Nudeln satt: Die Hockeyspielerinnen des 1. Hanauer THC legen bei der Auswärtsfahrt nach München einen Stopp ein, um die Kraftreserven aufzufüllen. Immerhin geht es aus dem Bus direkt auf das Spielfeld - und dann weiter zum zweiten Spiel nach Rosenheim. Foto: Laura Becker

Hanau

HTHC-Frauen: Wenn die Auswärtsfahrt zur Klassenfahrt wird

Hockey. Die erste Frauenmannschaft des 1. Hanauer THC ist in der Regionalliga Süd beheimatet. Der Spielplan führt die Mannschaft regelmäßig nach München und Rosenheim. Aber wie läuft so eine Reise über das Wochenende eigentlich ab? Dieser Frage ist unsere freie Mitarbeiterin Laura Becker nachgegangen.

Sie hat sich mit auf den Weg in den Freistaat Bayern gemacht und kann in ihrem Bericht auch von ihrer eigenen, aber bereits beendeten Karriere als Hockey-Spielerin beim HTHC profitieren.

Von Laura Becker

Nachdem unser Coach am Samstag bereits um 9 Uhr zum Treffpunkt geladen hatte, kommt im Grunde jedes Teammitglied pünktlich – eben in der ganz eigenen Zeitrechnung.

Strichlisteführerin Melli Herkert führt allerdings ein strenges Zeitregiment und kann bereits um 9.04 Uhr freudig die ersten Mannschaftskassen-Neueinnahmen notieren. Souveräne Anführerin ist – Stand jetzt – Mary Archner, knapp gefolgt von ihrer Schwester May. „Die Archis sind momentan wirklich gut dabei. Mays Vorteil gegen-über ihrer kleinen Schwester ist aktuell, dass sie sicher im Umgang mit unserem Spieloutfit ist und in der Thematik Taschepacken sorgfältiger arbeitet“, findet Melli erste Erklärungen für die Situation.

Zeitmanagement: Marilena Krauß hat bei der Pause die Uhr stets im Blick. Foto: Laura Becker

Auch dieses Mal bringen uns zwei Kleinbusse in die süddeutschen Gefilde und wie jedes Mal haben sich so einige Mädels optimistisch vorgenommen, die Autofahrt zum lernen zu nutzen („Dieses Mal aber wirklich“). Der Rest der Gruppe gibt sich dieser Illusion erst gar nicht hin. Drei ???, Zeit Verbrechen Podcast, TKKG oder der Highschool Musical Soundtrack haben auch dieses Mal das Rennen gegen die Lernunterlagen für sich entschieden.

Außer im Fall von Luisa Noll. Sie geht gemeinsam mit Maskottchen Frida den Stoff für die mündlichen Abiturprüfungen durch. Neben enormen Wissen trägt sie schlussendlich auch die Verantwortung für den Wertsachenbeutel mit sich herum. Nach sämtlichen eingelegten Toilettenpausen ergeben die ersten Hochrechnungen, dass die Finanzierung der nächsten Kabinenparty durch Toilettenbons gesichert ist. Der erste Weg führt uns dann auch direkt zu einer gemeinschaftlichen Nudelparty. Carboloading für den Sieg ist die Devise Menüfolge und Uhr stets im Blick, kredenzt sich unsere Torjägerin Mari ihr Lunch!

Lüften: Was nicht im Hotelflur ausdünsten kann, muss im Zimmer trocken werden, denn es wird am nächsten Tag wieder gebraucht. Foto: Laura Becker

Mit unserem Teamsong Shosholoza fahren wir schließlich auf dem Parkplatz des Münchner Sportclubs vor und so langsam, aber sicher beginnt die Spielvorbereitung. Unser Coach Daniel hat unsere Kabine zum Kinosaal umfunktioniert und wir schauen uns unseren Gegner nochmal auf dem Video an, ehe es mit der Spielvorbereitung losgeht. Um 18.30 Uhr ist Anpfiff an der Eberwurzstraße und der Spielverlauf ist eigentlich ganz nach unserem Geschmack: Vier Mal treffen wir gegen die alten Hasen vom MSC und können uns auf eine gediegene Überfahrt ins Rosenheimer Voralpenland freuen.

In Rosenheim angekommen gibt es – natürlich – nochmal einen kleinen Snack und wir beziehen die Hotelzimmer und lassen die restlichen Hotelbewohner an dem zauberhaften Geruch von Schienbeinschonern, nassen Kunstrasenschuhen und einer Torwartausrüstung teilhaben – zum Glück riechen Mädchen nur nach Blumen. Das TV-Programm liefert schließlich, zuverlässig wie immer, einen verlässlichen Low-Level-Abendausklang und wiegt uns in den Schlaf.

Videoanalyse: Im Hotelzimmer gibt es die letzten Infos zum Gegner. Foto: Laura Becker

Ausgeschlafen wie nach sechs Wochen Sommerferien widmen wir uns während dem Zähneputzen erstmal den wichtigen Dingen des Lebens: Tigerentenclub und Bibi Blocksberg geleiten uns den Weg Richtung Spiel. Nach dem Frühstück lädt Zimmer 104 zur nächsten Videobesprechung ein, ehe es um 9.50 Uhr los Richtung Platz geht. Mit den Bergen im Hintergrund bringen wir uns langsam, aber sicher on fire und um 11 Uhr geht es auf Tore- und Punktejagd. 1:2 ist das Ende vom Lied. Dafür, dass wir so überlegen waren, ist das Ergebnis dann doch eher ärgerlich.

Auf der Rückfahrt versorgen wir nach dem robusten Spiel erstmal unsere kleineren und größeren Wunden, nutzen Fridas Fähigkeiten als Kopfkissen und fragen uns, wie viele Runden wir wohl von den Strichliste-Einnahmen der Archner-Schwestern konsumieren können . . .

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