Vorbereitung auf den Deutschland-Pokal: Luisa Schmidt von der TG Hanau startet mit fünf weiteren hessischen Turnerinnen in der Altersklasse der 30- bis 40-Jährigen. Dehnen an den Ringen stand zuletzt auf dem Trainingsplan. Foto: Privat

Turnen

Hanauer Turnerin startet bei Deutschland-Pokal

Turnen. Luisa Schmidt vertritt das Bundesland Hessen am kommenden Samstag beim Deutschland-Pokal der Senioren. Die Gerätturnerin der TG Hanau würde gerne in Heidelberg mit ihrem fünf Teamkameradinnen, die unter anderem aus Langen und Wetzlar kommen, Platz fünf aus dem Vorjahr toppen.

Von Thorsten Jung

Die 31-Jährige wird aller Voraussicht nach ihre beiden Paradedisziplinen Schwebebalken und Boden turnen. Sprung und Stufenbarren überlässt sie ihren Kolleginnen. „Wobei ich vielleicht auch am Stufenbarren antreten werde, das entscheiden wir vor Ort“, so Schmidt.

In der Altersklasse der 30- bis 40-Jährigen wird der Titel ihrer Meinung nach wieder an das Team aus Baden-Württemberg gehen. „Die sind einfach unschlagbar, wie auch im Einzel“, so die Hainburgerin, die im vergangenen Jahr erstmals für Hessen angetreten war und sich dieses Mal etwas mehr als Platz fünf ausrechnet. „Wir haben jetzt eine bessere Mannschaft. Ich weiß aber nicht, ob die anderen auch Neue dabei haben werden“, tut sich Schmidt mit einer Prognose mit Blick auf das Mannschaftsergebnis jedoch schwer.

"Ich wäre gerne eine der besten Einzelturnerinnen"

Ambitionierter ist sie, was ihre persönliche Zielsetzung betrifft: „Ich wäre gerne eine der besten Einzelturnerinnen und möchte möglichst nahe an meine Höchstpunktzahlen rankommen“, gibt sie sich kämpferisch und schiebt mit einem Lachen nach: „Und am Balken nicht stürzen wäre prima.“ Schmidts Bestmarke am Schwebebalken liegt bei 14, am Boden bei 14,3 Punkten.

Um beim Deutschland-Pokal eine gute Performance abzuliefern, hat Schmidt in den vergangenen Wochen das Training intensiviert. Zweimal die Woche geht es in der August-Schärttner-Halle für drei Stunden an die Geräte. „Und ich gehe seit Neuestem auch joggen“, berichtet die 31-Jährige, für die kürzlich die Turn-Weltmeisterschaft ein großer Ansporn gewesen ist.

Schmidt ist die einzige Hanauer Turnerin im Team

Im hessischen Team ist Schmidt diesmal die einzige Hanauer Turnerin. Juliana Neumann hat es nicht in die Mannschaft geschafft. „Das ist sehr schade. Sie hatte auch fest damit gerechnet“, so Schmidt, die erklärt: „Jule turnt nur Stufenbarren, andere können dagegen mit guten Wertungen mehrere Geräte turnen.“

Im Training übt die Mutter einer kleinen Tochter meist für sich alleine. „Ich bin da sehr speziell, trete mir selbst in den Arsch und weiß, was ich brauche und will. Das wird durchgezogen, da bin ich eine Kampfsau. Rumsitzen ist da nicht“, sagt Schmidt über sich und ihren Trainingsfleiß.

"Wir starten schon um 8 Uhr morgens"

Den inneren Schweinehund muss sie jedoch am Samstag dann doch überwinden. „Wir starten schon um 8 Uhr morgens. Das ist zum Turnen so gar nicht meine Uhrzeit“, meint Schmidt und verzieht dabei ein bisschen das Gesicht. Los geht es direkt mit den beiden Disziplinen der TGHlerin: „In den Wettkampf starten wir – für jedermanns Horror außer natürlich für mich – am Balken. Dann geht es im olympischen System weiter zum Boden.“

In einer Riege mit den Hessinnen, also immer gleichzeitig an einem Gerät, turnt die Mannschaft des Badischen Turnerbundes. „Ob das für uns Ansporn oder am Ende einfach nur entmutigend ist, dass wir mit dem stärksten Gegner zeitgleich dran sind, werden wir sehen“, sagte Schmidt.

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