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Ironman: Tausende radeln durch die "Hölle von Hochstadt"

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Auch in diesem Jahr ist die Hochstädter „Hölle“ einer der Publikumsmagnete des Frankfurter Ironman. Die Steigung verbunden mit dem Kopfsteinpflaster verlangt den Triathleten alles ab. Archivfoto: Kalle
Auch in diesem Jahr ist die Hochstädter „Hölle“ einer der Publikumsmagnete des Frankfurter Ironman. Die Steigung verbunden mit dem Kopfsteinpflaster verlangt den Triathleten alles ab. Archivfoto: Kalle

Triathlon. Am Sonntag ist es wieder soweit: Die besten Ausdauersportler der Welt messen sich beim Ironman in Frankfurt. Bereits zum 15. Mal findet das sportliche Großereignis in der Mainmetropole und der Umgebung statt. Auch die bewährten Abschnitte in Maintal gehören wieder zum Streckenverlauf.

Von Michael Bellack

Exakt 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und im Anschluss noch einen Marathon über 42,195 Kilometern Länge haben die Teilnehmer vor sich.Eine Herausforderung für Körper und Geist, der sich erneut tausende Sportler stellen werden. Denn die Begeisterung bei den Aktiven für den Ironman in Frankfurt bleibt ungebrochen. Bereits seit geraumer Zeit ist das Event ausgebucht. Über 3000 Teilnehmer aus 65 Ländern werden an den Start und auch an die Grenzen ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit gehen.Los geht es um 6.30 UhrGestartet wird wieder um 6.30 Uhr mit dem Schwimmen im Langener Waldsee, circa 15 Kilometer südlich von Frankfurt. Zunächst gehen die männlichen Profis ins Wasser, anschließend die weiblichen. Zwischen 6.40 und 7 Uhr startet dann das Hauptfeld. Zwei Stunden und 20 Minuten haben die Sportler Zeit, um die fast vier Kilometer lange Runde zu absolvieren. Der Streckenrekord liegt bei etwas über 42 Minuten.Danach folgt die Radstrecke. Sowohl für die Sportler als auch für die Zuschauer das absolute Highlight. Die Veranstalter rechnen mit mehreren zehntausend Fans und Unterstützern am Streckenrand.„The Hell“ ist bei den Sportlern beliebtVom Langener Waldsee aus geht es durch die Innenstadt von Frankfurt Richtung Bergen-Enkheim, wo sich die erste von insgesamt vier Versorgungsstationen auf der Radstrecke befindet. Aus dem Innenstadtbereich raus geht es weiter nach Maintal. Dort wartet die berüchtigte „Hölle von Hochstadt“ auf die Athleten.Der „The Hell“ genannte Abschnitt im Ortskern von Hochstadt ist bei den Sportlern ebenso beliebt wie bei den Zuschauern am Streckerand. Auf der etwa 500 Meter langen Steigung im historischen Ortskern garantieren die Veranstalter auf der Homepage „echtes Tour de France Feeling“. Tausende begeisterte Zuschauer werden in Maintal wieder erwartet, nicht umsonst sprechen deshalb viele „Eisenmänner“ dort von einer ganz besonderen Stimmung.Peter Kern: „Es ist sensationell"Einer, der genau weiß, wie sich „The Hell“ anfühlt, ist Peter Kern. Der Maintaler hat bereits vier Frankfurter Ironmans hinter sich. In diesem Jahr ist er als Experte auf der HR3-Bühne tätig. „Es ist sensationell. Die beste Stimmung auf der gesamten Strecke“, berichtet Kern.Gemeinsam mit Moderator André Rothe steht er ab 7.30 Uhr auf der Bühne und informiert die Zuschauer über alles Wissenswerte. „Ich bin der Experte und das Pendant zu Andre. Wir spielen uns die Bälle zu. Ich kenne ja auch alle 'local heroes' hier aus Maintal und aus der Umgebung.