Hanau

5. Kesselstädter Boxnacht wirbt für mehr Fairness

Boxen. Es ist die 5. Kesselstädter Boxnacht, die am Samstag im evangelischen Gemeindezentrum in Kesselstadt stattfindet. 94 Kämpfer aus 23 Vereinen sind hierfür gemeldet, doch nur 25 Kämpfe sind bisher registriert.

Von Sabrina Kwasniok

Das liegt daran, dass manche Kämpfer aufgrund ihres Alters, der Erfahrung oder ihres Gewichts noch keinen passenden Gegner für einen Kampf bei der Boxnacht gefunden haben und daher noch nicht antreten können. „Wir bemühen uns natürlich darum, allen Boxern einen Kampf zu geben, aber das ist sehr schwierig“, erklärt Antje Heigl, Mitgründerin und Trainerin im Box Gym.

Geboxt wird nur im Ring nicht auf der Straße

Seit 2003 gibt es das Box Gym des evangelischen Jugendzentrums „k-town“. Seitdem trainieren jede Woche etwa 100 Kinder und Jugendliche ihre Stärke und Schlagkraft in dem Klub. Die goldene Regel: Geboxt wird nur im Ring oder Training. Schlägereien auf der Straße werden nicht toleriert und sorgen für einen Rauswurf aus dem Verein. „Die Jugendlichen wissen um ihre Stärke und sollen diese nicht auf der Straße unter Beweis stellen“, so Heigl.

Schon seit fünf Jahren Mitglied im Klub ist Sara Liyan Dalgic. Auch sie soll an der Boxnacht teilnehmen. Erfahrung hat die 19-Jährige im Boxen schon: „Ich habe um die Hessenmeisterschaft gekämpft, zwar hat das diesmal leider noch nicht geklappt, es ist aber definitiv ein Ziel, das ich auch weiterhin verfolgen möchte“, sagt Dalgic. Doch auch viele Newcomer des Box Gyms werden bei der Boxnacht antreten.

Das Boxen hilft beim Selbstbewusstsein

Insgesamt sollen zehn Kämpfer des Klubs an den Start gehen, doch noch nicht für alle ist ein Kampf sicher. So auch die 20-jährige Chiara Marra. Sie ist erst seit Anfang des Jahres im Boxtraining dabei und möchte am Samstag ihr Debüt im Ring geben. „Am Boxen fasziniert mich einfach, dass man komplett auf sich alleine gestellt ist. Das hat mein Selbstbewusstsein gestärkt.

Zwar wollte mein Vater zunächst nicht, dass ich boxe, aber inzwischen sieht er, wie sehr ich für den Kampfsport brenne“, sagt die Boxerin. Antje Heigl empfiehlt zwar erst, ab zwei Jahren Training in den Ring zu steigen, doch die 20-Jährige ist ambitioniert und motiviert, ihre Stärke zu präsentieren. „In der Regel dauert es so an die zwei Jahre, bis man die Technik bestmöglich beherrscht, und dann wird es auch Zeit, Erfahrung im Ring zu sammeln“, so Heigl. Wichtig sei ihr auch, dass die Kämpfer auch mal eins auf die Nase kriegen, um weitergehend zu lernen und das Verlieren akzeptieren zu können.

Gegen die Klischees kämpfen

Mit Gerüchten gegenüber Frauen im Boxen gehen die Mädels eher locker um. „Klar musste man sich früher Sachen wie 'Schlägerweib' oder so anhören, aber inzwischen hat sich das auch wieder etwas gelegt“, beschreibt Sara Dalgic. Ob sie am Samstag kämpfen dürfen, ist auch noch ungewiss. Gerade in der Frauenklasse sei es nämlich schwer, Gegnerinnen zu finden, da generell weniger Frauen boxen.

So oder so werden die beiden ihr Team auf jeden Fall unterstützen. Hoffnungsträger des Box Gyms ist aber Serkan Cömert. Der 21-Jährige hat schon über 50 Kämpfe bestritten und ist amtierender Hessenmeister bis 75 Kilogramm in der A-Kategorie. Somit ist er auch der erste Hanauer seit Langem, der sich wieder für eine deutsche Meisterschaft qualifiziert hat. Am Samstag soll er das Box Gym repräsentieren und sein Können unter Beweis stellen.

Spendeneinnahmen helfen den Jugendlichen

An die 300 Zuschauer werden dann erwartet, um spannende Kämpfe zu bewundern. Natürlich sammelt der Verein hierbei auch Spenden, um weiterhin zur Sucht- und Gewaltprävention von Kindern und Jugendlichen beitragen und ihnen somit Fähigkeiten wie Selbstdisziplin und Fairness weitergeben zu können.

Die Kesselstädter Boxnacht beginnt am Samstag um 17 Uhr mit den Vorkämpfen. Die Hauptkämpfe starten um 19 Uhr. Einlass ist bereits ab 16 Uhr. Der reguläre Eintrittspreis beträgt zehn Euro, für Ermäßigte sieben Euro.

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