Auf dem Eis geglänzt: Das Hanauer Geschwisterpaar Berger zeigte im Eiskunstlauf von Beginn an viel Talent. Foto: HA

Hanau

Vor 50 Jahren sorgten Birgit und Peter Berger für Furore

Eiskunstlaufen. Einen geradezu kometenhaften Aufstieg erlebte vor 50 Jahren das Hanauer Geschwisterpaar Birgit und Peter Berger, die innerhalb weniger Jahre in die nationale Elite des Eiskunstlaufes vorstießen.

Von Robert Giese

Vor genau 50 Jahren nahmen die beiden Jugendlichen zum ersten Mal an den deutschen Meisterschaften der Meisterklasse teil, wo sie sich gegen die deutlich erfahrenere Konkurrenz respektabel schlugen.

Dabei war die Eisbahn für Birgit und Peter anfangs unbekanntes Terrain, denn zunächst waren sie beim Hanauer Roll- und Schlittschuhclub auf Rollen unterwegs statt auf Kufen. Als die Geschwister schließlich zum Eiskunstlauf wechselten, schlossen sie sich daher dem Frankfurter REC an, wo sie über bessere Trainingsmöglichkeiten verfügten – schließlich gab es in Frankfurt eine Eisbahn.

"Technisch perfekt"

Der Wechsel auf die Kufen sollte sich für Birgit und ihren zwei Jahre älteren Bruder rasch auszahlen, denn die beiden Geschwister mischten die Eiskunstlauf-Szene in Deutschland schnell gehörig auf: In ihrem ersten Jahr belegten sie bei den deutschen Meisterschaften der Juniorenklasse auf Anhieb den zweiten Platz und stiegen dadurch in die Seniorenklasse auf, im Jahr darauf übertrafen sie diesen Erfolg durch den ersten Platz in der Seniorenklasse noch; dieser Erfolg berechtigte die beiden im Folgejahr, im Alter von erst 14 und 16 Jahren, an den Titelkämpfen der Meisterklasse teilzunehmen.

Um sich auf diese Meisterschaften optimal vorzubereiten und das komplexe neue Programm so schnell wie möglich zu verinnerlichen, legten die beiden Geschwister einen beeindruckenden Trainingsfleiß an den Tag und trainierten in den Ferien intensiv unter anderem in Füssen unter „Meistermacher“ Walter Hofer. Der zeigte sich vom Potenzial des Geschwisterpaares durchaus angetan: „Sie sind zwar noch zu jung und konstitutionell zu schwach für die großen Hebefiguren“, meinte Hofer damals, „aber technisch perfekt.“

Ihre gute Technik half ihnen bei der Vorbereitung dann wohl ebenso wie ihr Trainingsfleiß, denn selbst martialisch klingende Figuren wie die „Todesspirale auf der Zacke“ beherrschten sie nach den Angaben ihres Trainers perfekt. Der machte sich vor den zweitägigen Wettkämpfen – zunächst gab es die Pflichtkür, am Tag darauf die Kür – aber dennoch keine Illusionen über die Chancen seiner Schützlinge: „Nicht zu weit hinter den Großen“, wollte das Hanauer Paar landen.

Diese Zielvorgabe erreichten Birgit und Peter mit dem fünften Platz dann auch – auch wenn der Rückstand auf die deutschen Meister Gudrun Hauß und Walter Häfner über 50 Punkte betrug. Für Hauß und Häfner, die gleich drei Neuheiten zeigten, endete damit eine lange Durststrecke: Nach vier vergeblichen Anläufen errangen sie zum ersten Mal den Titel.

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