So kann es auch gehen: Im letzten Jahr durchquerten Ironman-Teilnehmer die „Hölle“ in Hochstadt doch tatsächlich mit einem Lächeln im Gesicht. Archivfoto: Kalle

Maintal

Ironman Frankfurt: Experten erwarten Dreikampf um den Sieg

Triathlon. Der Ironman Frankfurt ist mit über 3000 Teilnehmern wieder ein Magnet für Spitzensportler. Profis und Amateure gehen am Sonntag an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit, um sich am Ende am Frankfurter Römer feiern zu lassen. Doch vorher müssen sie durch die "Hölle" von Hochstadt.

Von Michael Bellack

Fans des Triathlon-Sports dürften allerdings beim Blick auf die Ansetzung mit dem Kopf schütteln. Denn in diesem Jahr findet der Ironman Frankfurt zeitgleich mit der Challenge Roth statt. Beide Events befinden sich seit Jahren in einem Konkurrenzkampf um die Vormachtstellung im Triathlon.Bereits 2012 hatte es eine Terminüberschneidung gegeben, dass sollte aber eigentlich unbedingt vermieden werden. Die Organisatoren beider Großveranstaltungen stellten jedoch auf stur und hielten an der jeweiligen Ansetzung fest.Frodeno nicht dabeiDas hat vor allem Folgen für die Sportler, die sich direkt zwischen den beiden Triathlonveranstaltungen entscheiden mussten. Jan Frodeno, Deutschlands wohl bekanntester Triathlet, nimmt zum Beispiel an keinem der beiden Events als Einzelstarter teil. Er wird in Roth nur in der Staffel an den Start gehen.In Frankfurt müssen die Zuschauer aber nicht auf ihre Stars verzichten. Insgesamt 128 Profis haben sich für den Ironman angemeldet. Vorjahressieger Sebastian Kienle wird ebenso teilnehmen wie seine ärgsten Konkurrenten Patrick Lange und Andi Böcherer.Dreikampf um den Zieleinlauf Das deutsche Trio zählt zu den Topfavoriten auf den Sieg. Böcherer landete im vergangenen Jahr hinter Kienle auf dem zweiten Rang. Patrick Lange wurde beim Ironman auf Hawaii Dritter. Experten erwarten daher einen Dreikampf um den Zieleinlauf am Römerberg. Außenseiterchancen auf den Sieg hat der Este Marko Albert, der bei der vergangenen Auflage auf dem vierten Rang landete.Vergleichsweise neu auf der Landkarte der Spitzentriathleten ist Patrick Nielsson. Der 25-Jährige Schwede gewann 2016 sowohl den Ironman in Barcelona als auch in Kopenhagen und dürfte sich auch in Frankfurt gute Chancen ausrechnen.Titelverteidigerin nicht mit dabeiBei den Frauen wird es derweil keine Titelverteidigung geben. Melissa Hauschildt nimmt nicht am Ironman teil. Die Australierin hatte 2016 zum ersten Mal in der Mainmetropole triumphiert. Spitzenathletin Daniely Ryf, die 2016 frühzeitig aufgeben musste, fehlt ebenfalls auf der Starterliste. Zurück in Frankfurt ist dafür Anja Beranek, die zuletzt dreimal in Roth an den Start ging.Nach dem vierten Platz auf Hawaii zählt sie zu den heißesten Anwärterinnen auf den Sieg. Gleiches gilt für Sonja Tajsich, die mit dem zweiten Platz beim diesjährigen Ironman in Brasilien bereits ein Ausrufezeichen setzen konnte. Ganz vorne mit dabei sein wird aller Voraussicht nach auch die Vorjahreszweite Katja Konschak. Die Hannoveranerin Julia Gajer zählt ebenfalls zu den Favoritinnen.Natascha Schmitt ebenfalls mit ChancenSie wurde in Frankfurt bereits einmal Zweite (2015) und gewann 2013 und 2016 jeweils einen Ironman in den USA.  