Kanufahren

Kanutin Caroline Trompeter will bei Extremslalom-WM mitfahren

Kanufahren. Caroline Trompeter von der SKG Hanau ist schon seit vielen Jahren erfolgreich im Kanusport unterwegs. Vor zwei Jahren hat die 25-Jährige den Extremslalom für sich entdeckt. Vor kurzem ist sie in dieser Disziplin deutsche Meisterin geworden.

Von Sabrina Kwasniok

Dem HANAUER ANZEIGER erzählt die Studentin, welche Ziele sie weiterhin im Sport verfolgt und wie sie Sport, Alltag und Studium unter einen Hut bringt.

Ähnlich wie beim Ski-Cross gehen beim Extremslalom immer vier Kajakfahrer gleichzeitig auf die Strecke. Im anspruchsvollen Parcours gilt es dann, keine Fehler zu machen, sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen und am Ende auch noch möglichst schnell ins Ziel zu kommen. Ach ja, und vor der Zieleinfahrt noch eine Pflichtrolle, versteht sich.

2017 holte sie bereits den WM-Titel

Klingt kompliziert? Ist es für Caroline Trompeter anscheinend nicht. Wie von selbst rast die für die SKG Hanau startende Kajakfahrerin jegliche Strecken der Welt hinunter. Nachdem die 25-Jährige, die mittlerweile in Augsburg lebt, bereits seit der Grundschule im Kanusport aktiv ist, hat sie vor zwei Jahren im Extremslalom eine neue Leidenschaft entdeckt – auch wenn sie sehr viel Zeit in den Sport stecken muss. „Ich trainiere zwei- bis dreimal am Tag“, so die Sportlerin, „allerdings nie im Extremslalom.“ Geübt wird immer nur im „normalen“ Kanusport, Extremslalom fährt sie meist nur direkt im Wettkampf.

Dafür aber mehr als erfolgreich. Bereits zu Beginn ihrer Extremslalom-Karriere gewinnt Trompeter Gold in einem Wettkampf – und zwar direkt bei einer Weltmeisterschaft. „2017 war schon ein krasses Jahr für mich“, schwelgt die gebürtige Hanauerin in ihren Erinnerungen, „mit dem Gewinn des Titels habe ich auf keinen Fall gerechnet.“ Umso schöner wäre das Erlebnis und Ergebnis dadurch für sie gewesen. „Der WM-Titel 2017 war eines der Highlights meiner bisherigen Karriere“, berichtet Trompeter.

"Mein Fokus wird nach wie vor der Extremslalom bleiben"

Dieses Jahr ließ der Erfolg auch nicht lange auf sich warten. Erst kürzlich entschied sie den Kampf um den deutschen Meistertitel im Extremslalom in ihrer Wahlheimat Augsburg für sich. Zudem fuhr sie ihre erste Weltcupmedaille ein: In Tacen/Slowenien gewann Trompeter Silber.

Im Moment ist sie nur im Extremslalom für die deutsche Nationalmannschaft unterwegs. Das soll sich im kommenden Jahr wieder ändern. „Mein Fokus wird nach wie vor der Extremslalom bleiben, doch ich würde mich freuen, auch wieder im normalen Kanusport für das Team Deutschland starten zu dürfen“, erzählt Caroline Trompeter, die auch die Schattenseiten des Sports, der viel Zeit in Anspruch nimmt, kennt.

Nachdem die 25-Jährige bereits ein Studium in München abgebrochen hat, ist ein Fernstudium aktuell die beste Lösung für sie. Derzeit studiert sie Psychologie im zehnten Semester. Da aufgrund des Trainings nicht viel Zeit für das Lernen übrig bleibt, hat Trompeter sich entschieden, ihre Studiumszeit zu verdoppeln. „Ein Fernstudium hat für mich den Vorteil, dass es keine Anwesenheitspflicht gibt und ich mir das Lernen so einteilen kann, wie es mir passt“, erklärt sie. Somit könne nichts mit ihren Trainingszeiten kollidieren.

Trompeter träumt von einer Goldmedaille bei den Olympischen Spielen

Denn auch in den nächsten Wochen stehen viele Wettkämpfe für Trompeter auf dem Programm. Nach einem Weltcup in Leipzig fährt die 25-Jährige in Kürze zur Weltmeisterschaft nach Prag – mit dem Ziel, je eine Medaille mit nach Hause zu bringen.

Und die Chancen stehen nicht schlecht. Doch die Hanauerin bleibt realistisch: „Extremslalom ist irgendwie auch ein Risikosport und man kann nie vorhersehen, wie ein Rennen verläuft.“ Denn wenn vier Fahrer gleichzeitig auf die Strecke gehen und die schnellsten sein wollen, sei ein harter Kampf vorprogrammiert. „Dennoch sollte es immer fair vonstattengehen.“ Ihr selbst sei in einem Rennen noch nie Schlimmeres passiert.

Einen großen Wunsch hegt Caroline Trompeter aber noch. Aufgrund der aktuellen Debatte, ob der Extremslalom 2024 olympisch werden soll oder nicht, träumt sie davon, im Falle einer positiven Abstimmung mit in Frankreich dabei zu sein, um so ihren Erfolgskurs mit einer olympischen Medaille vielleicht sogar zu vergolden. „Sollte der Extremslalom 2024 olympisch sein, will ich auf jeden Fall dabei sein“, sagt die Kajakfahrerin.

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