Marc Lennart Seibold (links) hilft freiwillig als Fahrer beim Tennisturnier in Bruchköbel mit. In diesem Jahr ist unter anderem Nico Kleber einer seiner Fahrgäste.Foto: Nicolas Obst

Tennis

Head Cup: Nur durch Ehrenamtliche ist das Turnier möglich

Bruchköbel . Einmal jährlich treffen sich zahlreiche Nachwuchsspieler der internationalen Tenniselite auf der Anlage des TC Bruchköbels, um ein Weltranglistenturnier auszuspielen, ein sogenanntes ITF-Juniors.

Von Nicolas ObstMittlerweile auf der ganzen Welt bekannt, steht der Standort im Main-Kinzig-Kreis für eine sehr gute Organisation und ein hohes Spielniveau. Seit 2001 findet der sogenannte Head Cup auf dem Vereinsgelände in Bruchköbel statt. Um dieses Großevent auf die Beine zu stellen, bedarf es vieler helfender Hände. Erzählt Martin Fetzer, der Turnierdirektor, und er weiß wovon er spricht. Denn seit mittlerweile zwölf Jahren ist er bei dem Turnier dabei. „Es steckt ein großer Aufwand hinter der Organisation, ich plane zurzeit bereits das ITF für kommendes Jahr. Unsere Turnierleitung und das gesamte Team besteht aus Freiwilligen, einem eingespielten Team“, erklärt er.

Das Team besteht aus zahlreichen Mitgliedern des TCB, aber auch aus den Nachbarvereinen, die ihre Tennis-Anlagen zur Verfügung stellen, um die teilnehmenden Spieler dort trainieren zu lassen oder auch Spiele des Turniers auszutragen. Beispielsweise die Tennisclubs aus Erlensee und Rodenbach.

Mithilfe sei selbstverständlich

Die Freiwilligen organisieren nicht nur die Spiele und erstellen Pläne, es gibt auch Helfer, die sich um die Verpflegung kümmern oder Fahrer, die die Spieler von A nach B bringen. Einer davon ist Marc Lennart Seibold, der mittlerweile seit drei Jahren beim Turnier mithilft: „Ich bin hier als Helfer, weil ich selbst Mitglied beim TC Bruchköbel bin und es für mich eine Selbstverständlichkeit ist, das Team zu unterstützen. Außerdem macht es einfach Spaß bei so einem großen Event dabei zu sein“, erklärt der 19-Jährige auf der Fahrt nach Erlensee, wo er einen Spieler abholt, damit dieser zurück auf die Anlage in Bruchköbel kommt.

„Durch das Fahren lernt man viele Teilnehmer kennen, vorhin habe ich ein paar Mädels auf die Anlage nach Rodenbach zum Doppel gefahren und da gab es dann auf der Fahrt eine kleine Karaoke Einlage, so etwas ist dann ganz lustig.“ Dem Verein wurden von Sponsoren zwei Vans zur Verfügung gestellt, aber ohne die Fahrer würde der gut geplante Ablauf nicht funktionieren.

25 Nationen im Hauptfeld vertreten

„Ich habe mir extra für das Turnier freigenommen, dann steht man hier halt mal um 7 Uhr morgens auf der Matte, aber das tut man gerne für den Verein“, sagt Seibold und fährt währenddessen die deutsche Nummer Vier der unter 18-Jährigen, Nico Kle-ber, zu seinem nächsten Spiel. Seibold gefällt sein Fahrerjob: „Das ist schon eine schöne Sache, man lernt Leute aus aller Welt kennen.“

Spieler aus 25 Nationen treten im Hauptfeld des Head-Cup Bruchköbel an. Neben einigen Israelis auch Spieler aus Japan oder aus Schweden. Turnierdirektor Fetzer weiß, woran das liegt: „Die Spielatmosphäre hier ist einfach schön, die Spieler erzählen in ihrer Heimat von unserem Turnier und so kommen immer wieder neue Spieler vorbei. Das spricht sich herum.“

Turnier soll langfristig etabliert werden

Einige Teilnehmer der vergangenen Jahre haben es mittlerweile auf die ganz große Tennisbühne geschafft, erzählt Fetzer. Unter ihnen der aktuelle Weltranglisten Sechste Stefanos Tsitsipas und der deutsche Kevin Krawietz, der kürzlich Doppelsieger bei den French Open wurde oder Anna-Lena Friedsam.

In den folgenden Jahren soll das ITF-Turnier auf die nächste Ebene gehoben werden. Während der Wettbewerb aktuell noch zur Kategorie Vier zählt, soll im nächsten Jahr die Kategorie Drei erreicht werden. „Das bedeutet, dass noch bessere Spieler nach Bruchköbel kommen und dass das Niveau steigt“, erklärt Fetzer. Zusätzlich würden mit der Verbesserung der Kategorie aber auch höhere Kosten entstehen: „Wir wollen neue Sponsoren hinzugewinnen und unser Turnier als Dreier-ITF langfristig etablieren.“

Um das alles zu erreichen, spielen die ehrenamtlichen Helfer des TC Bruchköbel auch in den nächsten Jahren eine entscheidende Rolle.

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