“Hühnerberg ist das nächste HighlightEin weiteres Highlight in Maintal ist der Hühnerberg kurz außerhalb von Wachenbuchen. Hier müssen die Athleten den längsten Anstieg absolvieren, an dessen Ende befindet sich der höchste Punkt im gesamten Streckenverlauf.Zu den weiteren Hotspots auf der Fahrradstrecke zählen dann noch der Elvis-Presley-Platz in Friedberg und der „Heartbreak Hill“ hinaus aus Bad Vilbel, an dem die Athleten mit relativ wenig Tempo an den Zuschauern vorbeifahren. Zwei Runden müssen gefahren werden, um die 180 Kilometer hinter sich zu lassen.Marathon für viele Athleten der härteste TeilWas dann folgt, wird von den Triathleten oft als härtester Teil des Wettkampfes gesehen: der Marathon. Vier Runden müssen am Mainufer gelaufen werden, auch hier wird erfahrungsgemäß mit vielen Schaulustigen gerechnet, die die Sportler auf ihrer letzten Etappe nach vorne peitschen.Der Zieleinlauf auf dem historischen Römerberg bildet dann den Abschluss und absoluten Höhepunkt des Ironmans. Mehrere Zuschauertribünen und die Moderatoren sorgen kurz vor dem Römer für die richtige Atmosphäre. Sowohl für Profis als auch für die Amateure ist der Zieleinlauf das wohl einprägsamste und schönste Erlebnis. Spätestens um 22 Uhr müssen alle Teilnehmer die Ziellinie überquert haben.Jan Frodeno mit StreckenrekordDeutlich früher tun dies natürlich die Profis. Im vergangenen Jahr stellte Jan Frodeno mit einer Zeit von 7:49:48 Stunden einen neuen Streckenrekord auf. Frodeno trotzte dabei den fast unmenschlichen Temperaturen, von denen die Teilnehmer am Sonntag wohl verschont bleiben.Auch in diesem Jahr hätte Frodeno, der nach seinem Triumph in Frankfurt auch noch den Ironman auf Hawaii gewann, zu den Topfavoriten gezählt. Er wird aber nicht teilnehmen und stattdessen beim Triathlon in Roth starten, dem Vorgänger des Frankfurter Ironman. Auch der deutsche Olympiateilnehmer Andreas Realert, der bereits mehrfach auf dem Treppchen stand und 2010 in Frankfurt triumphierte, wird aufgrund einer Verletzung nicht teilnehmen.Sebastian Kienle und Andreas Böcherer gelten als FavoritenZu den heißesten Anwärtern auf den Sieg gehören die beiden deutschen Profi-Triathleten Sebastian Kienle und Andreas Böcherer. Kienle wurde 2015 Zweiter, Böcherer landete mit exakt zwei Minuten Rückstand auf dem dritten Platz.Ein Wort mitzureden haben dürfte auch der US-Amerikaner Timothy O’Donell. Der Triathlon-Weltmeister von 2009 und Ironman-Sieger wurde 2015 Dritter beim Ironman auf Hawaii. Das Dreiergespann wird das Rennen aller Voraussicht nach dominieren.Läuft Daniela Ryf wieder zum Sieg?Bei den Frauen ist Vorjahressiegerin Daniela Ryf die heißeste Favoritin auf den Sieg. Die Schweizerin schaffte, wie Frodeno, 2015 das Double mit ihren Erfolgen in Frankfurt und auf Hawaii.Zu ihren ärgsten Konkurrentinnen gehört Mirinda Carfrae aus Australien. Carfrae triumphierte bereits dreimal auf Hawaii und landete bei fast jedem ihrer Starts auf dem Treppchen.Julia Gajer ist  Deutschlands größte HoffnungDie größte deutsche Hoffnung auf einen Sieg ist Julia Gajer. Sie wurde im letzten Jahr Zweite und hat ebenfalls bereits Siege bei Ironman-Wettkämpfen gesammelt. Auch Kerstin Möller, Vorjahressechste, wird wohl ganz vorne mit dabei sein.

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