Lokalmatadorin Natascha Schmitt werden trotz zuletzt enttäuschender Auftritte traditionell Chancen auf einen Triumph ausgerechnet. Bis auf das wechselnde Starterfeld setzt der Ironman auch bei seiner 16. Auflage auf Kontinuität. Ablauf und Strecke haben sich nur geringfügig geändert. Fans des Großereignisses müssen sich bekanntermaßen am Sonntag den Wecker stellen.Die Profi-Athleten starten wie gewohnt um 6:30 am Langener Waldsee mit der Schwimmstrecke, zwei Minuten später gehen die Profi-Frauen an den Start. Der sogenannte „Rolling Start“ der restlichen Teilnehmer geht von 6:40 bis 7 Uhr. Dabei ordnen sich die Athleten nach ihrer Leistungsstärke selbst in Kleingruppen ein.Kürzere StreckeDie 3,8 Kilometer lange Rennstrecke muss nach 2 Stunden und 20 Minuten absolviert sein. Anschließend geht es nach einer kurzen Wechselzeit aufs Rad. Die Radstrecke führt durch die Frankfurter Innenstadt in die Außenbezirke durch Wachenbuchen, Karben, Wöllstadt und Bad Vilbel. In Hochstadt wartet erneut die sogenannte „Hölle“ auf die Triathleten.Eine Veränderung gibt es erzwungenermaßen bei der Route durch Friedberg. Aufgrund einer Baustellensituation und dem Mangel an Alternativen muss die Strecke verkürzt werden. Statt 180 Kilometern beträgt sie „nur“ noch 177. Die Veranstalter betonen jedoch, dass es sich dabei um eine einmalige Ausnahme handelt.Vier Versorgungsstellen und zwei Wasserstationen Auf der Radstrecke sorgen vier Versorgungsstellen und zwei Wasserstationen für das körperliche Wohlbefinden der Sportler. Die erste Radrunde muss jeder Teilnehmer um spätestens 13 Uhr beendet haben, sonst erfolgt der Ausschluss vom Rennen. Spätestens zehn Stunden nach Rennstart muss dann die zweite Runde absolviert sein.Im Anschluss folgt das Laufen. Hierbei geht es über die volle Marathondistanz von 42,2 Kilometern. Die Strecke wird in vier Runden absolviert. Diese führen direkt am Main entlang, wo auch in diesem Jahr der Lauftreff Bruchköbel mit einem Versorgungsstand vertreten ist. Traditionell werden auf der Laufstrecke zahlreiche Zuschauer die Straßen säumen und die Athleten anfeuern.Mainbrücken gelten als HotspotsAls Hotspot gelten die Mainbrücken. An der Alten Brücke endet zum einen die Radstrecke, zum anderen führen auch die Laufrunden an ihr vorbei. In der Nähe des Eisernen Stegs wird zudem eine Zuschauerbrücke eingerichtet. Am Ende der Schlussrunde geht es dann zum Zieleinlauf Richtung Römer, wo es noch einmal richtig laut wird. Hier werden Tribünen für die erwarteten Zuschauermassen aufgebaut.Um 22 Uhr folgt dann der Zielschuss, alle Athleten müssen die mörderischen Distanzen bis dahin zurückgelegt haben. Deutlich früher treffen natürlich die Profis im Zielbereich ein. Mit den männlichen Spitzenathleten rechnen die Organisatoren gegen 14.15 Uhr, die ersten Frauen werden rund eine Stunde später um 15.15 Uhr erwartet.Buntes ProgrammBereits in den Tagen vor dem Ironman haben die Organisatoren ein buntes Programm für alle Sportbegeisterten auf die Beine gestellt. Am Donnerstag findet der Nightrun statt. Drei Staffelmitglieder absolvieren jeweils die fünf Kilometer lange Strecke am Main entlang direkt vor der Frankfurter Skyline. Im Vordergrund steht der Spaß, eine Zeitmessung erfolgt nicht.Der Startschuss fällt um 19 Uhr. Am Samstag dürfen dann die kleinen ran. Beim Kidsrun starten Kinder im Alter von fünf bis 13 Jahren und laufen über 800 beziehungsweise 1600 Meter, hier erfolgt ebenfalls keine Zeitmessung. Anmeldungen sind noch bis 30 Minuten vor dem Start am Samstag um 9 Uhr möglich. Alle Programmpunkte und Abläufe des Ironman Frankfurt sind unter www.ironman.com einsehbar.

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