kurstadt gegen Metropole“, dann werden der EC Bad Nauheim und die Löwen Frankfurt beim „Winter-Derby“ der DEL2 die Klingen kreuzen.

Eishockey in einem Fußballstadion? Was im ersten Moment wie eine Schnapsidee klingt, hat beim Eishockey Tradition: Vorreiter in der DEL2 waren 2016 die Dresdner Eislöwen, und auch die Löwen aus Frankfurt bestritten schon einmal ein Punktspiel in einem Fußballstadion – die Partie gegen die Kassel Huskies verloren die Frankfurter damals aber in der Commerzbank-Arena. Nun steht für die Löwen erneut ein Derby an, diesmal gegen die Roten Teufel aus Bad Nauheim im 20 500 Zuschauer fassenden Stadion am OFC-Stadion.

Erinnerungen an Summer Game 2016

„Der Bieberer Berg ist für ein derartiges Eventspiel die optimale Kulisse“, meint Andreas Ortwein, Geschäftsführer der Bad Nauheimer, der sich sicher ist, „dass diese Partie Hessen weit über die Stadtgrenzen hinaus elektrisieren wird.“ Schon in der Vergangenheit war in den Derbys zwischen Bad Nauheim und Frankfurt Pfeffer drin, nun bekommt das Duell der beiden Lokalrivalen eine ganz besondere Würze.

„Wir haben bereits beim Summer Game 2016 erlebt, wie sehr so ein Spiel die Fan-Lager mobilisiert“, erinnerte sich Andreas Stracke, der Chief Marketing Officer der Löwen, an den ersten Auftritt seines Teams in einem Fußballstadion. Nun stehe ein weiteres „Derby-Spektakel unter freiem Himmel“ auf dem Spielplan, auf das sich der Verein sehr freue – und wegen der räumlichen Nähe auf zahlreiche Löwen-Fans hofft.

Vorverkauf gestartet

Zumindest unter den Dauerkartenbesitzern beider Klubs war das Interesse bisher groß: Diese hatten bereits die Gelegenheit, sich ein Ticket zu sichern – und machten davon reichlich Gebrauch, denn 5800 Karten sind bisher schon über den Tisch gegangen. Ortwein ist davon überzeugt, dass dieser Ansturm nicht nachlassen wird: „Ich bin sicher, dass wir am Ende ein ausverkauftes Stadion haben.“ Inzwischen können sich alle Fans ein Ticket besorgen, denn der offizielle Vorverkauf startete am Montag um 15 Uhr.

Die Eishockey-Fans können sich dabei am 14. Dezember aber nicht nur auf das mit Spannung erwartete Derby freuen, sondern auch auf ein umfangreiches Rahmenprogramm. „Um das Stadion herum wird es selbstverständlich schon vor Spielbeginn eine Fan-Meile geben und im Stadion selbst ein attraktives Vorprogramm mit jeder Menge Musik und Show“, verspricht Ortwein.

Vorbereitungen nach letztem Kickers-Spiel

Überzeugt hat das Konzept jedenfalls die Verantwortlichen der DEL2 – und zwar so sehr, dass es in diesem Winter gleich zwei derartige Spiele geben wird, einmal in Offenbach und einmal in Dresden. „Es gab diesmal zwei hervorragende Konzepte, deshalb wird an beiden Orten ein Event Game stattfinden“, so DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch. Da zwischen den beiden Spielorten mehrere hundert Kilometer liegen, befürchtet Rudorisch auch nicht, dass sich diese beiden Spiele gegenseitig die Zuschauer wegnehmen.

Der Großteil der Arbeit beginnt für die Organisatoren erst noch: Nach dem letzten Regionalliga-Heimspiel des OFC Ende November wird damit begonnen, den Fußball-Tempel in eine Eis-Arena zu verwandeln. „Logistisch und technisch ist das eine große Herausforderung“, räumt Andreas Herzog, Geschäftsführer des Stadions ein, „aber ich bin guten Mutes, dass wir sie bewältigen werden.“

Heiß aufs Winter-Derby

Diesen Aufwand betreiben die Verantwortlichen nicht nur für das Spiel allein: „Bisher rechnen wir damit, dass die Eisfläche mindestens bis zum Jahresende bestehen bleibt“, erläutert Herzog. Sie soll den Offenbachern als öffentliche Schlittschuhbahn dienen, desweiteren ist eine „Eis-Disco“ angedacht. „Außerdem gibt es eventuell ein weiteres größeres Event“, kündigte Herzog eine weitere Überraschung an.

Dass der Rasen im Stadion danach neu verlegt werden muss, kann die Vorfreude bei den Beteiligten nicht schmälern, und auch die Spieler sind schon ganz heiß aufs Winter-Derby. „Ich habe mit Schwenningen schon einmal ein Winter Game bestritten“, meinte Marc El-Sayed, der ab der kommenden Saison wieder für Bad Nauheim spielt, „und es ist schön, dass ich so etwas noch einmal erleben darf.“

Sein Gegenspieler Max Faber kann die Partie ebenfalls kaum erwarten: „Das Winter-Derby zählt so viel wie zwei oder drei normale Derbys, das wird etwas ganz Besonderes mit einer Mega-Stimmung.“

Tickets

Eintrittskarten für das Spiel am 14. Dezember können unter www.winter-derby.deonline bestellt werden.

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