Neue Serie: HA-Mitarbeiter Robert Giese versucht sich am Sportabzeichen. Foto: Mike Bender

Sport

HA-Handball-Hüne auf dem Weg zum Deutschen Sportabzeichen

Sport allgemein. Hoch hinaus: Unser Mitarbeiter Robert Giese legt das Deutsche Sportabzeichen ab und berichtet in einer dreiteiligen Serie von seinen Erfahrungen. Eins ist jetzt schon klar: Um Gold zu erreichen, muss sich der 34-jährige Handballer ganz schön strecken.

Von Robert Giese

Jedes Jahr ein neues Projekt: Während ich im vergangenen Sommer einen Hindernislauf quer durch Schlamm und Wasser absolvierte, steht für mich diesmal der Klassiker des Sports auf dem Programm – das Deutsche Sportabzeichen. Es ist nicht meine erste Begegnung mit der höchsten sportlichen Auszeichnung Deutschlands außerhalb des Wettkampfsports, denn Mitte der 90er Jahre habe ich das Abzeichen als damals Elfjähriger bereits einmal abgelegt. Nachdem ich es zunächst stolz an eine Pinnwand pappte, staubt es seit etlichen Jahren irgendwo auf dem Dachboden ein.

Ähnlich eingestaubt wie das Abzeichen selbst sind auch meine Erinnerungen an die Leistungen, die ich damals ablegen musste, doch ein Blick ins Internet reicht, um mich auf den neuesten Stand zu bringen. Da es beim Sportabzeichen um körperliche Vielseitigkeit geht, müssen sich die Sportler Übungen aus den vier motorischen Grundfähigkeiten stellen, also ihr Können hinsichtlich Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination beweisen. Außerdem muss man durch eine Prüfung nachweisen, dass man schwimmen kann.

Gefühlt wie eine Durchquerung des Ärmelkanals

Da fingen dann auch schon meine Probleme an, denn im Wasser liege oder stehe ich normalerweise nur faul herum, anstatt eine Runde zu schwimmen. Durch energiesparendes Treibenlassen würde ich aber nicht zu meinem Sportabzeichen kommen, so viel war nach einem kurzen Blick auf die Anforderungen klar.

Um meine Schwimmfähigkeit nachzuweisen, habe ich mehrere Optionen, am machbarsten erscheint mir die Möglichkeit, am Stück 200 Meter in elf Minuten schwimmend zurückzulegen – für den geübten Schwimmer sicher ein Klacks, für mich, der meist nur so weit ins Wasser geht, so lange er noch stehen kann, hingegen ungefähr mit der Durchquerung des Ärmelkanals gleichzusetzen.

Die anderen Disziplinen klingen da vertrauter: Um meine Ausdauer unter Beweis zu stellen, muss ich zum Beispiel 3000 Meter laufen, als Schnelligkeitsnachweis gilt unter anderem ein 100-Meter-Sprint, beim Kugelstoßen kann ich meine Kraft zeigen und im Hochsprung meine Koordinationsfähigkeit. Aus jeder Gruppe gibt es mehrere Disziplinen, aus denen ich auswählen kann – so könnte ich zum Beispiel auch Radfahren, Turnen oder Seilspringen.

Vom Ehrgeiz gepackt

Die einzelnen Übungen sind in die drei Leistungsniveaus Bronze, Silber und Gold eingeteilt, wobei der Bronze-Rang in jeder Übung für jeden einigermaßen sportlichen Menschen auch ohne spezielles Training erreichbar sein dürfte, bei Silber und Gold ist das schon etwas schwieriger.

„Früher gab es das Abzeichen in Silber und Gold nach einer gewissen Anzahl abgelegter Sportabzeichen“, erklärt Jürgen Jung vom Sportkreis Main-Kinzig, „aber vor einigen Jahren gab es eine Reform, seitdem steht der Leistungsgedanke im Vordergrund.“ Nach Jungs Einschätzung ist die Reform gut gelungen, gerade die Erwachsenen würden immer unbedingt das Abzeichen in Gold ablegen wollen und sich dafür mächtig ins Zeug legen.

Recht hat Jung, denn auch mich hat der Ehrgeiz gepackt – Gold soll es trotz meiner diversen Defizite schon sein! Dafür muss ich aber in mindestens drei der vier Disziplinen das Gold-Niveau erreichen und darf mir keine Leistung auf Bronze-Niveau erlauben. Gut, dass ich nicht alle Leistungen an einem Tag erbringen muss, sondern ein ganzes Kalenderjahr dafür Zeit habe; entsprechende Prüfungen finden normalerweise den gesamten Sommer über statt. Reichlich Gelegenheit also für ausgiebige Trainingseinheiten, denn ohne geht es nicht, wie mir schnell klar wird: Um im Ausdauerbereich Gold zu erhalten, muss ich zum Beispiel 3000 Meter in unter 15 Minuten laufen, und das schaffe ich nicht aus dem Stand.

Gezielte Trainingseinheiten

Während ich meine Ausdauer durch die ein oder andere Laufeinheit durch Felder und Wälder gut alleine trainieren kann, sieht es bei einigen anderen Disziplinen schwieriger aus, denn Kugelstoßen lässt sich schwer im Vorgarten üben. Abhilfe schaffen da Sportabzeichen-Trainingseinheiten, die zum Beispiel vom TV Großkrotzenburg regelmäßig angeboten werden. Genau dort werde ich ausprobieren, wie gut ich tatsächlich in Form bin und ob mein Traum vom goldenen Sportabzeichen nur ein Traum bleiben wird.

Teil zwei von Robert Gieses Weg zum Sportabzeichen erscheint am Samstag.

Es ist der Nachweis schlechthin für eine umfassende körperliche Leistungsfähigkeit – das Deutsche Sportabzeichen. In diesem Sommer will sich auch unser Mitarbeiter Robert Giese an der traditionsreichen Auszeichnung versuchen, die ihm in mehreren Disziplinen alles abverlangen wird. In einer mehrteiligen Serie begleiten wir den 34-jährigen Handballer auf dem Weg dorthin. Im ersten Teil geht es um einen Überblick über das Abzeichen und die Anforderungen. Teil zwei befasst sich mit dem Training und der richtigen Vorbereitung auf die Prüfung. Im dritten Teil geht es dann um das Ablegen der Prüfungen.

›› sportabzeichen.dosb.de

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