Lokalduell bei German Open: Der gebürtige Erlenseer Philipp Hahner (links), der für den JC Erbach startet, hat es bei den German Open in der ‧Hanauer August-Schärttner-Halle mit Simon Roiger vom KSC Hanau zu tun bekommen und war dem Hanauer unterlegen. Archivfoto: Achim Senzel

Hanau

German Open: So verlief das Topturnier in der Schärttner-Halle

Ju-Jutsu. Rund 500 Zuschauer und 570 Sportler aus 27 Nationen sowie 300 Ehrenamtliche durften die German Open am Wochenende in der August-Schärttner-Halle willkommen heißen. Es war das erste Mal seit sieben Jahren , dass das internationale Topturnier zurück nach Hanau kam.

Von Sabrina Kwasniok

Ausgetragen wurde der Wettbewerb von drei regionalen Vereinen: Der TG Hanau, dem SV Bushido Erlensee und dem SC Budokan Maintal. Unter den Kämpfern war auch der gebürtige Erlenseer Philipp Hahner, der zwar für den Judo-Club Erbach startet, aber auch für den SV Bushido Erlensee aktiv ist.

Zwar lief es für den 26-Jährigen selbst bei den German Open nicht wirklich rund – er verlor seine beiden Kämpfe – dennoch war das Turnier für ihn eine gelungene Veranstaltung: „Die Stimmung war super, da die Mischung aus Zuschauern und Sportlern meiner Meinung nach perfekt gepasst hat.“ Trotzdem waren zu Hochzeiten auch schon 1 500 Sportler bei den German Open in Hanau gemeldet. Deshalb wünscht sich Hahner mehr Ansehen für das Ju-Jutsu, welches als Kampfsportart doch eher im Schatten des Boxens oder Judos steht. Dabei kombiniere Ju-Jutsu viele dieser Sportarten miteinander und bringe eine große Vielfalt in den Sport.

Das hat auch Hahner damals schon als Kind zum Ju-Jutsu gebracht hat: „Ich wollte etwas für die Selbstverteidigung tun und habe mir verschiedene Kampfsportarten angeschaut. Letztendlich hat mich Ju-Jutsu aber einfach fasziniert, weil es so viele verschiedene Aspekte im Kampfsport verbindet.“ Ju-Jutsu diente nämlich ursprünglich zur Selbstverteidigung von Polizisten.

Trand bei Frauen

Bei den German Open wurde um Titel in drei Disziplinen gekämpft: Duo (zwei Kämpfer zeigen eine Art Performance aus verschieden Schlägen und Tritten), Fighting und Ne-Waza (Bodenkampf). Es wurde in verschiedenen Gewichtsklassen gestartet, die jeweils in ihr Alter und ihr Geschlecht unterteilt wurden. Generell ist Ju-Jutsu inzwischen aber kein reiner Männersport mehr. Das bestätigt auch Pressereferent und Mitorganisator Oliver Gaksch: „Ich würde sagen, inzwischen befinden sich die Geschlechter fast im Gleichgewicht. In den letzten Jahren hat sich bei den Frauen ein kleiner Trend abgezeichnet.“

Der 41-Jährige selbst ist erst seit vier Jahren selbst im Ju-Jutsu aktiv und beim SC Bushido Erlensee zuhause „Als ich das erste Mal beim Ju-Jutsu war, beschrieb ich das Training wie einen Turnunterricht, bei dem man sich hauen und treten darf“, erzählt er lachend. Inzwischen weiß Gaksch, worauf es beim Ju-Jutsu ankommt. Er schätzt den familiären Zusammenhalt in seinem Verein sehr – auch zu Philipp Hahner. „Auch wenn Philipp beruflich bedingt inzwischen in Erbach trainiert, fahren wir dennoch manchmal zum Training dorthin, um gemeinsam trainieren zu können. Und auch privat unternehmen wir alle echt viel miteinander.“

"Just for fun"

Inzwischen ist es in der August-Schärttner-Halle lauter geworden: Die Finalkämpfe stehen an. Auch wenn nicht viele regionale Sportler bei der German Open an den Start gingen, gab es sogar Goldmedaillen für heimische Kämpfer zu bejubeln. Einer von den Siegern war Timon Kaeppel, der in der U21 bis 62 Kilogramm startete und für den KSC Hanau antrat. In einem starken Teilnehmerfeld besiegte er alle seine Konkurrenten souverän.

Am Ende gewann Timon Kaeppel mit vier Punkten Vorsprung das Finale. Insgesamt gingen noch je zwei weitere Silber- (Simon Roiger, Kim Gottwald) und Bronzemedaillen (Nikola Angelovski, Max Strauch ) an den KSC. Und auch wenn es für Philipp Hahner bei der German Open nicht für eine Medaille gereicht hat, war er mit seiner Leistung sehr zufrieden. Er selbst war ja auch schon mal deutscher Meister – der größte Erfolg in seiner Karriere. Heute kämpft der 26-Jährige auch nicht mehr für die Erfolge: „Just for fun“ lautet inzwischen seine Devise. Trotzdem nimmt der 26-Jährige noch an allen größeren Veranstaltungen teil.

Hoffnung auf Wiederholung

Sowohl Philipp Hahner als auch Oliver Gaksch hoffen auch in den kommenden Jahren, die German Open in Hanau austragen zu dürfen. Zwar gab es ein paar zeitliche Verzögerungen am Samstag, doch die seien für eine Veranstaltung mit so vielen Kämpfen normal. Und auch die Resonanz der Sportler und Zuschauer lässt die regionalen Vereine auf weitere Austragungen in Hanau hoffen. „Nächstes Jahr werden die German Open auf jeden Fall noch mal in Hanau stattfinden. Danach hoffen wir auch noch fünf weitere Jahre der Veranstalter zu sein“, erklärt Gaksch abschließend.

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