Routine pur: Thomas Geyer (links) ist mit 66 Jahren zwar der Oldie im Team des SV Mittelbuchen, aufgrund seiner Bundesliga-Erfahrung aber auch ein wertvoller Spieler (hier im Doppel mit Olaf Beller). Foto: TAP

Tischtennis

Das hat Hessenligaspieler Thomas Geyer beim Tischtennis erlebt

Tischtennis. Thomas Geyer ist ein alter Hase im Tischtennissport. In seiner besten Zeit spielte er Bundesliga in Saarbrücken, trainierte 22 Stunden in der Woche und lebte für den Sport. Seine heutige Tischtennisheimat liegt in Mittelbuchen. Doch bis er in diesem Stadtteil von Hanau landete, war es ein langer Weg.

Von Nicolas ObstAngefangen in Bürgel, ging es für Geyer über Rödelheim zur FTG Frankfurt. Nach dem TTC Mörfelden erlebte er seine erfolgreichsten Jahre beim FC Saarbrücken. Bundesliga, vorderes Paarkreuz, Geyer war das, was man heute einen Profi nennt. Zur heutigen Zeit sieht er aber minimale Unterschiede: „Heute fahren die Profis teilweise Lamborghini, ich hatte damals einen Ford“, schmunzelt er.

Kein langzeitiger Verein

Bad Hamm, Altena und Heusenstamm waren daraufhin seine neuen Vereine. Bleiben wollte er nie lange. Hertha BSC, Esslingen, Großen-Linden. Vom Osten in den Süden, schließlich Mittelbuchen, zwischenzeitlich Steinheim, wieder Großen-Linden. Beim Aufzählen kommt Geyer kurz durcheinander, nicht verwunderlich bei dieser Anzahl an Stationen.

Aber warum diese vielen Wechsel? „Ich habe diesen Hang zum Perfektionismus, man kann das alles immer noch besser machen“, erklärt Geyer. Schön war es fast überall, besonders in Altena. Einzige unschöne Station war Esslingen: „Damals hatte ein NPD-Funktionär in dem Verein die Leitung, da wollte ich natürlich schnell weg.“ In Mittelbuchen fühlt sich Geyer sehr wohl. „Ich treibe an, bin noch sehr ehrgeizig.“ Besonders gerne spielt Geyer gegen Jüngere. „Letztens habe ich gegen einen 13-Jährigen verloren“, nicht weiter schlimm für den Hessenligaspieler.

In seiner Profizeit war das anders mit den Niederlagen. „Früher habe ich mich fast aufgefressen, wenn ich verloren habe, ich habe beinahe meine ganze Zeit mit Tischtennis verbracht, da war der Frust viel größer.“ Nach seinen Profijahren machte Geyer eine Auszeit vom Tischtennis: „Ich brauchte fünf Jahre Pause, um zu akzeptieren, dass jetzt andere in der Bundesliga spielen.“ Heute ist es nicht mehr so extrem mit dem Ehrgeiz. Doch Niederlagen wurmen ihn nach wie vor, sagt er.

Unterschiede zwischen damals und heute

Geyer ist mittlerweile 66 Jahre alt. Er hat viel erlebt und erkennt Unterschiede zwischen damals und heute: „Das Material ist schneller, es gab eine Professionalisierung.“ Er hat in seiner Profizeit nebenbei studiert, war kein Profi im Sinne von heute. Ausgezeichnet hat ihn immer sein Ehrgeiz und seine unbändige Lust nach Tischtennis: „Ich habe wirklich immer bis zum Anschlag trainiert.“

Die extreme Verbissenheit hat er nicht mehr, trotzdem ist er nach wie vor fleißig am trainieren. Neben dem Tischtennistraining geht er ins Fitnessstudio. Zusätzlich hat er einen privaten Trainer: „Ich will Tischtennis mal richtig lernen,“ sagt er.

Mit dem SV Mittelbuchen hat Geyer das Ziel, die Hessenliga zu halten. Die beiden Siege am vergangenen Wochenende waren sehr wichtig, „aber es gab sehr knappe Spiele in der Hinrunde,“ erzählt er. Ans Aufhören kann Thomas Geyer noch nicht denken. Die Lust nach Tischtennis ist nach wie vor sehr groß. „Tja ich glaube das kommt von innen, das ist dieser Antrieb von Perfektion.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema