Beachtliche Titelsammlung: Kaum ein freies Plätzchen gibt es an der Wand, an der Hans Schuck Auszeichnungen, Urkunden und Pokale präsentiert. Foto: Frenger

Leichtathletik

Hans Schuck ist der älteste Athlet im Kreis

Leichtathletik. 60 Mal hessischer Meister, viermal Europameister, dreimal Weltmeister, Weltrekordzeit bei der deutschen Staffel und eine Auszeichnung zum Sportler des Jahres im Kreis Offenbach/Hanau. Die Liste der Erfolge ist lang. Der Mann, zu dem diese Erfolge gehören, ist Hans Schuck, Läufer des TV Roßdorf.

Von Jan Lucas Frenger

Schuck ist mittlerweile 77 Jahre alt, doch seine Karriere ist noch lange nicht vorbei. Erst vor zwei Jahren, im Alter von 75 Jahren, konnte der gebürtige Frankfurter seinen letzten Weltmeistertitel in Frankreich in der 4-mal-400-Meter-Staffel feiern. Doch wie kommt es eigentlich, dass ein Mann in seinem Alter noch so fit ist und auch noch lange nicht das Ende seiner beachtlichen Laufbahn erreicht hat? Im Folgenden geht Schuck auf die wesentlichen Gründe für seine Fitness ein und verrät sein persönliches Erfolgsgeheimnis.

Der Beruf: Ein wichtiger Grund für seine heutige Fitness ist laut dem 77-jährigen sein früherer Beruf als Briefträger im Außendienst. Laut eigenen Angaben lief er in den 45 Dienstjahren knapp 162 000 Kilometer, was ungefähr vier Erdumrundungen entspricht. „Das ist der Grund, warum ich mit den Beinen so beweglich geblieben bin“, erklärt Schuck.

„Ich halte mich mit Aquajogging fit“Sport und Lebensstil: „Ich halte mich mit Aquajogging fit“, erwähnt der viermalige Europameister. Weiterführend ergänzt er: „Ich habe draußen einen kleinen Pool und wenn es warm draußen ist, drehe ich jeden Tag 50 bis 100 Runden.“ Doch das ist nicht das Einzige, was der Sportler des Jahres 2013 unternimmt, um körperlich fit zu bleiben: „Ich gehe natürlich auch zwei bis drei Mal die Woche trainieren.“

Regelmäßige Übungen vor dem Schlafengehen gehören für Schuck ebenfalls zum Programm, genau wie das Fahren auf dem Ergometer, um beispielsweise nach Verletzungen wieder richtig fit zu werden. Doch es steckt noch mehr hinter dem Erfolgsrezept des Läufers. „Ich mache zum Beispiel auch viel Gartenarbeit“, sagt der 60-malige hessische Meister. Auch seine fünf Enkeltöchter sind laut ihm ein Faktor, der zusätzlich dazu beiträgt, dass er immer noch so fit ist. Weiterhin gibt er an, bis heute noch nie einen Aufzug benutzt zu haben.

„Salat und Gemüse sind für mich das Wichtigste“Ernährung: „Salat und Gemüse sind für mich das Wichtigste“, erwähnt Schuck. Zudem isst er nur selten Fleisch, dafür aber regelmäßig Fisch. Außerdem erklärt der Läufer, dass Kohlenhydrate eine wichtige Rolle bei der Ernährung spielen. Laut ihm sollte jedoch darauf geachtet werden, es mit den Kohlenhydraten nicht zu übertreiben, da auch andere Stoffe wie beispielsweise Eiweiß wichtig für eine gute Ernährung sind. „Wir versuchen schon, uns gesund zu ernähren“, sagt der 77-jährige Leichtathlet und fügt noch hinzu: „Ich trinke keinen Alkohol, außer ab und zu mal ein Glas Wein.“

Auch beim Thema Rauchen ist der Sportler laut eigenen Angaben immer hart geblieben. Auf etwaige Nahrungsergänzungsmittel verzichtet er dabei sogar komplett. Das sind laut Schuck Aspekte, die dafür sorgen können, sowohl ein längeres, vor allem aber auch ein glücklicheres Leben zu führen.

„In 40 Jahren habe ich immer wieder mal etwas gehabt“Verletzungen: Mit dem hohen Alter steigt aber leider auch das Verletzungsrisiko beim Sport. Das bekam auch der ehemalige Briefträger zu spüren. „In 40 Jahren habe ich immer wieder mal etwas gehabt“, sagt er, erklärt aber im selben Atemzug, dass es – bis auf eine schwerere Verletzung – nur kleinere Geschichten waren.Dennoch gesteht Schuck, dass es mit der Zeit immer schwieriger wird, da vor allem auch die Regenerationszeit nach einer Verletzung immer länger dauert. „Da müssen dann einfach kleinere Brötchen gebacken werden“, erklärt der Sportler. Es sei wichtig, die eigenen Grenzen zu kennen und einzuhalten. „Man will immer sein Bestes geben, aber die Grenze darf im Training nicht überschritten werden“, warnt der Leichtathlet. Besonders in der Woche vor einem Wettkampf ist laut Schuck eher ausruhen anstatt trainieren angesagt.

Auf die Frage, was das Schöne an dem Sport und auch seine Motivation sei, antwortet er: „Ich freue mich jedes Mal, wenn ich sagen kann, dass ich noch dabei bin und dass es noch geht. Vor allem, dass der Körper noch mitmacht.“ Aus diesem Grund rät er jedem, der körperlich noch fit genug dafür ist, Sport zu treiben.

Ausblick: Durch diese Einstellung kann Schuck bereits auf eine beachtliche Karriere zurückblicken. Doch wenn es nach ihm geht, ist noch lange nicht Schluss. Als nächstes großes Ziel ruft Schuck die Teilnahme an der Leichtathletik Weltmeisterschaft im Sommer 2018 in Málaga aus. Dies wäre dann ein weiterer Erfolg in seiner Laufbahn als Läufer – und wohl nicht der letzte.

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