Vorfreude pur: Sven Gottwald, Trainer beim 1. Judoclub Großkrotzenburg, freut sich auf die Ausrichtung des ersten Turniers nach zehn Jahren. Im Gespräch mit HA-Mitarbeiterin Sabrina Kwasniok verrät er auch, dass er oft mit einem anderen Gottwald verwechselt wird. Foto: Julia Meiss

Judo

Judoka Sven Gottwald setzt als Jugendwart auf Gemeinschaft

Judo. Sven Gottwald ist schon seit vielen Jahren für den 1. Judoclub Großkrotzenburg aktiv. Mit sieben Jahren hat er mit dem Judo begonnen. Seit er 16 ist, trainiert er die Jugend des Judoclubs und ist mit 18 Jahren Jugendwart geworden. Und das auch eher durch Zufall:

Von Sabrina Kwasniok

„Ich war lange im Club engagiert und bin dann dazu auserwählt worden, die Jugend heranzuziehen. Und dann ging es immer weiter.“ Inzwischen ist Sven Gottwald 31 Jahre alt und längst zu einer Galionsfigur des Vereins geworden.

Seine Freizeit opfert der Rechtsreferendar gerne für den Sport: „Ich liebe die Arbeit mit den Kleinen und Judo gehört schon lange zu meinem Leben dazu.“ Zu seinen Aufgaben im Verein gehören zum einen Trainingseinheiten, die er zwei mal in der Woche, sowohl für Kinder wie auch Erwachsene hält, als auch die Wettkampforganisation und andere organisatorische Aufgaben innerhalb des Vereins. Dazu gehören Teilnehmerzahlen checken, Teilnahme und Coaching an Wettkämpfen und die Betreuung. Das ist dem Hainstädter auch sehr wichtig: „Wenn ich die Kinder aktiv beim Wettkampf sehe, kann ich im Nachhinein auch besser beurteilen, an was noch gearbeitet werden muss.“

Erstes Turnier am Samstag

Am Samstag findet das erste Turnier des Judoclubs seit über zehn Jahren statt, welches gemeinsam mit der Judoabteilung des TV Großkrotzenburg ausgerichtet wird. Insgesamt werden 80 bis 90 Jugendliche aus etwa 15 Vereinen an diesem teilnehmen. Mit dem Turnier will man gerade den Anfängern die Angst vor den Kämpfen nehmen. Daher ist es auch nur für Kinder und Jugendliche bis zu dem orangenen Gürtel ausgelegt, um gerade den Neulingen eine faire Chance im Kampfbereich bieten zu können. Und auch Urkunden und Medaillen wird es für jeden Teilnehmer geben. „Ich finde es wichtig, das gerade die kleinen Kinder aber auch deren Eltern lernen, dass es nicht schlimm ist, an einem Wettkampf teilzunehmen, auch wenn Judo ein Kampfsport ist“, erklärt Gottwald.

Seine jüngste Schülerin ist fünf Jahre, die Altersspanne seiner Schützlinge reicht aber bis zu 14 Jahren. Insgesamt hat der Judoclub Großkrotzenburg um die 100 Mitglieder, von denen mehr als 60 Prozent Jugendliche und Kinder sind. Daher möchte der 31-Jährige auch vorsorgen: „Wir versuchen durch verschiedene Feste und Aktionen die Gemeinschaft innerhalb des Vereins zu stärken, um die Kinder langfristig an den Club binden zu können.“

Fünf Leute sitzen aktuell im Vorstand des Judoclubs Großkrotzenburg. Daher ist Gottwald sehr dankbar für dasviele ehrenamtliche Engagement der Eltern, die inzwischen ein eigenes kleines Organisationsteam bilden. „Ohne sie wäre es wahrscheinlich gar nicht möglich, alles zu wuppen.“ Mit vielen Feiern und Festen versucht der Club dann ein Gemeinschaftsgefühl zu schaffen. Darauf setzt Sven Gottwald: „Der Zusammenhalt macht’s aus! Ich bin der Meinung, dass nur, wenn eine gewisse Gemeinschaft im Verein herrscht, man die Kinder in den Reihen des Judoclubs halten kann.“

Selbst auf der Matte

Sven Gottwald steht auch noch selbst auf der Matte. Erst 2018 gelang es ihm, den Hessenmeistertitel in seiner Gewichtsgruppe zu erkämpfen. Trotzdem steht der eigene Sport für ihn im Moment eher hinten an. „Inzwischen ist mir die Arbeit mit den Jugendlichen einfach wichtiger geworden, als selbst zu kämpfen.“ Dennoch hat der 31-Jährige sogar noch in der letzten Saison die Prüfung für den schwarzen Gürtel abgelegt und in der Oberliga als Aushilfe für den Judo Club Wächtersbach gekämpft. Für die Zukunft will Gottwald es aber eher ruhiger angehen lassen. „Was sich ergibt, ergibt sich und wenn ich wieder gebraucht werde, bin ich natürlich zur Stelle.“

Eine lustige Anekdote aus seiner Jugend hat Gottwald zum Ende auch noch. Denn im Leben des 31-Jährigen kam und kommt es öfter zur Verwechslung. Denn Sven Gottwald ist nämlich keineswegs der Gottwald, der Geschäftsführer der Baugesellschaft und Ju-Jutsu-Trainer beim KSC Hanau ist – auch wenn viele das annehmen und ihn mit Jens Gottwald verwechseln. „Mein damaliger Jugendtrainer nannte mich auch des öfteren mal Jens.“ Doch auch verwandt sind die beiden Kampfsportler nicht. „Wir wurden uns mal auf einer Veranstaltung vorgestellt und da wusste ich dann endlich, mit wem ich ständig in Verbindung gebracht werde“, sagt er lachend.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema