Jürgen Gärtner-Brüderlein. Foto: Privat

Hanau

Ironman Frankfurt: Dieser Hanauer will nach Hawaii

Der 54-jährige Jürgen Gärtner-Brüderlein aus Hanau absolvierte bereits zahlreiche Triathlons. Am Sonntag startet er zum sechsten Mal beim Ironman Frankfurt.

Mit rund 70 Teilnahmen an diversen Triathlons zählt er zweifelsohne zu den erfahreneren Athleten. Unserem Mitarbeiter Philipp Swierzy hat Gärtner-Bürderlein im Interview erzählt, worauf er sich in Frankfurt besonders freu, wovor er Respekt hat und wie er sich auf das Event vorbereitet hat.

Herr Gärtner-Brüderlein, am Sonntag starten Sie beim Ironman Frankfurt. Jetzt mal ehrlich: Warum tun Sie sich das an?„Mir macht der Sport sehr viel Spaß. Diese drei Disziplinen miteinander zu verbinden. Die Herausforderung sie hintereinander zu schaffen. Und die Zuschauer. Ohne sie würde so ein Wettkampf gar nicht funktionieren, denn am Ende ist es einfach eine Kopfsache. Es ist schön, wenn du das Gefühl hast, dass du etwas zurückbekommst.“

Wie sind Sie zum Triathlon gekommen?„Ich komme eigentlich aus dem Fußball, habe bei Hanau 93 gespielt. Aufgrund einer Verletzung habe ich aufgehört. Und dann habe ich mit dem Triathlon angefangen, denn gelaufen bin ich schon immer gerne. Ich habe schon sehr viele Laufwettkämpfe, also Marathons, Halb-Marathons und Zehn-Kilometer-Läufe bestritten.“

Wie lange sind Sie schon als Triathlet unterwegs?„Ich habe schon zwischen 60 und 70 Triathlons gemacht, habe klein angefangen mit Ligawettbewerben. Inzwischen mache ich das seit 18 Jahren. Wenn man die Kurzdistanz läuft, kann man im Jahr schon fünf Triathlons machen. Wenn man die Mitteldistanz angeht, was ich viel gemacht habe, macht man vielleicht zwei, drei Wettkämpfe pro Jahr.“

Welcher Triathlon war für Sie der schönste?„Der Ironman Frankfurt 2009 war mit einer der schönsten, weil vieles gut gepasst hat, was ich mir vorgenommen habe. Aber einen perfekten Tag gibt es eigentlich nicht.“

Und das exotischste Triathlon-Event, dass sie mitgemacht haben?„Das Highlight überhaupt war die Weltmeisterschaft in Australien beim Ironman 70.3. Da war meine gesamte Familie dabei. Das war schon ein Höhepunkt einmal um die halbe Welt zu reisen. Ich habe mich damals in Wiesbaden auf der Halbdistanz qualifiziert. Allein das war schon ein großer Erfolg:“

Was ist Ihr Ziel für den Ironman in Frankfurt? „Gut anzukommen und eine Top-Zeit zu erreichen. Das heißt erstmal keinen Unfall zu haben. Gerade auf der Radstrecke kann immer viel passieren.“

Was wäre für Sie eine gute Zeit am Sonntag?„Du kannst top vorbereitet sein, aber den Tag, wie er wirklich sein wird, kannst du nie vorhersagen. Aber 10:20:00 Stunden wäre eine gute Zeit. In der Nähe von zehn Stunden würde man wohl die Qualifikation für Hawaii erreichen. Und das wäre ein Traum, es bei diesem Rennen in Frankfurt zu schaffen. Da kommen wirklich die ganzen Topleute, sowohl bei den Profis, als auch bei den Amateuren.“

Sie haben die Unfallgefahr angesprochen. Ist Ihnen schon mal etwas passiert?„Ja, vor zwei Jahren beim Ironman Frankfurt. Kurz vor Ende der Radstrecke ist ein Zuschauer auf die Strecke gelaufen, und ich bin frontal in ihn reingefahren. Nur hundert Meter vor der Wechselzone. Ich bin nochmal auf die Laufstrecke, aber musste das Rennen dann beenden. Gerade im Hinblick auf Australien, wo ich mich ja für die Weltmeisterschaft qualifiziert hatte. Ich hatte Schürfwunden und Prellungen. Ich war schon ziemlich sauer, weil man ja viel investiert. Es gibt extra Übergänge für Zuschauer und dort war keiner. Er hat sich nie gemeldet und entschuldigt. Ich finde es schade, aber es ist so. Ich war froh, dass es nur Abschürfungen und Prellungen waren. Ob ihm was passiert ist, weiß ich nicht.“

Auf welchen Streckenabschnitt freuen Sie sich besonders?„Ich denke, ein Highlight ist die Kopfsteinpflaster-Passage in Hochstadt. Das ist schwer zu fahren, und da ist immer viel los. Außerdem ist die Friedberger Altstadt sehr schön. Und zwischendrin hat man landschaftlich immer wieder schöne Abschnitte. Auch Bad Vilbel, da hochzufahren ist absolut ein Highlight. Dort stehen tausende Zuschauer. Überhaupt kommen immer mehr Zuschauer, wenn es nach Frankfurt reingeht.“

Wie bereiten Sie sich auf solch einen Wettkampf vor?„Ich habe eine Trainerin, Claudia Hille aus Hörstein. Sie ist eine Top-Athletin und auch bekannt hier in der Region. Mit dem Ziel, was ich habe, muss man schon konsequent trainieren. Mindestens fünfmal die Woche, zwischen 16 und 20 Stunden.“

Wie gestaltet sich Ihr Trainingsprogramm?„Man trainiert in Blöcken. Im Winter mehr Schwimmen, ab März mehr Radfahren. Zum Beispiel zweimal die Woche schwimmen, zwischen einer und eineinhalb Stunden. Fürs Schwimmen gehe ich ins Großauheimer Lindenaubad. Dann gehe ich zweimal die Woche laufen. Zwischen einer und zweieinhalb Stunden. Das kommt auf den Trainingsplan an, ob du langsam oder beispielsweise in Intervallen trainierst. Wir haben die Devise ‚Weniger ist mehr‘. Das heißt, lieber auf eine einstündige Laufeinheit konzentrieren, anstatt zwei Stunden nur ‚rumzulaufen‘. Meistens gehe ich nach der Arbeit laufen, oder eben Samstagfrüh, so dass ich noch was von meiner Familie habe. Um 7 Uhr geht’s dann aufs Rad. Ich bin sehr dankbar, dass meine Frau und mein Sohn mich so unterstützen.“

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